Tatort-Stadtplan zeigt alle Einbrüche in Dortmund

Einmal pro Woche

Die Zahl der Einbrüche steigt und steigt. Deutschlandweit und auch in Dortmund. Mit einem Tatort-Stadtplan will die Polizei mit ihren Botschaften näher an die Bürger rücken. Der immer montags veröffentlichte Wochenrückblick zeigt alle Einbrüche in Dortmund auf einer Karte - und zielt auf zwei Effekte ab.

DORTMUND

, 05.04.2016, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2014 zählte die Polizei in Dortmund 2762 versuchte oder vollendete Einbrüche. 2015 waren es 3357. Die Täter - meist bestens organisierte Banden - sehen für ihre skrupellosen Beutezüge ohne Rücksicht auf Verluste und Gefühle ihrer Opfer also noch viel Luft nach oben. Luft nach oben sieht die Polizei auch bei ihrer Aufklärungsquote: 

  • Von den 2762 Einbrüchen im Jahr 2014 konnte sie 327 aufklären
  • Von den 3357 Einbrüchen im Jahr 2015 konnte sie 370 aufklären

Der Tatort-Stadtplan auf der Internetseite der Polizei' type='' href='http://www.polizei.nrw.de/dortmund/artikel__13374.html soll den Bürgern verdeutlichen, dass die Einbrecher ihnen immer näher kommen. Um deutlich mehr Fälle aufklären zu können, setzt die Polizei auf eine höhere Aufmerksamkeit unter den Nachbarn und hofft auf mehr Anrufe beim Notruf 110. In erster Linie will sie die Taten aber verhindern.

Polizei arbeitet mit Täterwissen

An dieser Stelle kommt ein Kommissariat mit der sperrigen Abkürzung KKKPO ins Spiel - das Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz im Polizeipräsidium an der Markgrafenstraße 102 setzt Berater mit Täterwissen ein. Die Kriminalbeamten informieren Bürger präzise über den wichtigen mechanischen Schutz vor Einbrechern. Sie sind keine Theoretiker, sondern Praktiker, die selbst noch an Tatorten arbeiten. Sie informieren nicht über die günstigsten Preise, sondern über den individuell besten Schutz.

Das Wettrüsten hat begonnen

Das Wettrüsten zwischen den Tätern und potenziellen Opfern hat längst begonnen. Die Industrie stellt Türen, Fenster, Nachrüst-Sets und Schloss-Systeme her, die den unter großem Zeitdruck arbeitenden Tätern hohe Widerstände entgegen setzen. Vom Landeskriminalamt empfohlene Dortmunder Handwerker' type='' href='https://www.polizei.nrw.de/artikel__2614.html blicken inzwischen in gut gefüllte Auftragsbücher. Wer nicht mitrüstet, hat das Nachsehen, wie die Zahlen belegen. Zwar steigt die Zahl der erfolgreichen Einbrüche. Aber auch die Zahl der abgebrochenen Versuche.

Einbrecher sitzen am längeren Hebel, wenn Fenster nicht richtig gesichert sind: Kriminalhauptkommissar Raimund Dupke demonstriert die Arbeitsweise der Täter (Foto: Peter Bandermann / Archiv).

 

Beispiel: Ein altes Fenster mit "Rollenbolzen"-Verriegelung hebelt ein Profi in 20 Sekunden auf. An einem nach dem Sicherheitsstandard RC2 abgesichertes Fenster mit Pilzkopfverriegelung (RC = Resistance Class) hält ihn deutlich länger auf. Selbst mit massivem Hebelwerkzeug dauert das öffnen dann 15 Minuten - der Einbrecher will den Tatort aber nach 3 bis 5 Minuten wieder verlassen.

Mehrfamilienhäuser in der Innenstadt sind das Lieblingsziel

Zurück zum Einbruchs-Radar der Polizei. Die blauen Markierungen visualisieren im Wochenrückblick die Tatorte. Die erste von der Dortmunder Polizei veröffentlichte Tatort-Karte spiegelt einen Trend, der in die Innenstadt-Quartiere führt. Einbrecher arbeiten sich in den Mehrfamilienhäusern von Etage zu Etage vor, um Wohnungstüren aufzuhebeln.

Es wäre ein falscher Schluss, die Übersicht aus der 13. Kalenderwoche zum Maßstab zu erheben. Denn die Außenbezirke bleiben nicht verschont. Wer eine genaue Übersicht erhalten will, muss den immer montags online veröffentlichten Plan regelmäßig aufrufen - und wird erkennen: Einbrecher sind in allen Stadtbezirken unterwegs.

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