Streit um Glashalle auf dem Hansaplatz -das ist der neue Vorschlag der Stadt

rnGastronomie-Päne

Immer wieder wird über einen gläsernen Neubau auf dem Hansaplatz gestritten, der dort für mehr Leben sorgen soll. Jetzt gibt es einen neuen Vorschlag der Stadt.

Dortmund

, 18.09.2019, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gestritten wird über die Idee seit Jahren. Eine gläserne Halle soll auf den Stufen des Hansaplatzes entstehen und den Platz mit Gastronomie beleben.

Zuletzt tauchte der Vorschlag auch im Masterplan City-Plätze der Stadt auf. Ein Arbeitskreis mit Vertretern der Verwaltung, des Investors, aber auch der Wochenmarkt-Händler, Weihnachtsmarkt-Organisatoren, Cityring, Schausteller und Kirchen diskutierte mehrfach die neuesten Entwürfe für eine, wie es heißt, „leichte und transparente, gastronomisch genutzte Halle“.

Auf Eis gelegt

Doch der Vorschlag ist jetzt auf Eis gelegt - wieder einmal. In der letzten Arbeitskreis-Sitzung habe man sich darauf verständigt, „eine Entscheidung zur Teilbebauung des Hansaplatzes nicht jetzt, sondern erst in etwa drei bis vier Jahren zu treffen, also nach der Fertigstellung des Boulevards Kampstraße“.

Damit wird ein Vorhaben erneut verschoben, das schon gut 20 Jahre alt ist. Denn die Stadt hatte im Zusammenhang mit dem Bau des Hansa-Carrés mit dem Karstadt-Sporthaus auf dem Grundstück der alten Stadt- und Landesbibliothek im Jahr 1999 der Dortmunder Investorenfirma Diag die Option eingeräumt, den Hansaplatz mit einer gläsernen Markthalle zu bebauen.

Das von Diag beauftragte Architekturbüro Friesleben und Geddert hatte gleich einen Entwurf dazu geliefert.

Immer neue Entwürfe

Der damalige Kommunalwahlkampf sorgte dafür, dass die Pläne erst einmal wieder in der Schublade verschwanden. 2003 und 2008 wurden sie wieder hervorgeholt und teilweise überarbeitet. Zwischenzeitlich hatte der Bau die Form eines gläsernen Fisches angenommen, war dann deutlich verkleinert worden.

Weil sich keine Nutzer für eine Markthalle fanden, war inzwischen von einer gastronomischen Nutzung die Rede. Das ist auch beim aktuellen Vorstoß wieder der Fall. Die Gastronomie-Kette Celona, deren Ansiedlungspläne in der alten Tull-Villa am Phoenix-See in Hörde wohl vorerst gescheitert sind, soll Interesse an dem Standort haben. Dazu soll ein Eis-Cafe kommen.

Vorgesehen ist jetzt ein klassiches Rechteck - 58 Meter lang, 17 Meter breit und bis zu sieben Meter hoch - genau in der Höhe der Treppenstufen. Der Höhensprung des Platzes wird so gewissermaßen in das Gebäude integriert. Der Brunnen an der Ostseite des Platzes soll ebenso wie der Baumhain vor der Commerzbank erhalten bleiben, versichert Planungsdezernent Ludger Wilde. Und viel Glas soll für Transparenz sorgen.

Kritik beim Bürgerforum

Nicht nur bei Schaustellern und Markthändlern hielt sich die Begeisterung über die geplante Bebauung auf dem Platz in Grenzen. Auch bei einem Bürgerforum zur Gestaltung der City-Plätze im Juli gab es überwiegend kritische Stimmen. „Das Vorhaben polarisiert“, stellte Planungsdezernent Ludger Wilde fest.

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Ausschlaggebend für die erneute Verschiebung einer Entscheidung dürfte vor allem der Widerstand der Markthändler und Schausteller sein. „Wenn der Boulevard Kampstraße fertiggestellt ist, werden auch neue räumliche Möglichkeiten für attraktive Nutzungen im öffentlichen Raum sichtbar, insbesondere für eine Erweiterung und neue Verteilung des Weihnachtsmarktes.“, heißt es jetzt in der Mitteilung der Stadt. „Im Anschluss an diese Neubewertung wird die Stadt eine bauliche Ergänzung des Hansaplatzes erneut zur Entscheidung aufrufen.“

Bis dahin, so wird betont, blieben alle aktuellen Veranstaltungsformate auf dem Hansaplatz - vom Wochenmarkt über das Gourmet-Fest Dortmund à la carte bis zum Weihnachtsmarkt - weiterhin möglich.

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