Streik bei Tedi - aber in den Filialen weiß man von nichts

rnWarnstreik der Lager-Arbeiter

Im Tedi-Lager in Brackel legten am Montag 80 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Der Tag sei bewusst gewählt, sagt die Gewerkschaft. Von leeren Regalen gab‘s aber keine Spur.

Dortmund

, 07.10.2019, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Arbeit, hoher Druck, wenig Lohn. Das beklagen die Lager-Mitarbeiter von Tedi, die am Dortmunder Standort des Discounters in Brackel arbeiten.

Deswegen legten rund 80 Mitarbeiter am Montag (7.10.) die Arbeit nieder. Für einen Tag bestreikte die Gewerkschaft ver.di das Dortmunder Lager, das von der Dortmunder Logistik Gesellschaft (DLG) betrieben wird.

Die Forderung: Ein Tarifvertrag, der tariflich festgelegte Bezahlung garantiert. „Mit dem Streik wollen die Beschäftigten deutlich machen, dass sie zwar beim selbsternannten ‚größten Non-Food-Händler‘ kommissionieren und verladen, dort aber alles andere als großartig behandelt werden“, wird Silke Zimmer von ver.di NRW in einer Mitteilung der Gewerkschaft zitiert.

Die DLG, so ver.di in der Mitteilung, speise ihre Mitarbeiter seit Jahren mit „Löhnen deutlich unterhalb der tariflichen Vergütungen ab.“

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In den Shops sind die Regale voll

In den drei Tedi-Filialen in der City war am Montag jedoch nicht viel vom Streik zu merken. Viele Mitarbeiter in den Filialen an der Hansa- und der Brückstraße sowie am Ostenhellweg wussten nicht mal von dem Warnstreik bei ihren Kollegen im Lager. Auch Lücken in den Regalen, die auf Lieferprobleme hindeuten könnten, suchte man hier vergeblich. Die City-Filialen werden nämlich generell nie montags beliefert, erzählt ein Mitarbeiter.

Doch was bringt ein Streik, der keine Konsequenzen für den Kunden oder den Arbeitgeber hat?

Nils Böhlke, Gewerkschaftssekretär bei ver.di und zuständig für die DLG, erklärt auf Nachfrage, dass es durchaus eine bewusste Entscheidung war, den Streik auf einen Montag zu legen. Welche Dortmunder Filialen an diesem Tag normalerweise beliefert würden, konnte er aber nicht genau sagen.

Aber: „Wir haben mit den Beschäftigten gesprochen, um herauszufinden, welcher Tag sich am besten für den Streik eignet“, so Böhlke. Und laut den Mitarbeitern sei der Montag durchaus der geschäftigste Tag im Lager - und somit der Tag, an dem niedergelegte Arbeit die größte Wirkung habe.

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Tedi: Streik hat keine Auswirkungen

Bei der Pressestelle von Tedi selbst hieß es, dass die Streiks bei der DLG „bislang geringe Auswirkungen auf die Abläufe im Zentrallager und die Versorgung der Filialen haben.“ Mit Blick auf die Dortmunder Tedi-Shops sagt eine Unternehmenssprecherin, dass diese voraussichtlich nicht von den Streiks betroffen sein werden.

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