Stiftung feuert Angestellte - Gewerkschaft protestiert

EVK Lütgendortmund und Bethanien

Die Evangelische Stiftung Volmarstein (ESV) hat rund 20 Angestellten der evangelischen Krankenhäuser Lütgendortmund und Bethanien in Hörde gekündigt. Einige von ihnen sollen bereits Ende Juni arbeitslos werden. Die Gewerkschaft Verdi protestiert, die Geschäftsleitung verteidigt sich

DORTMUND

von Von Ulrike Böhm Heffels

, 11.04.2013, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Bethanien-Krankenhaus in Hörde.

Das Bethanien-Krankenhaus in Hörde.

 Nach Verdi-Informationen hatte der kaufmännische ESV-Vorstand Markus Bachmann noch Anfang März versichert: „Es wird keine Kündigung vor dem 30. September 2013 geben.“ „Wie sich nun zeigt“, so die Verdi-Fachkommision, „hat die Volmarsteiner Stiftung die Beschäftigten während der gesetzlich geregelten einjährigen Veränderungsschutzfrist systematisch hinters Licht geführt."

Und weiter: "Das Verhalten der ESV ist einmalig und skandalös. Die Kündigungen wurden ohne Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte ausgesprochen. Skrupellos entlässt sie Alleinerziehende und Familienväter ohne Wenn und Aber in die Arbeitslosigkeit“, so die Fachkommission.

ESV-Vorstand Markus Bachmann verteidigt die Entscheidung „zur langfristig wirtschaftlichen Sicherung des Unternehmens“. Er bedauert, dass es zu Kündigungen kommen musste, rechtfertigt sie aber mit der Sicherung von über 750 Arbeitsplätzen.

Bachmann spricht von 16 betriebsbedingten Kündigungen. Betroffen seien Kräfte der Verwaltung, dem technischen Bereich sowie der EDV. Die von Verdi dargestellten Fakten seien so nicht korrekt.  Für Mitarbeiter der Tochtergesellschaften (KSL und Bürodat) sei bei der Übernahme der Häuser Lütgendortmund und Bethanien ein Kündigungsschutz bis zum 31. 12. 2012 und für die Krankenhaus GmbH-Mitarbeiter bis zum 31. 12. 2013 vereinbart worden. Bachmann: „Kündigungen wurden entsprechend der arbeitsvertraglichen Fristen ausgesprochen.“

 Die beiden Klinikstandorte mit ihren 800 Arbeitnehmern sind Anfang des letzten Jahres von der ESV übernommen worden. Sie befanden sich in einer wirtschaftlich schwierigen Lage, „allerdings hatte der neue Träger bei der Übernahme Neustruktuierungen mit großen Investitionen und mit Arbeitsplatzgarantien versprochen“, sagt Verdi.

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