Stendel-Areal im Kreuzviertel wird wiederbelebt

Neues Geschäft

Der Familienname Stendel ist im Kreuzviertel eine Institution. Das Areal im Hof an der Kreuzstraße 8 war fast 50 Jahre Sitz des stadtbekannten Getränkehandels. Bis 2012, als die alte Stendel GmbH in die Insolvenz rutschte. Das Gelände war jahrelang ungenutzt. Jetzt wird es wiederbelebt. Heute eröffnet dort ein neues Geschäft.

DOERMUND

, 22.03.2017, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stendel in Dortmund, das ist eine lange Wirtschafts- und Familiengeschichte. In den 1920er-Jahren eröffnete Wilhelm Stendel am Brüderweg ein Milchgeschäft; in den 40/50ern ging er ins Biergeschäft. Nach seinem Tod führten die Söhne Bodo und Wilhelm jun. das Geschäft fort, das Mitte der 60er ins Kreuzviertel verlegt wurde.

Wegen Differenzen zog sich Bodo Stendel Mitte der 70er zurück, behielt jedoch seine Geschäftsanteile. Ende der 80er-Jahre griff Gabriele Krösche (Bodo Stendels Tochter) in die Geschicke der Firma ein – wegen erneuter Differenzen, diesmal mit ihrem Cousin, zog sie sich 2001 zurück. Behielt aber auch ihre Anteile. 2012 endete, wie gesagt, die Geschichte der Stendel GmbH.

Laden wird drittes Standbein 

Im November desselben Jahres gründete Krösche mit ihrer Mutter Apollonia Stendel als Geschäftsführerin eine neue Firma: die Stendel Handels GmbH. Die betreibt seit einigen Jahren im früheren Schlecker-Ladenlokal am Vinckeplatz das „Stendels“, wo es Weine, Spirituosen, Delikatessen gibt. Den klassischen Getränkehandel betreibt die Stendel Handels GmbH von der Schwanenstraße aus.

Und nun bekommt die Firma ein drittes Standbein: einen Weinladen namens „Sieben beste Weine“ am traditionellen Unternehmensstandort im Hof der Kreuzstraße 8.

Firmengründer-Enkelin kaufte Areal für 1,3 Millionen Euro

Gabriele Krösche, Enkelin des Firmengründers Wilhelm Stendel, schaffte die Voraussetzungen dafür, als sie vor einem Jahr das Grundstück samt dreier Wohn- und Lagerhäuser bei einer Zwangsversteigerung erwarb. Zu der hatten die Unstimmigkeiten zwischen den zwei Zweigen der Familie geführt. Der Verkehrswert der Objekte war zuvor auf 670.000 Euro taxiert worden – für 1,357 Millionen Euro erhielt Krösche den Zuschlag.

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Viel Geld, ja, sagt Krösche: „Aber ich wollte das Grundstück entwickeln.“ Und gemeinsam mit ihrem Mann Klaus den Traditionsbetrieb des Vaters und Großvaters fortführen. Für den Innenhof hat Gabriele Krösche verschiedene Ideen für Veranstaltungsformate.

"Sieben beste Weine" ist offene Weinverkostung

Ab Mittwoch (22. 3.) startet aber erst einmal der neue Weinladen. Dessen Name „Sieben beste Weine“ ist Programm:

  • In einem großen Raum stehen auf Paletten sieben rote und sieben weiße Weine (die Stendels-Experten wählen regelmäßig Neue aus).
  • „6+1“ heißt das Konzept: Aus den 14 Weinen können Kunden sechs aussuchen – eine siebte Flasche nach Wahl gibt’s gratis dazu.
  • Gläser stehen bereit – Kunden können ungestört probieren. Es läuft Musik.

Überschaubares Angebot

Das Konzept entwickelte Krösche, sie sagt: „Man wird doch heute überall erschlagen vom Angebot. Aber hilft das? Ich glaube nicht.“ In ihrem Laden sei das Angebot überschaubar, dafür könne man Weine probieren und kaufe nicht die „Katze im Sack“. Diese Art des Weinkaufs zu moderaten Preisen solle eine junge Zielgruppe ansprechen. Oder, wie Krösche es sagt: „Jüngere, und alle, die sich jung fühlen.“

„Sieben beste Weine“, Kreuzstraße 8, öffnet am Mittwoch (22. 3.) und Donnerstag (23. 3.) ab 16 Uhr. Freitag und Samstag (24. / 25. 3.) gibt es ab 16 bzw. 12 Uhr ein Wein-Tasting und Grillwürstchen. Reguläre Zeiten: Mi./Fr. 16-21 Uhr, Sa. 12-21 Uhr.

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