Nachbar schwärzt Nachbarn an: Privatanzeigen wegen parkender Autos

rnStreit um Parkplätze

Es könnte alles so schön sein in der kleinen Straße im Dortmunder Süden. Trotz der Enge der Straße wurde das Parken dort jahrelang toleriert. Bis ein Nachbar eine Anzeigenflut initiierte.

Menglinghausen

, 05.05.2020, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es könnte alles so schön sein in der kleinen Straße Schölerpatt im Dortmunder Süden. Mehrfamilienhäuser säumen die rund 150 Meter lange Verbindungsstraße zwischen der Menglinghauser Straße und der Hellenbank.

Kinder spielen im Grünen, Nachbarn treffen sich. Aber es gibt ein Problem – das Parken. Und es ist vielleicht eine Kuriosität in Dortmund. Denn theoretisch dürfte an dieser Straße wirklich niemand parken.

Parken wurde lange toleriert

Nicht auf dem Gehweg und auch nicht auf der Fahrbahn. Denn beide entsprechen nicht den Maßen, die benötigt werden, um Fahrzeuge abzustellen. Geparkt wurde trotzdem – jahrzehntelang. Es wurde geduldet und von den Nachbarn toleriert.

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Bis es vor einigen Monaten plötzlich Knöllchen hagelte. Bei den Anwohnern gibt es die Vermutung, dass eine Nachbarin hinter der „Parksünderaufschreibe-Aktion“ steckt.

Privatanzeigen eingegangen

„Der Verkehrsüberwachung liegen mehrere Privatanzeigen vor, die das Parken in der Straße Schölerpatt thematisieren. Nach Eingang einer solchen Anzeige wird diese auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft und – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – nach pflichtgemäßem Ermessen vorgegeben“, sagt Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund.

Dabei ist der Parkdruck im Bereich der Straße Schölerpatt ohnehin enorm. Ein Mehrfamilienhaus aus den 90ern gibt es, das über eine Tiefgarage verfügt. „Es ist einfach so, dass nicht nur in dieser Straße Parkplätze fehlen, sondern im gesamten Bereich“, sagt Heiko Linsmeier.

„Freundliche Briefe“ an Fahrzeugen

Das erkenne man an den „freundlichen“ Briefen, die hinter den Scheibenwischern pappen würden, wenn man sein Fahrzeug mal an der Menglinghauser Straße abstelle – auf öffentlichen Parkplätzen. „Dann findet man schon mal den Spruch, was man denn hier wolle, man könne ja in seiner Straße parken“, sagt Philippe Menne, Anwohner am Schölerpatt.

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Aber in der Straße Schölerpatt ist das nicht möglich. Und eine Verbesserung der Umstände ist hier auch nicht in Sicht. Zumindest vonseiten der Stadt Dortmund. „Nach den Feststellungen der Verkehrsüberwachung ist in der Straße Schölerpatt, bis auf ganz wenige Bereiche, weder ein Parken auf der Fahrbahn noch auf dem Gehweg rechtmäßig“, sagt Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund.

Neues Baugebiet unweit der Straße Schölerpatt

Die verbleibenden Restbreiten seien zu gering, um der Feuerwehr, den Rettungskräften oder der EDG ein uneingeschränktes, sicheres Befahren zu ermöglichen. In einigen Fällen wären unter Umständen auch Abschleppmaßnahmen möglich gewesen, so Löchter.

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Aber was kann helfen? Vielleicht ein neues Verkehrskonzept für den Bereich an der Menglinghauser Straße, denn es bahnt sich ein neues Baugebiet an. Am Lennhofe heißt das und liegt nur einen Steinwurf von der Straße Schölerpatt entfernt. Die Zufahrt hier soll über die Straße Am Spörkel erfolgen, die von der Straße Hellenbank abgeht.

Stadt setzt auf Eigenverantwortung

Und die Straße Schölerpatt? Die Stadt Dortmund hat das Problem scheinbar zu den Akten gelegt und setzt auf Eigenverantwortung.

„Durch die Privatanzeigen sind nach derzeitigem Kenntnisstand hauptsächlich Anwohner oder Besucher betroffen. Die Verkehrsüberwachung geht davon aus, dass dieser Personenkreis durch die Anzeigen und die Medienberichterstattung mittlerweile hinreichend sensibilisiert ist und die Fahrzeuge zukünftig dort nicht mehr geparkt werden“, sagt Maximilian Löchter.

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