Tante erwürgt: Täter muss unbefristet in die Psychiatrie

Landgericht Dortmund

"Bitte schicken Sie einen Wagen. Hier liegt eine tote Frau." Mit diesen Worten meldete sich am 12. Oktober 2016 ein Anrufer bei der Polizei. Kurz darauf gab er zu, seine Tante in dem gemeinsamen Haus in Nette erwürgt zu haben. Am Donnerstag wurde der psychisch kranke Mann vom Landgericht auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

NETTE

16.03.2017, 14:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
In diesem Haus wurde die Frau tot aufgefunden.

In diesem Haus wurde die Frau tot aufgefunden.

Die Tante hatte keine Chance, den plötzlichen Angriff ihres Neffen abzuwehren. Der 40-Jährige überwältigte sie und setzte sich mit seinem vollen Gewicht auf ihren Oberkörper. Dann legte er beide Hände um ihren Hals und drückte zu. Die Rentnerin kämpfte mehrere Minuten lang um ihr Leben. Vergeblich. Sie starb mit 69 Jahren.

"Er hörte Stimmen im Kopf"

Der Beschuldigte leidet schon seit vielen Jahren an einer schweren psychischen Erkrankung. Psychiater Harald Hippler aus Essen ist davon überzeugt, dass sich der Mann zur Tatzeit in einem psychotischen Zustand befand und deshalb als schuldunfähig eingestuft werden muss. „Er hörte Stimmen im Kopf, die ihm Befehle gaben“, sagte der Gutachter.

Schicksalsschlag 

Warum sich die Krankheit damals so plötzlich massiv verschlechtert hat, ist nicht ganz klar. Möglicherweise hat das mit einem Schicksalsschlag im Leben des Beschuldigten zu tun. Nur wenige Tage vor dem 12. Oktober war sein Vater völlig überraschend verstorben. „Das hat ihn ziemlich aus der Bahn geworfen“, sagte der Betreuer des Beschuldigten den Richtern.

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