Syburg statt Kreta - Campingplatz-Besitzer sieht sich als Corona-Gewinner

rnUrlaub in Corona-Zeiten

Für Heiko Weitkamp war die Corona-Krise bisher ganz gut fürs Geschäft. Der Dortmunder Campingplatz-Betreiber ist zufrieden mit der Saison - im Gegensatz zu vielen anderen aus dem Gastgewerbe.

von Antonia Telgmann

Dortmund

, 20.10.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Urlaub in Deutschland steht in Zeiten von Corona hoch im Kurs. Heiko Weitkamp, Chef des Campingplatzes Hohensyburg, blickt zufrieden auf die Saison 2020. Viele würden derzeit gerne draußen Urlaub machen. Die frische Luft und das niedrigere Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus locken die Menschen nach draußen. Viele Gäste kommen zum Campingplatz Hohensyburg aus der näheren Umgebung.

Auch in den Herbstferien seien einige Gäste angereist. „Seit Mitte Juni waren wir gut besucht!“, sagt Weitkamp. Mit dem Herbst endet nun die Saison. Er bietet Wohnwägen und Wohnfässer an, die letzteren sind seit Sonntag in der Winterpause.

Frische Luft gegen das Ansteckungsrisiko

Marco Bauer ist einer der Herbstferien-Gäste an der Hohensyburg. Mit seiner Freundin und Stieftochter ist er zum ersten Mal hier. Den Wohnwagen haben sie sich aber schon kurz vor dem Corona-Ausbruch gekauft. Sie wären auch ohne Corona nach Dortmund gefahren. Der Schleswig-Hollsteiner ist mit seiner Familie auf Opa-Besuch.

Urlaub haben sie dieses Jahr trotz Corona schon im Sommer gemacht. Wenn auch nicht im geplanten Land Italien.

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Ein weiterer Campingplatzbewohner erklärt an der Rezeption, er fahre jetzt nur übers Wochenende hierher, auch unabhängig von Corona. Die frische Luft sei der große Vorteil vom Campingplatz in Corona-Zeiten. „Für mich würde eine Reise in Großstädte nicht in Frage kommen!“, sagt der Camper aus Hagen.

Campen statt Kreta

„Ich bin öfter hier!“ sagt der gebürtige Dortmunder Erik. Nun wohne er nicht mehr direkt in Dortmund. Er kommt gerne an den Campingplatz, um alte Freunde zu treffen und um Mountain-Bike zu fahren. Der Urlaub auf dem Campingplatz sei unabhängig von Corona, aber vermutlich wäre er nicht zu dieser Zeit hier.

„Eigentlich ist es ein normaler Urlaubsort für mich, der Campingplatz. Ich fahre hier oft hin, aber zu dieser Zeit, da spielt die Corona Lage schon mit hinein. Normalerweise sind wir in den Herbstferien immer auf Kreta!“

Campingplatz fordert Hygienepauschale für Mehraufwand

Heiko Weitkampf hat Hygienebedingungen eingeführt. Alles würde immer wieder desinfiziert werden. Eine Maske ist in geschlossenen Räumen Pflicht. Weitkampf erklärt, dass auch Lüften sein muss.

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Seit dem Ausbruch des Coronavirus verlangt der Campingplatz-Betreiber eine Hygienepauschale von seinen Gästen, 1 Euro für den Mehraufwand der Sauberkeit. Die meisten haben auf die Mehrkosten jedoch gut reagiert. „Es gab vielleicht nur ein, zwei Beschwerden“, sagt Weitkamp.

Auf den Toiletten begegnen Camper dem Schild für Hygiene-Tipps. Würde es einen Corona-Ausbruch auf dem Campingplatz geben, wäre das der „Super-Gau“, laut der Formulierung des blauen Schildes.

Zuversichtlich für die nächste Saison

Im nächsten Jahr rechnet Weitkamp mit einer genauso guten Saison wie im Corona-Jahr 2020. „Wir sind in dieser Zeit noch auf der Gewinnerseite“, sagt dieser.

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Die Corona-Zahlen steigen derzeit rasant. Manche Bundesländer reagieren mit Beherbergungsverboten auf die zweite Corona-Welle. In NRW sieht man derzeit noch vom Beherbergungsverbot ab. Es könnte auch das Campen verändern.

Beherbergungsverbot sollte kein „Wirr-Warr“ werden

„Sollte es so kommen, soll man das bundeseinheitlich regeln“, erklärt Weitkamp. „Wenn ab der Ländergrenze was anderes gilt. Dann kommt es schnell zu einem einzigen Wirr-Warr!“

Weitkamps selbst betrifft diese Frage fürs Erste nicht mehr. Seine Saison ist fast vorbei.

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