Student soll wie Zuhälter aufgetreten sein: Missbrauchs-Prozess vor Urteil

rnVor Gericht

Ein Dortmunder Student soll Jugendliche an Sex-Partner verkauft haben. Der Prozess steckt wegen einer Corona-Quarantäne derzeit im Stau. Die Richter wollen dennoch zügig ein Urteil sprechen.

12.11.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Prozess um die Vermittlung von Jungen an männliche Sexualpartner durch einen Dortmunder Studenten (24) ist auf die Zielgerade eingebogen. Die Bochumer Richter gaben am Mittwoch bekannt, dass sie spätestens am 21. November ein Urteil verkünden wollen. Zuvor muss aber noch ein Zeuge eine aktuelle Corona-Quarantäne überwinden.

Im Prozess vor der 5. Jugendschutzkammer geht es um eine Vielzahl von Vorwürfen im Zeitraum von Herbst 2016 bis April 2020. Der Student soll wie ein Zuhälter aufgetreten und anfangs erst 15-jährige Jungen immer wieder an männliche Sexualpartner verkauft haben.

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Tatort: ein Zimmer in einem Dortmunder Studentenwohnheim. Mindestens die Hälfte des „Freier-Lohns“ (teilweise bis zu 400 Euro) soll der 24-Jährige für sich behalten haben. Darüber hinaus wird dem Studenten auch vorgeworfen, kinderpornografische Videos aus dem Internet heruntergeladen zu haben.

Weil es in der Schulklasse eines mutmaßlich vermittelten Jungen einen Corona-Fall gegeben hat, steht der Zeuge aktuell unter Quarantäne. Richterin Isabel Hoffmann kündigte jedoch an, dass das Verfahren dennoch planmäßig zu Ende gehen soll.

Nach Ablauf der Quarantäne soll ein echter Marathon-Sitzungstag eingelegt werden. „Richten Sie sich auf einen intensiven Tag ein“, sagte die vorsitzende Richterin. Der Angeklagte ist offenbar weitestgehend geständig.

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