Die Möllerbrücke wird von vielen Menschen als Ort zum Feiern angesteuert. Nicht alle halten sich an die Regeln gegenseitiger Rücksichtnahme. © Oliver Schaper
Party im Freien

Stress auf der Möllerbrücke: Was bleibt am Ende eines extremen Sommers?

Es geht ein Sommer zu Ende, in dem häufig und intensiv über die Möllerbrücke gesprochen wurde. Kurz, bevor es wieder zu kalt zum „möllern“ werden könnte, stellt sich die Frage, wie es weitergeht.

Es waren unschöne und auch verstörende Bilder, die zuletzt von der Möllerbrücke in der westlichen Dortmunder Innenstadt zu sehen waren.

Junge Menschen im Konflikt mit behelmten Polizisten, es flogen Stühle, Flaschen, die Polizisten antworteten mit Schlagstöcken. Selbst für die Möllerbrücke, wo das Thema Nachtruhe seit Jahren hoch hängt, war das extrem.

Der Abend gehört zu einer ganzen Reihe von Sommernächten, in denen die Polizei zur Möllerbrücke ausrücken musste. Ihren traurigen Höhepunkt fand die Gewalt, als am 12. Juni ein 21-jähriger Mann auf der Ritterhausstraße angeschossen wurde und später seinen Verletzungen erlag.

Die verbleibenden Wochenenden, in denen das Wetter noch zum Feiern im Freien geeignet ist, werden daher von mehr Polizeipräsenz an der S-Bahn-Brücke begleitet sein.

Anwohnerin des Sonnenplatzes: „Wir sind dauerhaft belastet.“

Wie soll es weitergehen an der Brücke? Anwohnerinnen und Anwohner wünschen sich schon lange wieder mehr Dialog. „Wir sind dauerhaft belastet, da gibt es eigentlich kein Auf und Ab“, sagt eine Bewohnerin des Sonnenplatzes über den Sommer dieses Jahres.

Ordnungspolitische Maßnahmen wie ein Glas-, Alkohol- oder sogar Aufenthaltsverbot sind bereits politisch ins Spiel gebracht worden. Ebenso allerdings auch Vorschläge wie Pop-Up-Partyflächen – für die in Dortmund aber der Raum fehlt.

Die Dortmunder Stadtverwaltung äußert sich über Sprecher Maximilian Löchter auf Anfrage sehr zurückhaltend zur mittelfristigen Strategie an der Möllerbrücke und ihrem Umfeld.

„Der Bereich gehört weiterhin zu stark frequentierten Plätzen der jüngeren Bevölkerung. Es gilt hier das Miteinander zu respektieren, auch die Ruhezeiten für die Anwohnerinnen und Anwohner“, sagt Löchter.

Der Ort werde auch weiterhin durch den Kommunalen Ordnungsdienst des Ordnungsamtes und durch die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei regelmäßig aufgesucht.

Stadtverwaltung: Für eine „Rückschau“ auf den Sommer noch zu früh

Eine Bilanz des Sommers, der auch von der Aufhebung vieler Corona-Einschränkungen bestimmt war, möchte der Stadtsprecher noch nicht vornehmen. „Für eine abschließende Rückschau ist es noch zu früh“, sagt Maximilian Löchter.

Es ist festzustellen: Dortmund ist beileibe nicht allein mit dem Problem ausufernder Feiern im öffentlichen Raum. In Münster beispielsweise gibt es Probleme am Ufer des Aasees, wo ein Glasverbot ausgesprochen worden ist.

In Hamburg gilt es ein Alkoholverbot in vielen Innenstadtquartieren, etwa im Schanzenviertel und auf St. Pauli. München, Düsseldorf oder Stuttgart führen ähnliche Debatten in Altstadtvierteln oder öffentlichen Parks.

Stadtsprecher Maximilian Löchter sagt zu möglichen ordnungspolitischen Eingriffen: „Hier müssen Ursache, Mittel und Wirkung stets abgewogen und in das richtige Verhältnis gebracht werden. Etwaige Verbote könnten zu einer Verlagerung dieser Ansammlungen führen.“

Es gebe einen stetigen Austausch mit der Polizei sowie unter den Ordnungsämtern in Nordrhein-Westfalen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth