Dortmunder Vater rettete seinem Sohn das Leben

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Deniz Yelkuvan ist an Blutkrebs erkrankt. Im vergangenen Jahr erhielt der Dortmunder eine Stammzellenspende. Seine Geschichte war nun im Fernsehen zu sehen.

Dortmund

, 29.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deniz Yelkuvan hat einen langen Leidensweg hinter sich. Mit 17 wurde bei dem heute 23-jährigen Dortmunder Blutkrebs (auch Leukämie genannt) festgestellt. Obwohl der Krebs zwischenzeitlich schon besiegt schien, kehrte er zurück. Eine Stammzellen-Transplantation war unausweichlich. Dass auch sein eigener Vater als Spender infrage kommen könnte, war für ihn lange undenkbar.

Im August 2019 erhielt Deniz die lebenswichtige Stammzellenspende. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der junge Mann aus Hörde bereits einen langen Kampf hinter sich. Auf der Suche nach einem geeigneten Spender organisierten seine Freunde und Familie sogar eine eigene Spendenaktion an der über 1500 Menschen teilnahmen. Das Problem: Ein passender Spender wurde nicht gefunden.

Konzept des „halbpassenden“ Spenders

Erst als die behandelnden Ärzte Deniz und seiner Familie von einem neuen Spenderkonzept erzählen, keimt wieder etwas mehr Zuversicht auf. Doch auch eine gewisse Skepsis, wie Deniz im Gespräch mit dieser Redaktion erzählt: „Ich war am Anfang erst einmal unsicher, weil ich von der Möglichkeit, dass die Spende auch funktionieren kann, wenn es nur einen halbpassenden Spender gibt, vorher noch nichts gehört hatte.“

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Bei einem sogenannten halbpassenden Spender sind die Merkmale des Empfängers nur zur Hälfte mit denen des Spenders kompatibel. Eigentlich keine günstige Konstellation. Doch so kam zum damaligen Zeitpunkt auch Deniz‘ Vater als möglicher Spender infrage.

Auf dem Weg der Besserung

„Nach den Gesprächen mit den Professoren war ich viel zuversichtlicher und sicherer. Aber das Gefühl, dass wirklich mein Vater der Spender sein könnte, war sehr überwältigend und emotional.“ Für Deniz und seine Familie ist klar: Sie wollen diese Möglichkeit ergreifen.

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Doch die anschließende Operation bleibt nicht ohne Folgen. Zwei Wochen nach dem Eingriff muss Deniz ins künstliche Koma versetzt werden. Die Überlebenschancen scheinen gering. Aber Deniz kämpft sich zurück.

Mittlerweile liegt die Operation knapp neun Monate zurück und Deniz ist auf einem guten Weg. „Mir geht es sehr gut. Ich habe keine Beschwerden. Meine Blutwerte schwanken manchmal etwas, aber das ist völlig normal“, erklärt Deniz.

WDR dreht eigene Dokumentation

Zwar gehören regelmäßige Krankenhausbesuche und Untersuchungen auch weiterhin zu seinem Alltag, doch sogar Spaziergänge oder andere Aktivitäten, die zuvor noch undenkbar schienen, sind mittlerweile wieder möglich. Deniz: „Ich habe viel Zeit gebraucht, um meinen neuen Zustand zu akzeptieren, aber mit der Zeit habe ich mich an die Situation gewöhnt.“

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Derweil möchte der 23-Jährige auch andere Menschen motivieren, sich bei der DKMS zu registrieren, um möglicherweise einem Menschen das Leben retten zu können. Aus diesem Grund hat Deniz schon während der Behandlungszeit einen weiteren Schritt gewagt und sich von einem Kamerateam des WDR begleiten lassen.

„Situation ist etwas surreal.“

„Als mein Vater mir von dem Vorhaben des WDR erzählte, mit mir eine Dokumentation zu drehen, bekam ich gerade meine ersten stationären Behandlungen und hatte eigentlich andere Dinge im Kopf“, sagt Deniz. Dennoch habe er keine Sekunde überlegt und zugesagt.

Das WDR-Team habe ihn daraufhin besucht und ihm das Konzept vorgestellt. Das Ziel dieser Dokumentation, die inzwischen veröffentlicht worden ist (zu sehen online: https://cutt.ly/PyC1gBD), habe ihm sofort gefallen.

„Selbst so im Mittelpunkt zu stehen, ist zwar etwas surreal, aber ich freue mich, dass ich viele Menschen damit emotional erreiche und ich bekomme gerade sehr viel Zuspruch von allen Seiten.“

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