Ein neues Zuhause für 24 Menschen mit Behinderung und 50 Kita-Kinder

rnInklusions-Projekt

Für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen gibt es zu wenige Wohnangebote. In Dortmund entstehen 24 stationäre Plätze. Das Besondere: Auch Kita-Kinder ziehen dort ein.

Lütgendortmund

, 01.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die evangelische Stiftung Volmarstein plant ein besonderes Projekt: Sie baut ein gemeinsames Gebäude für Menschen mit Behinderungen und die Dortmunder Musik-Kita Fliewatüt. Entstehen soll es in Lütgendortmund in der Nähe des Knappschaftskrankenhauses.

Ekkehard Meinecke, Bereichsleiter Behinderten- und Jugendhilfe, rechne nach wie vor mit einer Baugenehmigung im Herbst 2020 - trotz Corona. „Die Bauzeit wird dann ein Jahr bis eineinhalb Jahre betragen.“

Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderungen

In der Einrichtung werden erwachsene Menschen leben, die wegen einer körperlichen und einer geistigen Behinderung Hilfen benötigen, die sie ambulant nicht bekommen können.

In der Behindertenhilfe ist der Bedarf an Wohnformen wie diesen groß, auch in Dortmund. Die Stadt habe gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Unterdeckung festgestellt, so die Stiftung. „Uns liegen schon jetzt 17 konkrete Anfragen vor“, berichtet Ekkehard Meinecke.

Am Standort Lütgendortmund wartet aber noch eine weitere Aufgabe auf die Stiftung Volmarstein: Ihre Kinder- und Jugendhilfe übernimmt die Trägerschaft der Musik-Kita Fliewatüt, die aktuell noch eine Elterninitiative ist.

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Leicht fällt es dem Fliewatüt-Vorstand nicht, die Verantwortung abzugeben. „Wir sind sehr kritisch mit uns ins Gericht gegangen“, sagt die Vorsitzende Pamela Strutz. Letztlich sei aber die kürzlich getroffene Entscheidung richtig gewesen, weil man wie viele andere Vereine mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen habe.

„Die Erwerbssituation hat sich geändert. Den meisten fehlt einfach die Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Bei uns ist es auch nur eine Handvoll Eltern, die sich einsetzt.“ Sie werde Mitte 2021 aus dem Vorstand ausscheiden.

Stiftung übernimmt Konzept und Mitarbeiter zu 100 Prozent

Viel ändern soll sich für die Musik-Kita durch die neue Trägerschaft aber nicht. „Wir übernehmen zu 100 Prozent das Konzept und auch alle Mitarbeiter“, betont Ekkehard Meinecke.

Auf der Freifläche zwischen Westermannstraße 79/81 und Limbecker Straße
59, im Schatten des Knappschaftskrankenhaus, entsteht der Neubau.

Auf der Freifläche zwischen Westermannstraße 79/81 und Limbecker Straße 59, im Schatten des Knappschaftskrankenhaus, entsteht der Neubau. Die Bezirksvertretung Lütgendortmund hält den Standort wegen der verkehrlichen Situation nicht für geeignet. © Stephan Schütze

„Man hat uns auch zugesichert, dass weiterhin frisch für die Kinder gekocht wird, das ist uns ganz wichtig“, so Pamela Strutz. Ein neuer Schwerpunkt der Kita soll die integrative Arbeit sein.

Platz für 50 Fliewatüt-Kinder

Schon heute fiebern Eltern, Kinder und Personal dem Umzug entgegen. Denn im alten Schul-Pavillon an der Limbecker Straße fühlen sich alle nicht mehr so richtig wohl.

Das neue Gebäude auf der Freifläche zwischen Westermannstraße 79/81 und Limbecker Straße 59 ist nur 150 Meter Luftlinie entfernt. „Ein Glücksgriff“, sagt Pamela Strutz.

Sofern die Corona-Krise den Verantwortlichen keinen Strich durch die Rechnung macht, können alle zusammen Ende 2021/Anfang 2022 einziehen: Kinder und Erzieher ins Erdgeschoss, die behinderten Bewohner und Fachkräfte in die beiden oberen Etagen.

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