Tannenstraße in Hombruch ist seit einem Jahr eine Sackgasse

rnWegen Neubau

Seit einem Jahr wohnt Hans-Walter Fischer in einer Sackgasse. Dabei ist die Tannenstraße eigentlich keine. Und noch immer ist der Neubau, der hier entsteht, ein Rohbau.

Hombruch

, 23.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 35 Jahren wohnt Hans-Walter Fischer mit seiner Frau in der Tannenstraße im Herzen Hombruchs. Und seit einem Jahr wohnt er in einer Sackgasse. Dabei ist die Tannenstraße das eigentlich gar nicht. Der Grund: Seit Mai 2019 wird an der Ecke zur Kuntzestraße ein Haus gebaut – und seitdem ist die Straße dort abgesperrt. Und noch immer ist der Neubau ein Rohbau.

Fischer hat keine Probleme damit, dass es – wenn ein Haus gebaut wird – eine Baustelle gibt. Aber dass die Straße so lange einfach dicht sei? Mit Folgen für die Anlieger, die seitdem alle „um den Block fahren“ müssten, um raus zu kommen?

Es gebe Tage, da sehe er keinen Arbeiter auf der Baustelle, sagt Fischer. Und ein Bauschild, wer da was baut, sehe er schon mal gar nicht.

Schreiben an die Stadtverwaltung

Der 71-Jährige hat sich zwischenzeitlich an die Stadt Dortmund gewandt, und auch Antwort bekommen. Aber das sei eine, die ihn nicht so richtig zufrieden stellt: „Zeitnah“, so habe man ihm mitgeteilt, werde „die Sperrung der Tannenstraße zurückgebaut.“

Hier an der Einmündung zur Kuntzestraße ist seit einem Jahr alles dicht. Zu Pfingsten soll sich das ändern.

Hier an der Einmündung zur Kuntzestraße ist seit einem Jahr alles dicht. Zu Pfingsten soll sich das ändern. © Britta Linnhoff

„Zeitnah“, das ist ein dehnbarer Begriff. Und Hans-Walter Fischer wundert sich: So eine Straße einfach so sperren zu dürfen, das koste doch auch, wundert er sich darüber, dass hier offenbar niemand irgendeinen Zeitdruck verspürt.

Für die Sperrung der Straße werden Gebühren fällig

Auf Anfrage unserer Redaktion teilt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl mit, dass die Vollsperrung der Tannenstraße voraussichtlich zum Pfingstwochenende (30. Mai bis 1. Juni) aufgehoben werde.

Jetzt lesen

Uehlendahl bestätigt Fischers Vermutung: „Straßensperrungen für Baumaßnahmen bedürfen einer verkehrsrechtlichen Anordnung, die bei der Straßenverkehrsbehörde beantragt werden muss und natürlich gebührenpflichtig ist.“ Die Gebühren seinen nach Umfang und Dauer der Baumaßnahmen gestaffelt.

Jetzt lesen

Dort, wo laut Fischer früher ein Stück weiter hinten ein Einfamilienhaus stand, entsteht nun ein Mehrfamilienhaus. Das alte Gebäude wurde abgerissen. Mit dem Bau beauftragt ist das Architekturbüro Deterding in Unna. Dort war in den letzten Tagen keine Auskunft zu dem Bauprojekt zu bekommen.

Den Anliegern der Tannenstraße sei der Neubau im Grunde egal. Für sie ist einfach nur wichtig, dass sie nicht noch lange weiter „um den Pudding“ fahren müssen, wie es Hans-Walter Fischer formuliert.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt