Tausende US-Soldaten fahren bald über Dortmunds Autobahnen

Militärübung

Wegen einer Militäraktion der USA werden in den kommenden Wochen viele Armee-Konvois auch in Dortmund zu sehen sein. Kritiker verstehen die Maßnahme als Provokation.

Dortmund

, 14.01.2020, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jede Menge Militärfahrzeuge sind demnächst auf den Autobahnen zu sehen.

Jede Menge Militärfahrzeuge sind demnächst auf den Autobahnen zu sehen. © dpa

Die größte Truppenverlegung der USA nach Europa seit 25 Jahren steht unmittelbar bevor. Wie Bundeswehr und US Army am Dienstag in Berlin ankündigten, startet die groß angelegte Militärübung „Defender Europe 2020“ bereits in der kommenden Woche.

Der Großteil der Konvois, mit denen Tausende Soldaten samt Material und Fahrzeugen nach Osteuropa gebracht werden sollen, sei für Ende Februar und Anfang März geplant.

Insgesamt sind 37.000 Soldaten beteiligt

Im Rahmen der Großübung sollen testweise rund 20.000 Soldaten von den USA quer durch Deutschland nach Osteuropa verlegt werden, um für eventuelle Krisenfälle gewappnet zu sein. Darüber hinaus sind mehrere weitere Übungen in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum geplant, so dass insgesamt 37.000 Soldaten aus 18 Nationen beteiligt sein werden.

Der stellvertretende Kommandeur der US Army Europe, Major General Andrew Rohling, sprach von einem Signal, dass die USA ihrer Verantwortung für Europa und die Nato-Partner gerecht würden.

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Die Einsatzkräfte und das Material aus den USA sollen per Schiff und Flugzeug nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und Deutschland gebracht werden. In Bremerhaven sollen die ersten Transportschiffe etwa nach derzeitiger Planung am 22. Februar entladen werden. Der Weitertransport nach Polen und in die baltischen Staaten erfolgt anschließend per Straße und Schiene.

Eine der Hauptrouten durch Deutschland führt den Angaben zufolge über Aachen, Dortmund, Hannover, Berlin und Frankfurt (Oder). Wenn im Juni sämtliche Übungen abgeschlossen sind, sollen Truppen und Material wieder zurück in die USA verlegt werden.

Der Großteil ist nachts unterwegs

Der Großteil der Transporte soll nachts zwischen 22 und 6 Uhr erfolgen, versicherte Rohling. „Wenn es gut geht, wird man es nicht bemerken“, ergänzte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Auszuschließen seien Staus und Behinderungen auf den Straßen allerdings nicht. Auswirkungen auf den Personenverkehr der Bahn werden nicht erwartet.

Die Militärübung ist allerdings nicht unumstritten und wird von Kritikern als Provokation gegenüber Moskau verstanden. Dies wiesen die Verantwortlichen ausdrücklich zurück. Schelleis betonte, die Übung sei längerfristig angelegt, um in einem möglichen Krisenfall reagieren zu können. „Sie ist nicht gegen Russland gerichtet.“

Mit Material von dpa

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