Sturmtief legt Grundstein für Gemüsegarten

rnGartenserie „Querbeet“

Vor drei Jahren war Sonja Morisse (52) quasi nicht im Garten anzutreffen. Inzwischen hat sich das geändert – und zwar radikal. Dabei fing sie ganz klein an.

von Alexandra Wachelau

Wellinghofen

, 03.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Projekt „Querbeet“ fing alles an. Damit ist allerdings nicht die Garten-Serie in den Ruhr Nachrichten gemeint, sondern die Hochbeet-Aktion von Vereinen aus Hörde: „Ich habe eins davon in der Hörder City gesehen und fand die Idee super“, sagt Sonja Morisse.

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Das war Anfang 2018, kurz nachdem Sturm Friederike in Dortmund gewütet hat. Familie Morisse/Kinkelbur in Wellinghofen hatte es voll erwischt. „Es war wirklich schlimm. Zwei unserer Fichten sind umgefallen, die restlichen drei mussten später gefällt werden – ein Riesenchaos“, sagt Sonja Morisse.

Garten-Bibel und drei Hochbeete waren der Anfang

Auf einmal gab es im Garten des Ehepaares sehr viel Licht und Platz. Und Sonja Morisse, die sich nie fürs Gärtnern, für Gemüse oder fürs Kochen besonders begeistern konnte, begann, ein Buch zu lesen: „Der Biogarten“ von Marie-Luise Kreuter.

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Gemüsegarten in Wellinghofen

Sonja Morisse hatte weder mit Gemüse, mit Kochen oder mit Gärten viel am Hut. Das hat sich radikal geändert. Inzwischen ist der Garten das Zentrum im Leben des Ehepaares Morisse.
03.08.2020
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Im hinteren Teil des Gartens ist nicht mehr viel essbar, dafür ist hier ein Bienen-Paradies.© Alexandra Wachelau
Eine Sitzecke aus den alten Fichten, die durch Sturm Friederike gefällt werden mussten. Der Kamin wird an Sommerabenden gerne genutzt. © Alexandra Wachelau
Thomas Kinkelbur und Sonja Morisse (58 und 52) haben erst vor zwei Jahren ihre Liebe zum Gärtnern entdeckt. Doch die Ergebnisse können sich sehen lassen. © Alexandra Wachelau
Auf die Kürbisernte freut sich Sonja Morisse dieses Jahr besonders. Die Pflanze rankt schon fast durch den halben Garten.© Alexandra Wachelau
Auch Grünkohl erntet das Ehepaar gerne. Dieser wird im Eintopf, im Salat oder zu Chips verarbeitet.© Alexandra Wachelau
Thomas Kinkelbur ist der Mann fürs Grobe im Garten: Neben den Hochbeeten hat er die Überdachung für die Tomatenpflanzen gebaut. In Zukunft soll hier wieder ein Gewächshaus stehen. Das alte Fundament der Vorbesitzer ist hier noch sichtbar.© Alexandra Wachelau
Sogar Vogelkunde hat sich als Hobby ins Leben von Sonja Morisse geschlichen – auch hier war ein geschenktes Buch der Ausschlaggeber.© Alexandra Wachelau
Auch die Katzen von Sonja Morisse fühlen sich im Garten pudelwohl.© Alexandra Wachelau
Die Himbeeren waren ein Geschenk und werden fleißig eingefroren.© Alexandra Wachelau
Für die Bestäubung der Obstbäume hat sich das Ehepaar sogar Mauerbienen bestellt. © Alexandra Wachelau
Mit diesen drei Hochbeeten fing 2018 alles an. © Alexandra Wachelau
Vom Bau der Garage ist einiges an Erde liegen geblieben. Auch hieraus ist ein Hochbeet entstanden. Hier sind nun Gartenzwerge und ein kleiner Kräutergarten zuhause.© Alexandra Wachelau
Auf einer alten Baumscheibe wurde ein Vogelschwarm angesiedelt. © Alexandra Wachelau

Eigentlich ein stiefmütterlich behandeltes Weihnachtsgeschenk von einem Schwager. Doch mit der Veränderung im Garten veränderten sich auch ihre Ansichten über die Natur. Das Buch wurde zu ihrer Bibel. Viele weitere Lektüren zum Thema Nutzgärten folgten.

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Inzwischen ist der große Garten von Sonja Morisse und Thomas Kinkelbur ein Gemüsegarten, der sich sehen lassen kann. Den Anfang machten drei Hochbeete, wie es Morisse vor einer Buchhandlung in Hörde gesehen hatte. Thomas Kinkelbur ist Ingenieur und baute für seine Frau drei Beete professionell zusammen.

Auch Vogelhäuschen und Insketenhotels sind in den letzten drei Jahren in den Garten der Morisses eingezogen.

Auch Vogelhäuschen und Insketenhotels sind in den letzten drei Jahren in den Garten des Ehepaares eingezogen. © Alexandra Wachelau

Sie war begeistert. „Es ist ein super Gefühl, eigenes Gemüse zu ernten. Es schmeckt auch viel besser“, sagt die 52-Jährige. 2019 folgten die nächsten drei Hochbeete, ein Garten voller Kohl und Tomatenzuchtstationen. 2020 musste sich das Ehepaar eine Tiefkühltruhe für Obst und Gemüse anschaffen.

Garten übernimmt viele Bereiche im Leben des Ehepaares

Inzwischen „patrouilliert“ Sonja Morisse jeden Tag um sieben Uhr durch ihrem Garten – und liebt es. „Unsere Freunde dachten am Anfang, wir seien verrückt geworden“, sagt sie und lacht. Nun wird sie bei Gartenbelangen um Rat gefragt – „dabei bin ich doch noch Anfängerin“, sagt Morisse. Auch Stecklinge verteilte das Ehepaar in ganz Dortmund.

Vom Bau der Garage ist die Muttererde für ein Kräuter-Hochbeet entstanden.

Vom Bau der Garage ist die Muttererde für ein Kräuter-Hochbeet entstanden. © Alexandra Wachelau

Der Garten beherrscht nun fast alle Bereiche im Leben von Thomas Kinkelbur und Sonja Morisse. Wo vor vier Jahren noch höchstens Rasen gemäht wurde, ist ein Paradies entstanden. „Wir sind schon mit Glück bepudert“, sagt Sonja Morisse.

Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie sei der Garten ihr Lieblingsort gewesen. In Zukunft experimentiert das Ehepaar mit selbst angebauten Speisepilzen, mit selbstgebauten Gewächshäusern und im Internet gekauften Mauerbienen. „Ich achte jetzt ganz anders auf die Natur“, sagt Morisse. Inzwischen isst sie jede Gemüsesorte – vor allem aus dem eigenen Garten.

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