Taser schreckt mutmaßlichen Angreifer bei Nordstadt-Einsatz ab

Elektroschock-Pistole

Seit Freitag (15.1.) testet die Dortmunder Polizei in der Nordstadt Taser. Das rief Kritik hervor. An einem Einsatzbeispiel zeigt die Behörde nun die Wirkung der Elektroschock-Pistolen.

20.01.2021, 19:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Taser verschießen Drähte mit Häkchen, durch die Strom fließt, um eine Person handlungsunfähig zu machen.

Die Taser verschießen Drähte mit Häkchen, durch die Strom fließt, um eine Person handlungsunfähig zu machen. © Stephan Schütze

Seit dem 15. Januar sind bei der Dortmunder Polizei Taser im Einsatz - ausschließlich im Gebiet der Polizeiwache Nord. Das rief Kritik nicht nur der dortigen Bezirksbürgermeisterin hervor. Nun hat die Polizei eine Pressemitteilung zu einem Einsatz veröffentlicht, bei dem die Waffen den erwünschten Abschreckungseffekt erzielt haben.

Am Montagabend (18. Januar) sei es in der Alberstraße zu einer Auseinandersetzung zweier Männer mit Polizeibeamten gekommen. Die Polizisten haben laut der Pressemitteilung den Einsatz des Tasers angedroht und so die Lage beruhigt.

Blutverschmierte Wohnungstür

Ersten Erkenntnissen zufolge sollen die beiden Männer zuvor die Tür und den Eingangsbereich eines Hauses beschädigt haben. Bei Ankunft der Beamten sei neben den Schäden auch eine frische Blutspur im Treppenhaus gefunden worden, die ins 2. Obergeschoss führte. Dort sei eine ebenfalls blutverschmierte Wohnungstür leicht geöffnet gewesen.

In der verwüsteten Wohnung sei den Beamten zunächst eine verletzte Frau entgegengekommen, während im Hintergrund ein Mann aufgestanden sei und sich unmittelbar verbal aggressiv verhalten habe. Mit einer bedrohlichen Körperhaltung und unter dem mutmaßlichen Einfluss von Betäubungsmitteln sei er auf die Polizisten zugegangen.

Angeschalteter Taser führt zur Kooperation

Einer ersten Aufforderung stehenzubleiben ist der Mann laut der Pressemitteilung der Polizei nicht nachgekommen. Auch auf die verbale Drohung, Taser einzusetzen, habe zu keiner Reaktion geführt. Erst der eingeschaltete Taser mit einem sichtbaren Lichtbogen zwischen den Elektroden und dem bedrohlichen Geräusch habe den 69-Jährigen zur Kooperation gebracht.

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Ein 52-jähriger Mann, der wohl unter Alkohol gestanden habe, sei auf Ansprache ebenfalls aggressiv geworden und sei auf die Polizisten zugegangen. Auch hier habe die Androhung eines lähmenden Elektroschocks dazu geführt, dass der Mann den Anweisungen der Polizei gefolgt sei.

Potenzieller Angriff unterbunden

Die Polizei zieht aus dem Einsatz ein positives Fazit: „Ein bevorstehender tätlicher Angriff wurde unterbunden“ und „eine deeskalierende Einsatzbewältigung“ sei ermöglicht worden.

Der 52-Jährige sei wohl durch die vorherige Sachbeschädigung verletzt worden und wurde laut der Polizei in ein Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte habe es bei dem Einsatz nicht gegeben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung und Sachbeschädigung.

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