Das Leichtathletikstadion in Hacheney ist mittlerweile in Betrieb. © Jörg Bauerfeld

Sportstätten in Dortmund

Streit zwischen Bezirk und Stadt - und einer spricht die Unwahrheit

Es könnte das Drehbuch für ein Stück im Bauerntheater sein, ist aber bitterer Ernst. Zwischen dem Stadtbezirk Hörde und der Stadtverwaltung gärt es. Es geht um die Eröffnung eines Stadions.

Hörde

, 31.08.2020 / Lesedauer: 3 min

Nach vielen Jahren der Planung und der Diskussionen zwischen Bürgern und Stadt Dortmund herrschte am Freitag (21.8.) eitel Sonnenschein im Hörder Ortsteil Hacheney. Das neue Leichtathletikstadion wurde von Oberbürgermeister Ullrich Sierau offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Vor Ort waren Gäste aus Sport und Verwaltung, doch irgendwie fehlte jemand. Und der jemand verstand im Nachhinein die Welt nicht mehr. „Wie kann es sein, dass die Hörder Politiker bei so einem wichtigen Ereignis nicht dabei sind, weil sie von nichts wussten“, sagt Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris (SPD). Vor allem von seinem Parteigenossen, dem Oberbürgermeister, war Hillgeris schwer enttäuscht.

Jetzt lesen

Zumal sich der Hörder Bezirksbürgermeister immer für den Standort Hacheney stark gemacht hat - gegen alle Vorbehalte aus der Bevölkerung. „Es kann nicht sein, dass wir von so einer Eröffnung aus der Zeitung erfahren“, sagt der Bezirksbürgermeister. Auch Verwaltungsstellenleiter Ulrich Spangenberg bestätigte die Aussage Sascha Hillgeris.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau bei der Eröffnung © Jörg Bauerfeld

„Mir war der Termin nicht bekannt und meiner Kollegin auch nicht. Da niemand von der Bezirksvertretung Hörde anwesend war, wird auch niemand den Termin gekannt haben. Sascha Hillgeris sagte mir, er habe auch keine Einladung direkt nach Hause bekommen oder per E-Mail“, so Spangenberg.

Was ist schiefgelaufen?

Was war da los in Hacheney? Eine Anfrage bei der Stadt Dortmund sorgt dann für noch mehr Verwirrung. „Der Bezirksbürgermeister war eingeladen“, so Frank Bußmann, Leiter der Pressestelle kurz und knapp auf die Frage, was denn bei der Eröffnung eventuell schiefgelaufen sei.

„Die Bürger wurden absichtlich außen vorgelassen“Angelika von Waldow

Wie kann es zu so unterschiedlichen Aussagen kommen? Zurück bleiben ungeklärte Fragen und die Vermutung, ob die Stadtspitze vielleicht niemanden von der Hörder Politik dabei haben wollte.

Denn die verlangt schon seit längerer Zeit ein neues Verkehrskonzept für den Stadtbezirk Hacheney. Dazu gehört der Bereich der Berufskollegs, die B54-Abfahrt, das Gelände der ehemaligen Gehörlosenschule und eben das neue Leichtathletikstadion.

Eine Sportstätte, die der Bürgerinitiative Hacheney zumindest verkehrstechnisch ein Dorn im Auge ist. Denn die Mitglieder, von denen ebenfalls niemand etwas von der Eröffnung des Leichtathletikstadions wusste, befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen bei der Nutzung der Sportstätte.

Jetzt lesen

Die Stadt auf jeden Fall hat da ihre eigene Meinung. „Die Stadt Dortmund sieht im Zusammenhang mit der Nutzung der neuen Leichtathletik-Anlage durch Vereine und Schule kein verkehrstechnisches Problem“, sagt Frank Bußmann. „Da es im Zusammenhang mit dieser neuen Anlage keine verkehrlichen Probleme gibt - und auch keine, die mit den Themen der von Ihnen erwähnten BI zu tun haben - ist auch keine Einladung an die BI erfolgt.“

Kopfschütteln bei der Bürgerinitiative

Bei der Bürgerinitiative kann man aufgrund solcher Aussagen nur mit dem Kopf schütteln. „Die Bürger wurden absichtlich außen vor gelassen“, sagt Angelika von Waldow von der Bürgerinitiative Hacheney. „Sobald im Stadion Wettkämpfe stattfinden, wird es riesige Verkehrsprobleme geben. Die Aussage der Stadt, dass es angeblich keine Probleme gäbe, ist unserer Ansicht nach schlichtweg falsch.“

Vielen Dank für Ihr Interesse an einem Artikel unseres Premium-Angebots. Bitte registrieren Sie sich kurz kostenfrei, um ihn vollständig lesen zu können.

Jetzt kostenfrei registrieren

Ihr Testzeitraum ist leider abgelaufen

Toll, dass Ihnen unsere Geschichten so gut gefallen.

Schalten Sie jetzt Ihren Zugang frei und lesen Sie gleich weiter. Sie erhalten unbegrenzten Zugang zu allen RN+ Artikeln, Reportagen und Events
Erfahren Sie mehr über RN+.

Bitte bestätigen Sie Ihre Registrierung

Bitte bestätigen Sie Ihre Registrierung durch Klick auf den Link in der E-Mail, um weiterlesen zu können.
Prüfen Sie ggf. auch Ihren Spam-Ordner.

E-Mail erneut senden

Alles Lesen. Mehr wissen. Nichts verpassen.

Jetzt 14 Tage kostenfrei testen

Registrieren Sie sich einfach kostenlos und unverbindlich. Keine versteckten Kosten. Der Testzeitraum endet automatisch.

Sie sind bereits registriert?
Hier einloggen