Dortmunder stach auf Mitbewohner ein - zweimal Staatsanwalt sieht Gefahr für Allgemeinheit

Gerichtsreporter
Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel fordert die Unterbringung des Beschuldigten in einer Klinik.
Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel fordert die Unterbringung des Beschuldigten in einer Klinik. © Martin von Braunschweig (Archivbild)
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Vor dem Landgericht hat der Prozess gegen einen 25-jährigen Mann aus der Nordstadt begonnen. Getrieben von Wahnvorstellungen soll der Beschuldigte im April und Juni zweimal auf seinen Mitbewohner eingestochen haben.

Nur der heftigen Gegenwehr ist es zu verdanken, dass das Opfer in beiden Fällen nur leicht verletzt wurde. Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel sieht in dem mutmaßlichen Messerstecher eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Gefahr für Allgemeinheit?

Ziel des Verfahrens ist es, dass der 25-Jährige für unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Bestraft werden kann der Beschuldigte ganz offensichtlich nicht. Nach einem vorläufigen Gutachten war er zur Tatzeit nicht Herr seiner Sinne und deshalb schuldunfähig.

Aktuell ist der junge Mann bereits in einer Klinik für Straftäter untergebracht. Dort wird er unter anderem mit Medikamenten behandelt.

Auf die Mitarbeit des Beschuldigten dürften die Richter in dem Verfahren offensichtlich nicht hoffen. Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger hieß es am ersten Verhandlungstag, dass keine Angaben zur Sache gemacht werden sollen.

Das Gericht wird deshalb nun Zeugen vernehmen. Und entscheidend wird das psychiatrische Gutachten über den 25-Jährigen sein.