Streit um S1 und S4: So reagiert DB Regio auf die Eurobahn-Vorwürfe

rnS-Bahnlinie 1 und 4

Der Streit um den Betrieb der S-Bahn-Linien 1 und 4 zieht weiter Kreise. Jetzt hat sich der aktuelle Betreiber DB Regio zu Wort gemeldet.

Dortmund

, 23.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte Eurobahn-Betreiber Keolis ab dem 15. Dezember nach gewonnener Ausschreibung den Betrieb auf den beiden S-Bahn-Linien 1 und 4 von der DB Regio übernehmen. Doch in der vergangenen Woche entzog der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) Keolis den Auftrag wieder. Der Grund: Das Unternehmen habe nicht ausreichend Fahrpersonal für den Betrieb auf den beiden S-Bahn-Strecken garantieren können.

In der Tat räumte Keolis ein, bislang nur 80 von 120 nötigen Triebfahrzeug-Führern stellen zu können. Weitere 40 befänden sich noch in der Ausbildung. Für die Übergangszeit habe man allerdings mit der DB Regio vereinbart, Fahrer von dort „ausleihen“ zu können.

Keolis will vor diesem Hintergrund das Aus nicht akzeptieren und hält die kurzfristige Vertragskündigung durch den VRR für rechtswidrig. Zugleich beklagt sich das Unternehmen, dass die DB Regio AG ohne Angabe von Gründen von der Zusicherung, Personal zur Verfügung zu stellen, abgerückt sei.

Viele Gespräche mit Keolis

Diesen Vorwurf weist nun wiederum DB Regio zurück. „In der im Februar 2019 abgeschlossenen Absichtserklärung zwischen Keolis und DB Regio NRW war vereinbart, dass diese Absichtserklärung am 31.7. 2019 endet, wenn es nicht zu einem Hauptvertrag oder einer Verlängerung kommt“, erklärte ein Bahnsprecher.

Man habe im Vorfeld viele Gespräche mit Keolis geführt, „um einen reibungslosen Betriebsübergang in partnerschaftlichem Miteinander sicherzustellen“, heißt es bei DB Regio. Dabei seien auch Verhandlungen zur Stellung von Personal durch DB Regio NRW an Keolis „im marktüblichen wirtschaftlichen Rahmen“ geführt worden.

Rechtzeitig Klarheit

Seit Monaten bilde man auch bereits auf freiwilliger Basis Kolleginnen und Kollegen der Eurobahn in den S-Bahn-Zügen aus. Auch im Interesse der eigenen Mitarbeiter habe man nun, drei Monate vor der geplanten Betriebsübergabe, Klarheit schaffen müssen, erklärt der Bahnsprecher.

Nachdem Keolis der Auftrag entzogen worden war, hat der VRR die DB Regio AG per Notvereinbarung mit dem weiteren Betrieb über den 15. Dezember hinaus beauftragt. Zugleich soll der Betrieb der beiden S-Bahn-Linien, die insbesondere im Dortmunder Nahverkehrsnetz eine große Rolle spielen, neu ausgeschrieben werden.

Neuer Fahrplan-Takt

Die Wartung der S-Bahn-Züge, die dem VRR selbst gehören, liegt ebenfalls in der Hand von DB Regio, vertraglich neu fixiert bis 2034. Hintergrund für die Neuvergaben der Aufträge sind die Umstellung und teilweise Ausweitung der Takte im S -Bahn-Fahrplan.

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