Unsere Autorin Maren Carle hat die Ehrlich Brothers interviewt. Andreas Ehrlich (l.) und Chris Ehrlich haben ihr auch verraten, worauf sich die Dortmunder bei der Show am 4. und 5.12. in der Westfalenhalle besonders freuen können. © Andreas Sucker/Ehrlich Entertainment
Interview

Süßigkeiten-Kanone und fliegender Lamborghini: Was die Ehrlich Brothers für Dortmund versprechen

Am 4. und 5.12 wollen die Ehrlich Brothers das Dortmunder Publikum in der Westfalenhalle verzaubern. Wir haben vorab mit ihnen gesprochen – über die Highlights der Show, Corona und den BVB.

Am 4.12. kommt ihr in die Westfalenhalle nach Dortmund. Worauf freut ihr euch in Dortmund besonders?

Chris Ehrlich: Die Show ist ja schon zweimal verschoben worden, erst wegen des Sturms, dann wegen Corona. Jetzt findet sie endlich statt! „Dream & Fly“ – wir haben während Corona weiter an der Show gearbeitet, sie noch spektakulärer gemacht, von daher erleben die Dortmunder die beste „Dream & Fly“-Show ever!

Das klingt super. Auf welchen Trick freut ihr euch selbst besonders, habt ihr einen, den ihr am liebsten aufführt?

Andreas Ehrlich: Ich liebe es, wenn wir das größte Süßigkeitenglas der Welt erscheinen lassen und ich die verpackten Süßigkeiten ins Publikum schieße. Das ist immer ein Highlight, besonders für die Kids!

Chris Ehrlich: Ich liebe es, wenn wir am Schluss der Show gemeinsam fliegen, das ist eine der Highlight-Illusionen – und mein persönlich schönster Moment in der Show.

Wie entwickelt ihr solche großen Illusionen wie die mit dem Lamborghini? Von der ersten Idee an bis zur fertigen Illusion, wie lange dauert das Ganze?

Andreas Ehrlich: Ich entwickle alles und mein Bruder macht die magische Geste (lacht). Nein, jetzt ernsthaft, bei so großen Nummern sind wir zwei, drei, manchmal sogar vier Jahre in der Entwicklung, bis wir von der ersten Idee einen Prototypen fertig haben, den wir in einer Show präsentieren können. Nach den ersten Aufführungen werten wir die Publikumsreaktionen aus, um zu sehen: Wo brauchen wir mehr Pyrotechnik, wo muss das Licht anders gesetzt werden, etc.? An solchen Feinheiten arbeiten wir ständig und so dauert es mitunter ein paar Monate, manchmal auch Jahre, bis wir sagen können: So bleibt es! Wir versuchen, jeden Trick zu einer Illusion zu machen. Das bedeutet für uns, nicht nur das Gehirn anzusprechen, sondern sämtliche Sinne und die Herzen der Zuschauer zu erreichen. Die Zuschauer tauchen in eine zweistündige Show ein, in der sie gar nicht merken, wie schnell die Zeit vergeht. Wenn sie dann staunen, wie sie es vielleicht zuletzt als Kind gemacht haben, haben wir unser Ziel erreicht. So betrachten wir jede einzelne Illusion immer im Kontext der gesamten Show.

Wie seid ihr damals mit der Zauberei gestartet, wie fing das Ganze an?

Andreas Ehrlich: Im Alter von acht, neun Jahren, habe ich zu Weihnachten meinen ersten Zauberkasten geschenkt bekommen. Das hat mich einfach nicht mehr losgelassen, weil es so faszinierend ist, dass du Menschen, egal welchen Alters, verzaubern und beeindrucken kannst. Ich war damals sehr schüchtern und das war für mich einfach ein tolles Hobby, weil ich da in eine Rolle schlüpfen konnte, in der ich immer sehr selbstbewusst aufgetreten bin. Ich habe die Requisiten mit Papa zusammen gebastelt, Mama hat Sachen geschneidert. Zaubern ist ein sehr kreatives Hobby! Deshalb mein Tipp an alle Eltern und Kids: Ein Zauberkasten ist wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk, weil es die Kreativität fördert.
Mein Bruder wollte lange nichts mit meinem Hobby zu tun haben. Ich war der erfolgreiche Zauberer und ihm wurde immer gesagt, er solle doch auch mal anfangen und einen Trick zeigen. Das hat ihn ziemlich genervt. Erst später, als er ein halbes Jahr in Frankreich war, entschloss er sich, es mit dem Zaubern zu probieren … aber das kannst du auch selber erzählen. Sag mal Bruder, wie war es denn in Frankreich?

