Stemmen statt rechnen

Wellinghofen Roter Baustaub liegt in der Luft, Presslufthammer dröhnen. Vor der Eingangstür stapelt sich altes Holz in zahlreichen Containern.

02.07.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Lieberfeldgrundschule heißt es im Moment bauen statt lernen. Am ersten Ferientag sind die Arbeiter angerückt und bauen nun das in die Jahre gekommenen Gebäude um. Und dies in einem kleinen Zeitfenster, denn zu Schulbeginn, am 6. August, müssen die Räume wieder so hergestellt sein, dass ein geregelter Unterricht möglich ist. «Innerhalb des Gebäudes werden wir aber erst im Herbst komplett die Arbeiten beendet haben», erklärt Wolfgang Mertens (Architekt, Foto unten). «Der Unterricht wird aber nicht gestört werden, da sich die letzten Arbeiten im Bereich des Offenen Ganztages abspielen werden.»

700 000 Euro

Insgesamt vier Baumaßnahmen lässt die Stadt Dortmund an der Lieberfeld-Grundschule durchführen - für insgesamt 700 000 Euro. Oberste Priorität genießt dabei der Brandschutz. «Wir stellen durch die Baumaßnahme sicher, dass jede Klasse über zwei Fluchtwege verfügt», erläutert Wolfgang Mertens.

Für einige Klassenräume bedeutet dies: Eine zweite Tür muss her, und dafür müssen Steine weichen.

Im weiteren Zuge der Arbeiten werden zwei Fluchttreppenhäuser an den Giebelseiten der Schule angebaut. Anschauungsmaterial dafür liefert der Raum 11 (die ehemalige Klasse 4 B). Hier sind die Arbeiter zurzeit dabei, die Türöffnungen für den späteren Zugang zu den Fluchtreppen in die Außenwand zu stemmen. Schutthaufen liegen hier vor der Tafel.

Beim Thema Brandschutz haben die Flure und Treppenhäusern den schwarzen Peter. Hier bestand die Deckenverkleidung fast ausschließlich aus Holz. «Das ist eine enorme Brandlast», so der Architekt. Also muss alles runter. Was auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, hier würden großflächige Abbrucharbeiten getätigt.

Offener Ganztag

«Sie sehen ja selber, was für eine große Menge an Holz hier verbaut wurde», sagt Mertens. Neben den Brandschutzmaßnahmen ist ein weiterer Punkt, die räumlichen Vorrausetzungen für den Offenen Ganztag zu schaffen. Hierbei muss vor allem die alte Schulküche umgestaltet werden. «Sie wird verkleinert, um mehr Platz für einen Speiseraum zu schaffen», berichtet Wolfgang Mertens. Außerdem werden einige Räume für die Betreuung umgestaltet.

Bauabnahme der Brandschutzarbeiten ist übrigens der 3. August - der letzten Ferientag. Spätestens dann muss auch der rote Baustaub aus den Räumen verschwunden sein. jöb

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