Streit um Umspannwerk - Bürger enttäuscht von zwei OB-Kandidaten

rnAn der Gotthelfstraße

Ein Umspannwerk an der Gotthelfstraße kommt für die Mitglieder der Bürgerinitiative nicht in Frage. Sie machen mobil gegen mögliche Pläne dieser Art - die Wortwahl ist deutlich.

Löttringhausen, Großholthausen

, 06.09.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wollen auf keinen Fall ein Umspannwerk an der Gotthelfstraße: die Mitglieder der Bürgerinitiative. Am 3. September hatte der Vorstand nun in den Saal der Kleingartenanlage „Zum goldenen Erntekranz“ an der Stockumer Straße eingeladen. Man wollte die Meinung der Oberbürgermeister-Kandidaten hören.

Vor Ort waren diese allerdings nicht, man hatte im Vorfeld einen Fragenkatalog verschickt. Das Urteil der Mitglieder fällt für zwei Kandidaten wenig schmeichelhaft aus.

Helmut Grandt, Frank Schüpphaus, Peter Cramer und Wilhelm Wiegend (v.l.) vor der "Pferdewiese". Hier, so befürchten sie, soll ein Umspannwerk gebaut werden.

Helmut Grandt, Frank Schüpphaus, Peter Cramer und Wilhelm Wiegend (v.l.) vor der "Pferdewiese". Hier, so befürchten sie, soll ein Umspannwerk gebaut werden. © Britta Linnhoff

  • SPD: „Keine Reaktion, auch auf Nachfrage nicht. Durchgefallen.“
  • CDU: „Reaktion mal so, mal so. Insgesamt auch durchgefallen.“
  • Bündnis 90/ Die Grünen: „Unterstützung zugesagt, wenn ein Ersatzgrundstück vorhanden ist. Die Grünen haben einen entsprechenden Antrag im Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen gestellt.“

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Bezirksbürgermeister Hans Semmler (CDU) war schon vor der Veranstaltung wenig amüsiert. „Ich habe von der Veranstaltung in der Zeitung erfahren“, sagt er. Am Tag selbst. So kurzfristig habe er es nicht einrichten können. Eine Einladung habe es nicht gegeben. Aber man hätte ja mal reden können.

Außerdem, so betont er, habe er sich „die Finger wund gewählt“, um Neues von Donetz, von der Stadtverwaltung oder vom CDU-Bürgermeisterkandidaten Andreas Hollstein zu erfahren. Es gebe aber nichts Neues. Donetz, wie auch er selbst (bis zum Ende seiner Amtsperiode) seien aber bereit zu einem Gespräch.

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Bei der Bürgerinitiative freut man sich „über ein großes Interesse“ der Bevölkerung für den Informationsabend. Es sei an dem Abend mangels Informationen „viel spekuliert worden“, berichtet Wilhelm Weigand von der Bürgerinitiative. Er und seine Mitstreiter sehen es so:

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Donetz habe gegenüber der Bürgerinitiative behauptet, dass durch den steigenden Stromverbrauch ein neues Umspannwerk notwendig werde. Dem widerspricht die BI: Laut Bundesumweltamt werde der Stromverbrauch für private Haushalte sinken, unter anderem wegen der besseren Effizienz der elektrischen Geräte und zahlreicher Photovoltaikanlagen auf neuen Häusern.

Man vermutet Folgendes: Die neu angeschafften Elektrobusse der DSW21 benötigten für eine Batterieladung riesige Mengen Strom und müssten mehrfach am Tag nachgeladen werden. Das mache ein neues Umspannwerk notwendig. Die Initiative fordert, dieses neue Umspannwerk für die Elektrobusse direkt auf dem Gelände des Betriebshofes in Brünninghausen zu bauen.

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