Technischer Defekt als Brandursache vermutet

Chemiewerk in Witten

In einem Chemiewerk in Witten ist in der Nacht ein Großbrand ausgebrochen. Acht Menschen wurden verletzt. Durch das Feuer wurden gefährliche Gase freigesetzt, eine Schadstoffwolke zog durch das Ruhrgebiet. Betroffen waren Teile von Dortmund, Bochum, Herne und Teile des Kreises Recklinghausen. Inzwischen gibt es Entwarnung.

WITTEN/DORTMUND

, 22.03.2017, 05:59 Uhr / Lesedauer: 3 min

 

 

Aktualisierung 15:37 Uhr: Technischer Defekt als Ursache vermutet

Als Ursache des Feuers in Witten wird ein technischer Defekt vermutet, der Dämmstoffe und Kunststoff in Brand gesetzt habe, teilte die Polizei Bochum mit.  Bei der betroffenen Halle besteht Einsturzgefahr.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren hatte es nach Angaben der Feuerwehr Dortmund an gleicher Stelle schon einmal gebrannt. Am 23. März 2015 hatten Öle und Kunststoffgranulate Feuer gefangen. Eine pechschwarze Rauchsäule war dabei über Witten aufgestiegen. Verletzt wurde damals niemand. 

Aktualisierung 13:27 Uhr: Nachlöscharbeiten im Gange

Am Mittag war die Feuerwehr Witten noch mit 20 Einsatzkräften vor Ort. Die Ursache des Großbrandes ist nach wie vor unklar, wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte. Auch machte er noch keine Angaben zur Schadenshöhe.

Aktualisierung 8:27 Uhr: Acht Menschen verletzt - Feuer unter Kontrolle

Bei dem Großbrand wurden acht Menschen verletzt. Sechs Mitarbeiter erlitten leichte Rauchvergiftungen und kamen vorübergehend ins Krankenhaus, wie die Feuerwehr mitteilte. Auch zwei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Das Feuer ist inzwischen unter Kontrolle und die Rauchentwicklung zurückgegangen. Jetzt haben die Nachlöscharbeiten begonnen.

Aktualisierung 7.51 Uhr: Entwarnung - keine Gefahr für die Bevölkerung

Die Feuerwehr hat die Warnung aufgehoben. Zahlreiche Messungen haben ergeben, dass für die Bevölkerung keine Gefahr mehr besteht. Türen und Fenster können also wieder geöffnet werden. Bei den Messungen wurden typische "Brandprodukte" wie Blausäure und für einen Chemiewerks-Brand spezifische Werte gemessen. Die Bezirksregierung Arnsberg und das Landesumweltamt haben die Messwerte analysiert. Gute Nachricht auch aus der Brauckstraße in Witten: Die Feuerwehr führt aktuell Nachlöscharbeiten durch. "Die Rauchentwicklung ist fast auf Null", sagte Daniel Koch vom Lagedienst der Feuerwehr im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Aktualisierung 7.35 Uhr: Eine Kachelmann-Karte gibt einen Überblick

Eine Karte von Kachelmann.de zeigt die Windrichtung, mit der eine bei dem Brand in einem Wittener Chemiewerk entstandene Schadstoffwolke über mehrere Stadtteile Dortmunds und diverse Ruhrgebietsstädte gezogen ist. Ob und wie gefährlich die Schadstoffwolke war und ist, konnte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen noch nicht sagen. Messfahrzeuge mehrerer NRW-Feuerwehren sind im Einsatz, um die Luftqualität zu analysieren.

Betroffen sind die Dortmunder Stadtteile

  • Salingen
  • Persebeck
  • Eichlinghofen
  • Oespel / Kley
  • Lütgendortmund
  • Bövinghausen und Peripherie

Betroffen sind die Bochumer Stadtteile

  • Langendreer
  • Werne
  • Gerthe und Peripherie

Ein Sprecher der Feuerwehr im Ennepe-Ruhr-Kreis sagte, dass die Schadstoffwolke auch über Herne bis in Städte des Kreises Recklinghausen gezogen ist. 

Aktualisierung 6.54 Uhr: Fünf Verletzte Arbeiter

Um 2.02 Uhr alarmierte eine Brandmeldeanlage die Kreisleitstelle im Ennepe-Ruhr-Kreis über ein Feuer im Pelzer-Chemiewerk an der Brauckstraße in Witten Rüdinghausen / Annen. "Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand eine Lagerhalle bereits komplett in Flammen. Dann konnte das Feuer auf zwei weitere Industriehallen übergreifen. Wir müssen auf 10.000 Quadratmetern einen Chemiebrand bekämpfen", sagte Daniel Koch vom Lagedienst der Feuerwehr im Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Feuer sei noch nicht gelöscht, aber "unter Kontrolle".

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Großbrand in Witten

Rund 250 Feuerwehrleute waren bei dem Großbrand im Chemiewerk Pelzer in Witten im Einsatz. Acht Menschen wurden verletzt, es entstanden giftige Gase.
22.03.2017
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Fünf Arbeiter des Chemiewerks musste der Rettungsdienst wegen Rauchgasvergiftungen versorgen. Durch den Großbrand ist eine Schadstoffwolke entstanden, die über die Dortmunder Stadtteile Solingen und Persebeck sowie über Bochum und Herne bis in Städte des Kreises Recklinghausen gezogen ist. Die Bürger sollten laut Daniel Koch "als reine Vorsichtsmaßnahme" Türen und Fenster geschlossen halten. "Sämtliche Städte sind informiert", sagte Daniel Koch. Aktuell sind in Witten 250 Feuerwehr-Kräfte im Einsatz. Die Kreisleitstelle arbeitet mit einem Konzept gegen atomare, biologische und chemische Gefahren ("ABC-Alarm").

So haben wir bisher berichtet:

Feuerwehr-Einheiten aus mehreren Städten Nordrhein-Westfalens sind in der Nacht alarmiert worden, um die Wittener Feuerwehr beim Einsatz gegen die Flammen an der Brauckstraße zu unterstützen. Dort gibt es mehrere Industriebetriebe. Auch die Dortmunder Feuerwehr ist beteiligt. Sie setzt im Umfeld ein Messfahrzeuge ein, um Schadstoffe in der Luft aufspüren und analysieren zu können. "Anwohner sollten Türen und Fenster geschlossen halten", sagte ein Sprecher des Lagedienstes der Dortmunder Feuerwehr am Mittwochmorgen. Vor Ort sind auch Spezialisten des Landesumweltamts.

Der Berufsverkehr sollte die Wittener Stadtteile Annen und Rüdinghausen weiträumig umfahren.

Feuerwehren aus mehreren Städten im Einsatz

Die Dortmunder Feuerwehr war um 2.30 Uhr alarmiert worden, um die Brandbekämpfung zu unterstützen. Eine Stunde später rückten die Messfahrzeuge aus. "Es handelt sich um einen Großbrand", sagte der Feuerwehrsprecher. Die Messfahrzeuge auch aus anderen NRW-Städten sind jetzt in Witten und umliegenden Städte unterwegs, um die Luftqualität zu messen. Wann erste Analysen vorliegen, ist aktuell noch nicht absehbar. "Es kann sein, dass die aktuelle Warnung aufgehoben oder verlängert wird", sagte der Lagedienst.

Mit dpa

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