Tausende Häuser vom Verfall bedroht

DORTMUND 2000 bis 2500 mehrgeschossige Gebäude, so schätzt der Baugewerbeverband, müssten in der Westfalen-Metropole dringend erneuert werden. Das Problem: Für viele Besitzer lohne sich so eine Investition nicht. Denn die Wohnungen in solchen Häusern seien nur noch schwer zu vermieten. Was tun?

von Von Achim Roggendorf

, 05.07.2008, 10:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das sieht nicht gut aus. So schlimm wie bei diesem Fachwerkhaus ist es noch nicht mit den meisten Dortmunder Häusern.

Das sieht nicht gut aus. So schlimm wie bei diesem Fachwerkhaus ist es noch nicht mit den meisten Dortmunder Häusern.

„Sie entsprechen einfach nicht mehr den Ansprüchen“, erläutert Walter Derwald, Präsident der Bauverbände Westfalen. Oft kriege man den Schallschutz nicht in den Griff; auch die Energiebilanz stimme nicht.

Derwald fürchtet deshalb, dass für die bisher unsaniert gebliebenen Häuser kein Geld mehr locker gemacht wird. „Jedes Sanierungsvorhaben wird heute zum Risiko.“ Über Mieterhöhungen könnten solche Ausgaben nicht mehr finanziert werden. Schließlich müssten die Mieter auch jeden Euro zweimal umdrehen. So blieben in den weniger attraktiven Stadtteilen die Häuser mittlerweile vielmals unsaniert.

Auf die lange Bank

Dass Immobilienbesitzer tatsächlich Renovierungen oder Modernisierungsmaßnahmen häufig auf die lange Bank schieben, belegt auch eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau. Danach gibt es in Deutschland derzeit mehr als 600 000 mehrgeschossige Wohngebäude, in denen beispielsweise ein Aufzug fehlt.

Damit die Besitzer solcher Häuser wieder Geld in die Hand nehmen, sollten sie vom Gesetzgeber gefördert werden, schlägt der Verband vor. „Das müssen keine Subventionen sein“, so Derwald. Vielmehr denke man an die „Verbesserung steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten“. Derwald denkt dabei auch an seine Verbandsmitglieder, die auf einen Beschäftigungs-Impuls hoffen. Denn nach zwölf Jahren der Rezession kann die Branche Aufträge gut gebrauchen.

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