Tarif-Demo wird zu Protest für Burger-King-Filialen

In der City

Rund 50 Mitarbeiter von Burger King zogen am Donnerstag mit Trillerpfeifen und Plakaten durch die City. Eigentlich sollte es um die Tarifverhandlungen in der Systemgastronomie gehen, doch im Mittelpunkt stand die aktuelle Situation bei Burger King.

DORTMUND

, 11.12.2014 / Lesedauer: 2 min

Die Beschäftigten von Burger King hatten am Abend zuvor erfahren, dass der Franchisenehmer Yi-Ko-Holding Insolvenz für die Burger King GmbH angemeldet hatte. „Ich war geschockt“, sagt Natalja Becher, die bei Burger King schon ihre Ausbildung gemacht hat. „Ich hatte gedacht, dass wieder aufgemacht wird“, so die 24-Jährige. Aber im Prinzip ging es am Donnerstag um die Tarifverhandlungen. Und da sieht die NGG die Lage so, dass die Beschäftigten die Anhebung des Lohns von 7,70 auf Mindestlohn-Niveau 8,51 Euro die Stunde nach Vorstellung der Arbeitgeber aus eigener Tasche bezahlen sollen: durch Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder bei den Zuschlägen.

„Die Mogelpackung, die uns die Arbeitgeber unterschieben wollte, lehnen wir ab. Unsere Forderungen für die Schlichtung am 16. Dezember 2014 sind klar: Einstiegslohn über dem gesetzlichen Mindestlohn, Erhöhung aller Entgeltgruppen, schnelle Angleichung der Entgelte in den ostdeutschen Bundesländern, keine Kürzungen der Leistungen im Manteltarifvertrag“, so Zayde Torun, Gewerkschaftssekretärin der NGG Region Dortmund.  Valerie Holsboer, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Systemgastronomie (BdS), sah das Anfang Dezember anders: „Der BdS hat erneut ein deutlich nachgebessertes Angebot vorgelegt. Mit diesem stehen alle Mitarbeiter deutlich besser da als vorher. Auch weiterhin wird es Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Mehrarbeitszuschlag geben, es findet eine zügige Ost-West-Angleichung statt und im Sinne der Fachkräftesicherung profitieren ganz besonders die Azubis.“

Da auch die letzte Verhandlungsrunde scheiterte, einigten sich die Parteien auf ein freiwilliges Schlichtungsverfahren, das am 16. Dezember in Berlin stattfinden soll. Schlichterin ist Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer, von 1990 bis 2006 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).    

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt