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Verbraucher müssen mit höheren Nebenkosten rechnen, denn ab 2019 steigt nicht nur der Strompreis. Beim Strom kassiert Vater Staat den größten Anteil.

Dortmund

, 15.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Energiewende kostet. Jeder Stromkunde bezahlt auch die Förderung von ökologisch sauber produziertem Strom. Die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) sinkt 2019 zwar um 5,7 Prozent auf nur noch 6,40 Cent pro Kilowattstunde, doch die deutschen Energieversorger – darunter auch Dortmunds größter Stromanbieter DEW 21 – können die Preise nicht mehr halten.

Höhere Kosten beim Einkauf und im Netz

Warum, begründet DEW21-Sprecherin Gabi Dobovisek so: „In den vergangenen zwei Jahren hat DEW21 die Strompreise stabil gehalten. Aufgrund der derzeitigen Entwicklung ist nun schon absehbar, dass wir leider gezwungen sein werden, die Strompreise zu erhöhen. Die Gründe sind steigende Netzentgelte des Netzbetreibers vor Ort und die Börsenentwicklung mit stark gestiegenen Beschaffungspreisen.“ Der „Netzbetreiber vor Ort“ ist die Donetz GmbH. Ein Tochterunternehmen von DEW21. Die Bundesnetzagentur prüft und genehmigt die Netzkosten, also die Ausgaben für die Infrastruktur. Donetz gibt diese Kosten 1:1 an die Stromlieferanten weiter.

33,51 Euro für eine Megawattstunde

Zahlen veranschaulichen das zu erwartende Preis-Plus: Für das Lieferjahr 2017 hätten die im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft vereinten Unternehmen für eine Megawattstunde Strom im Durchschnitt 33,51 Euro bezahlt. Für 2019 würden 50,56 Euro pro Megawattstunde „und mehr“ fällig. Gabi Dobovisek: „Wir versuchen, die Erhöhung so gering wie möglich zu halten, und rechnen derzeit noch, wie und wann wir sie weitergeben müssen. Derzeit stehen auch noch nicht alle Preisbestandteile fest.“ Das Minus bei der EEG-Umlage werde berücksichtigt.

Auf weit über die Hälfte des Strompreises hat DEW21 als Energieversorger keinen Einfluss. Wie beim Benzin oder Diesel an der Zapfsäule hält Vater Staat auch im Stromgeschäft die Hand auf. Unter Steuern, Abgaben und Umlagen fallen bekannte Größen wie die Mehrwertsteuer und die Stromsteuer oder die am Montag gesenkte EEG-Umlage. Dazu kommen eher unbekannte Kostentreiber wie

  • die Umlage für abschaltbare Lasten
  • die Offshore-Haftungsumlage
  • die Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz-Umlage
  • die Umlage nach der Stromnetzentgeltverordnung
  • oder obendrein noch eine Konzessionsabgabe.

Aber sparsame Stromverbraucher können das Licht ausmachen oder den Stromanbieter wechseln so oft, wie sie wollen: Den Prozentanteil für den Staat können sie nicht senken. Wollte der Staat die Verbraucher entlasten, müsste er die Steuern, Abgaben und Umlagen reduzieren. Die Entscheidungen dafür müssten in Berlin fallen. Informationen darüber, dass dies geschieht, gibt es aktuell nicht. Zur Höhe des neuen Strompreises kann DEW21 aktuell nichts sagen. Die zweite schlechte Nachricht: Na super, auch die Gaspreise steigen.

Auch der Großhandel bittet zur Kasse

Gabi Dobovisek: „Im Bereich Gas sind die Beschaffungspreise im Großhandel deutlich gestiegen sowie auch die vorgelagerten und örtlichen Netzentgelte.“ Die Gas-Lieferanten und Infrastruktur-Anbieter also wollen ebenfalls von DEW21 mehr Geld. Die neuen Preise kann DEW21 noch nicht nennen. „Wir rechnen noch“, heißt es beim Dortmunder Energieversorger. Man versuche, „die Kosten für die Verbraucher so gering wie möglich zu halten.“

Nach Informationen über Strom und Gas jetzt noch eine Auskunft zum Wasserpreis: Da sei „keine Erhöhung geplant.“

Watt nachgerechnet Die Straßenbahnen des Dortmunder Nahverkehrsunternehmens DSW21 fahren seit 2007 mit Ökostrom. Dafür verbraucht DSW21 60 Gigawatt-Stunden pro Jahr. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 2500 Kilowattstunden verbrauchen 24.000 Haushalte so viel Strom wie DSW21 im Jahr für den Stadtbahnbetrieb.
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