Tanz der Fäuste

Aplerbeck Je elf kräftige Männer stehen sich auf zwei Seiten des Boxrings gegenüber und mustern sich finster. Doch dann läuft alles in geordneten Bahnen.

01.07.2007, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

In insgesamt 11 Kämpfen mit je vier Runden à zwei Minuten zeigen die Boxer des BSV Mengede und des 1. FC Nürnberg den mindestens 1500 Zuschauern ihren Sport hautnah. Udo Finke, der Manager des Mengeder Vereins, erklärt: «Die Fäuste müssen ungehindert Kopf und Brust treffen. Das sind Punkte, die werden von den Punktrichtern addiert.» Schon nach der ersten Runde sind beide Kontrahenten trotz offensichtlicher Fitness schweißnass. «Tanzen Sie mal zwei Minuten lang!», lächelt Finke. Der 70jährige ist dem Boxsport schon als Kind verfallen. Sein Vater gewann in den zwanziger Jahren verschiedene Meistertitel.

Nachwuchssorgen hat der Verein nicht. Kinder dürfen ab 6 Jahren trainieren und ab vollendetem 10. Lebensjahr kämpfen. Der Trainingsaufwand ist hoch, aber «wir lassen keinen in den Ring, der nicht fertig ist!», sagt Finke. Auch bei diesem einzigartigen Programmpunkt der Festwoche rund um das Aplerbecker Amtshaus ist das Publikum gemischt. Lauthals werden die Verläufe der einzelnen Kämpfe diskutiert.

Nummerngirls

Mit anerkennenden Pfiffen werden die Nummerngirls bedacht - doch Vorsicht, denn Katharina Morozova und Svetlana Rohde sind nicht nur «Hingucker» - beide trainieren in der Damenabteilung des Boxvereins. «Wir beide haben schon viele Sportarten ausprobiert. Svetlana ist amtierende Vizemeisterin im Bodybuilding. Wir suchten eine neue Herausforderung. Unser Trainer Dimitri Kirnos hat Potenzial in uns gesehen», sagt Katharina (25), die gerade ihr Diplom als Betriebswirtin gemacht hat.

Im Herbst wollen beide Frauen auch Wettkämpfe bestreiten.

Am Ende gewinnt der Mengeder Verein mit 12 zu 10 Punkten das Boxduell. Gewonnen hat aber wohl auch das Ansehen eines Sports, den die meisten Zuschauer bislang nur aus dem Fernsehen kannten - Festkomitee sei Dank. bib

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