„Südtribüne“ soll über ehemaligem Befehlsbunker schweben

rnGeplanter Wohnkomplex

Das Bauprojekt „Südtribüne“ an der Ruhrallee setzt auf ein festes Fundament. Der Wohnkomplex entsteht auf der sechs Meter dicken Decke eines Tiefbunkers aus dem Zweiten Weltkrieg.

Saarlandstraßenviertel

, 16.01.2019, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach langem Stillstand geht das unter dem Namen „Südtribüne“ gestartete Bauprojekt an der Ruhrallee nun ganz offensichtlich voran. Das Gelände wurde von wucherndem Grün befreit und einige kleinere Bauten auf der Rückseite zur Leipziger Straße abgebrochen. „Wir haben mit ersten bauvorbereitende Arbeiten begonnen“, bestätigt Bernd Bolius vom Investor, der CG-Gruppe Berlin. „Im Rahmen der vorbereitenden Maßnahmen wurden einige an den Bunker angebaute Garagen und Schuppen abgebrochen sowie in Teilen eine erforderliche Sanierung der Bunkerwand durchgeführt.“

Die Integration des über 60 Jahre alten ehemaligen Befehlsbunkers ist die besondere Herausforderung für die Projektentwickler, die CG-Gruppe aus Berlin. Bis Anfang der 1990er-Jahre diente die unterirdische Anlage als „Befehlsstelle für den Krisenstab der Stadt Dortmund“.

Bunkerdecke ragt drei Meter hoch auf

Nun soll darüber für knapp 16 Millionen Euro ein Komplex mit 65 Wohnungen entstehen. Der Vorbesitzer des Bunkers wollte auf der drei Meter über Straßenniveau liegenden Bunkerdecke steil – wie die Südtribüne im nahe gelegenen Stadion – ansteigende Terrassenhäuser errichten. Das gab dem Projekt den spektakulären Namen „Südtribüne“. Aus den Plänen wurde nichts, 2014 übernahm die CG-Gruppe den Bunker und entwickelte ein neues Bebauungskonzept.

„Die größte Planungsherausforderung war es, das sichtbare Parterre des in die Erde gebauten Bunkers zu integrieren“, erklärte CG-Vorstand Jürgen Kutz. Das Aachener Architekturbüro Kadawittfeldarchitektur habe dafür eine Lösung entwickelt. Der Entwurf habe sie „nicht nur überzeugt, sondern begeistert“. Das Gebäude „schwebt“ auf drei Beinen über der sechs Meter starken Bunkerdecke, die als Parkdeck in das Gebäude integriert wird.

„Südtribüne“ soll über ehemaligem Befehlsbunker schweben

Drei Meter hoch ragen die Bunkerdecken über das Erdreich © Susanne Riese

65 Wohnungen und Gewerbeeinheiten

In der aktuellen Planung stellt der Baukörper visuell eine Balance zu dem massiven, fast drei Meter oberirdisch sichtbaren Betonfundament her. Das Plateau, das von der Bunkerdecke gebildet wird, dient als halboffenes Parkdeck mit 50 Pkw-Stellplätzen. Nach seiner Fertigstellung wird der Wohnkomplex auf über 4.400 Quadratmetern insgesamt 65 Wohnungen mit ein bis vier Zimmern anbieten.

„Großzügige Fensterflächen und die Ausrichtung des vier- bis sechsgeschossigen Ensembles lassen viel Tageslicht in die Wohnungen und den Innenhof“, verspricht Bernd Bolius. An der Ruhrallee ist zudem eine kleine Gewerbeeinheit vorgesehen.

Der Hauseingang befindet sich an der Leipziger Straße.

Weitere zeitliche Planung ist noch offen

„Die zentrumsnahen, hervorragend angebundenen Stadtwohnungen verfügen über eine hochwertige Ausstattung und flexible Grundrisse, die sich den jeweiligen Lebensumständen der Bewohner anpassen lassen. Raumoptimierung gewinnt immer mehr an Bedeutung und wird in unserem Unternehmen bereits sehr erfolgreich betrieben“, sagt Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG-Gruppe. „Bei diesem Projekt achten wir besonders auf die Nutzung von regenerativen Energien. Solarthermie gehört hierbei zur Grundausstattung – zusätzlich wird aber auch der Bunker als mögliches Speichermedium für regenerative Energien in Betracht gezogen. Ob und in welchem Umfang dies mit in das Energiekonzept aufgenommen werden kann, wird derzeit geprüft“, so Gröner.

Was die weitere zeitliche Planung betrifft, wollte sich Bernd Bolius noch nicht festlegen. Zu der Frage teilt die CG-Gruppe lediglich mit. „Nach der Bindung ausführender Unternehmen werden die Bauarbeiten gestartet.“ Der weitere Zeitverlauf des Projektes schließt sich daran an.

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