„Techno-Marching-Band“ Meute mit Pauken und Trompeten im FZW – aber fast ohne Gesang

Konzerte in Dortmund

Das war einfach nur großartige Musik. Die Hamburger Gruppe Meute nennt sich selbst „Techno-Marching-Band“ und spielt am ganzen Abend nur ein Lied mit Gesang. Die Show hatte es in sich.

Dortmund

, 23.02.2019, 10:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Das muss so laut", steht auf der Jacke dieses Meute-Musikers.

"Das muss so laut", steht auf der Jacke dieses Meute-Musikers. © Kevin Kindel

Lange war das FZW für den Auftritt der elfköpfigen Hamburger Gruppe Meute ausverkauft, der ein sehr guter Live-Ruf vorauseilt. Meute ist im Jahr 2015 aus einer Idee des Frontmanns Thomas Burhorn entstanden. „Ich fand die Idee reizvoll, eine Marching Band in die heutige Zeit zu versetzen“, sagte der 42-Jährige im Interview vor dem Konzert. Die Blaskapelle spielt Techno-Songs auf den Instrumenten eines Spielmannszuges, fast ganz ohne Text.

Nur in einem Lied greift einer der Musiker zum Mikro. „Das ist unsere Nische“, sagt Burhorn. „Ohne Texte können wir mehr ausdrücken. Ein Text ist immer plakativ, wir sagen mehr aus.“ So könne jeder Hörer selbst entscheiden, was er aus den Songs mitnimmt und wie er die Band beurteilt. „Wir sind die, die den Computern die Arbeitsplätze wegnehmen“, sagt der Trompeter: „Und wir sind auch die, die Uniformen tragen und trotzdem machen was sie wollen.“

Auf den Köpfen sitzen Basecaps mit der Aufschrift „Gay’s okay“ oder Wollmützen, die roten Uniformjacken sind geschmückt mit Ansteckbuttons und Aufnähern. Bei einem Saxofonisten steht am Saum: „Das muss so laut“. Und Meute haut musikalisch auf die ganz große Pauke. Faszinierend, wie vor allem die Lungen der Blechbläser zwei Stunden Vollgas ohne einen einzigen schiefen Ton aushalten. „Das ist schon wie Sport“, sagt Thomas Burhorn.

Meute besteht komplett aus Vollprofis, die schon mit Größen wie Samy Deluxe oder Jan Delay auf Tour waren. Wenn sie mit ihrer Techno-Marching-Band auf der Bühne stehen, geht es mal richtig ab und mal spielt der Mann an der Pauke fünf Minuten lang denselben Beat. Oder wie Burhorn sagt:„Es ist manchmal ein wahnsinnig meditativer Moment. Wenn das alles zusammen einlockt, ist es geil.“

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Die "Techno-Marching-Band" Meute im FZW

Die elfköpfige Gruppe aus Hamburg ist am Freitagabend im FZW aufgetreten.
23.02.2019
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Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute im FZW.© Kevin Kindel
Eindrücke des Konzerts von Meute in FZW.© Kevin Kindel

Durch den radikalen Verzicht auf die Stimme ist das Konzert ein besonderes Erlebnis. Die überragende handgemachte Musik steht im Mittelpunkt, aber an manchen Stellen würde ein kleines „Seid ihr gut drauf“ oder eine kurze Tanzschritt-Choreografie die Stimmung noch besser machen.

Meutes Fans haben sich so oder so die Füße wund getanzt, haben sich an ruhigen Stellen auf den Boden gehockt, um dann wieder Richtung Decke zu springen und manchmal auch vor Freude Bierbecher zu werfen. Eine sehr aufwendige Lichtshow und eine Zugabe mit elf Mann und ihren sperrigen Instrumenten mitten im Publikum runden einen tollen Abend ab.

Wer die moderne Marching Band mag, kann beim Juicy-Beats-Festival Ende Juli die Münchner Brassband Moop Mama in Dortmund sehen. „Wir finden toll, was die machen“, sagt auch Thomas Burhorn von Meute. „Unsere Brass-Musik kann man einfach auf die Straße bringen, ist nicht von Steckdosen abhängig. Es ist einfach ein sehr unmittelbares Erlebnis, wenn man die Physik der Trompete oder des Sousaphons erlebt.“

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