In Hombruch ist ein Baum auf ein Auto gestürzt. © Julien März
Tief „Ignatz“

Sturm in Dortmund: Feuerwehr mit 87 Einsätzen – Chaos am Bahnhof

In starken Böen fegt das Sturmtief „Ignatz“ über Dortmund hinweg. Die Feuerwehr spricht von typischen Sturmeinsätzen. Die Bahn hat den Fernverkehr wieder aufgenommen. Trotzdem kommt es zu Verspätungen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits am Mittwoch eine amtliche Warnung ausgegeben. Ab Mitternacht sollte das Sturmtief „Ignatz“ auch über Dortmund ziehen. Tatsächlich gab es besonders am frühen Donnerstagmorgen heftige Böen, die auch noch den ganzen Tag anhalten konnten.

Doch diese richteten nach Erkenntnissen der Feuerwehr bis zum Donnerstagnachmittag nur mäßigen Schaden an. „In Summe hatten wir in der Nacht 13 Einsätze gehabt“, so ein Feuerwehr-Sprecher. Bis 17 Uhr seien es in Summe 87 Einsätze im Zusammenhang mit dem Sturm gewesen. Der Großteil der Einsätze sei abgearbeitet worden. „Es ist nichts mehr zu erwarten, außer Passanten fällt noch etwas auf“, hieß es seitens der Feuerwehr.

Mehrere Bäume und dicke Äste richten Schäden an

Am Morgen gab es Verkehrsbehinderungen auf der Mengeder Straße. Dort war laut Feuerwehr ein großer Baum auf die Straße gefallen. Einsätze dieser Art waren es auch, die die Feuerwehr in der Nacht beschäftigten.

In Hombruch ist an der Eschenstraße ein Baum auf ein Auto gestürzt. Das Dach war völlig eingedrückt. Auch in Dorstfeld hat ein Baum dem Sturm nachgegeben. An der Ecke Beckstedtweg / Am Höhweg stürzte einer auf die Straße. An der Thranestraße in Brackel stürzte eine rund 60 Jahre alte und zwölf Meter hohe Birke um. Sie streifte benachbarte Gebäude. Verletzt wurde niemand.

In Brackel gab eine 60 Jahre alte Birke nach. Sie streifte benachbarte Häuser. Verletzt wurde niemand.
In Brackel gab eine 60 Jahre alte Birke nach. Sie streifte benachbarte Häuser. Verletzt wurde niemand. © privat/Martina Krahn © privat/Martina Krahn

In Scharnhorst hatte eine ältere Frau großes Glück: Ein Baum stürzte dort auf den Gehweg der Max-Brod-Straße und verfehlte sie nur knapp. „Der Baum ist auf den Rollator der Dame gefallen. Sie ist aber mit ein paar Kratzern an den Händen davongekommen“, berichtet ein Feuerwehrsprecher.

Ein großer Ast hat außerdem in Oberdorstfeld knapp einen 20-Jährigen verfehlt. „Mein Enkel war morgens unterwegs. Er kam grade rein, da hat er das Knacken gehört. Gelandet ist der Ast kurz vor dem Hauseingang“, sagte Brigitte Reich. Eineinhalb Stunden habe die Feuerwehr gebraucht, um den Ast zu zerkleinern und auf einer Verkehrsinsel zu stapeln.

In Dortmund-Oberdorstfeld landete infolge des Sturms ein Ast nur wenige Zentimeter von einem geparkten Auto entfernt.
In Dortmund-Oberdorstfeld landete infolge des Sturms ein Ast nur wenige Zentimeter von einem geparkten Auto entfernt. © privat/Brigitte Reich © privat/Brigitte Reich
Die Feuerwehr arbeitete in Dortmund-Oberdorstfeld daran, den Baum zügig von der Straße zu schaffen.
Die Feuerwehr arbeitete in Dortmund-Oberdorstfeld daran, den Baum zügig von der Straße zu schaffen. © privat/Brigitte Reich © privat/Brigitte Reich

Stromausfall im Dortmunder Westen

Alarmiert wurde die Feuerwehr auch wegen eines Stromausfalls im Dortmunder Westen. Betroffen waren die Stadtteile Kirchlinde und Marten. Ab 4.40 Uhr gab es hier in rund 2100 Haushalten keinen Strom mehr.

Donetz habe die Versorgung gegen 6 Uhr wieder für alle Haushalte hergestellt. Donetz-Sprecherin Gabi Dobovisek betonte auf Nachfrage, dass die Ursache hier aber nicht der Sturm gewesen sei. „Die Leitungen sind unterirdisch verlegt.“ Mit Blick auf das Sturmtief sei es aber sehr ruhig im Dortmunder Versorgungsnetz geblieben.

Deutsche Bahn hat Fernverkehr eingestellt

Zu Ausfällen und Verspätungen kam es auch im Netz der Deutschen Bahn. Beispielsweise war die Strecke der S1 zwischen Dortmund-Kley und Bochum-Hauptbahnhof zeitweise gesperrt, weil ein Baum auf den Gleisen gelegen hatte. Auch für die Strecke S4 musste Ersatzverkehr geplant werden.

Die Probleme im Bahnverkehr setzten sich im Laufe des Vormittags weiter fort. Gegen 11.30 Uhr hat die Deutsche Bahn schließlich den Fernverkehr in NRW wegen Sturmschäden vollständig eingestellt. Am Dortmunder Hauptbahnhof kam es entsprechend zu zahlreichen Zugausfällen. Nach rund zwei Stunden folgte die gute Nachricht für alle gestrandeten Reisenden: Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr in NRW wieder aufgenommen. Trotzdem gab es in der Folge Zugausfälle und Verspätungen.

Der Zoo hatte am Donnerstag aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet. Der Westfalenpark, der Botanische Garten Rombergpark und der Fredenbaumpark hingegen schon. Allerdings hat die Dortmunder Stadtverwaltung allen Bürgern und Bürgerinnen geraten, eventuell geplante Besuche der Wälder und Parkanlagen auf einen anderen Tag zu verschieben – wenn sich Sturmtief „Ignatz“ gelegt hat.

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