Chris Ehrlich: Ja, Frankreich war so ne Initialzündung. Ich war auf einem Schüleraustausch und konnte noch nicht so gut Französisch sprechen. Ich fand heraus, dass man mit Zaubertricks erfreulicher Weise leicht ins Gespräch kommt und sich gut austauschen kann, auch wenn man die Sprache des anderen nicht perfekt beherrscht. Ich war auf dem Schulhof auf einmal integriert und nicht mehr der Außenseiter – und mit den französischen Mädels hat es dann auch gefunkt (lacht).

Das ist natürlich ein guter Anreiz. Wann habt ihr dann gemerkt, dass das Ganze für euch mehr werden könnte als nur ein Hobby?

Andreas Ehrlich: Das sollte eigentlich immer nur ein Hobby bleiben. Ich habe vier Semester auf Lehramt studiert, mein Bruder hat eine Ausbildung zum Pyrotechniker gemacht und sich auch an der Universität eingeschrieben. Aber dann wurde es mit der Zauberkunst immer mehr. Die Auftritte häuften sich: Hochzeiten, Firmenfeste, runde Geburtstagen etc. Irgendwann hatten wir einen gemeinsamen Auftritt vor einem internationalen Publikum, bei dem wir unsere Tricks auf Deutsch, Englisch und Französisch präsentieren mussten. Dabei merkten wir, wie viel Spaß es macht, sich gemeinsam darauf vorzubereiten und sich nach der Show auszutauschen. Das kannten wir vorher beide nicht. Der Gedanke, davon zu leben, kam von meinem Bruder, der vier Jahre jünger, unerfahrener und etwas naiver war (lacht). Er meinte: „Komm ein Jahr lang probieren wir‘s, wenn es dann nicht funktioniert, kann jeder wieder etwas anderes machen.“ Kurze Zeit später war dann klar: Es gibt kein Zurück mehr. Es macht so viel Spaß, wir nehmen unser Leben selber in die Hand und leben unseren Traum!

Ganz offensichtlich hat das Ganze funktioniert, am 4. und 5. Dezember kommt ihr in die Westfalenhalle nach Dortmund. Wie ihr zu Anfang ja schon gesagt habt, wurde die Show in Dortmund bereits öfter verschoben, erst wegen des Sturms, dann kam Corona. Jetzt sind die Zahlen wieder sehr hoch, glaubt ihr, dass die Show dieses Mal trotzdem stattfinden wird?

Chris Ehrlich: Wir haben mit unseren Shows in den letzten Wochen vor fast 200.000 Menschen gespielt. Wir und die gesamte Crew sind geimpft und testen uns jeden Tag. Die Arenen treffen alle erforderlichen Maßnahmen für einen sicheren Ablauf. Alle vor und hinter der Bühne halten sich an die Hygieneregeln. Das funktioniert wirklich alles sehr gut. Es gibt bisher keine einzige negative Rückmeldung. Wir können aus voller Überzeugung feststellen: Bei einer Ehrlich-Brothers-Show läuft alles geordnet ab und die Menschen freuen sich einfach unglaublich, endlich wieder rauszukommen und ein Stück weit ihr normales Leben zurück zu haben und ein bisschen träumen zu dürfen.

Andreas Ehrlich: Die Hallenbetreiber und Veranstalter haben unfassbar viel Zeit und Geld in Hygienekonzepte investiert, damit alles nach dem heutigen Standard durchgeführt werden kann. Die Leute sind so dankbar, dass das überhaupt möglich ist. Wir hatten die ersten 2G und 2G+ Veranstaltungen und es war überall eine super Stimmung, alle sind total verzaubert nach Hause gegangen. Insofern glauben wir auf jeden Fall, dass es stattfinden wird. An uns wird es definitiv nicht scheitern!


Noch eine letzte Frage: Seid ihr BVB-Fans?

Andreas Ehrlich: Er hier (zeigt auf Chris Ehrlich). Ich konnte in meiner Jugend nicht so viel mit Fußball anfangen. Als Chris noch nicht gezaubert hat und mehr Zeit hatte, lief er mit einem schwarz-gelben Schal rum, schon in der Grundschule!

Über die Autorin
Redakteurin
Aus einer beschaulichen Stadt in der Nähe von Bielefeld ins lebendige Dortmund gekommen. Super neugierig und kann besser mit Wörtern Bilder malen als mit dem Pinsel. Hat darum Journalismus und Moderation studiert. Sport- und musikbegeistert.
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