Tempo 30 lässt auf sich warten – Bürger sehen Kinder in Gefahr

rnBaustellen in Dortmund

Der Umbau einer Bahn-Unterführung sorgt in einem Dortmunder Stadtteil für Unmut. Das sagt der Bezirksbürgermeister zu der Situation vor Ort.

Sölde

, 12.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 9. Dezember 2019 ist die Bahn-Unterführung an der Sölder Straße wieder passierbar. Die Deutsche Bahn hat das Bauwerk erneuert, die Fahrbahnbreite ist für die Verkehrsteilnehmer auf zwei Spuren ausgeweitet.

Auch die Fußgänger können sich freuen: Zwei breite Gehwege sorgen beim Unterqueren der Bahngleise für mehr Sicherheit.

Im Hintergrund ist der neue Kindergarten zu sehen. Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Tempo-30-Bereich entstehen.

Im Hintergrund ist der neue Kindergarten zu sehen. Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Tempo-30-Bereich entstehen. © Jörg Bauerfeld

Doch es gibt auch Probleme. Mehrmals meldeten sich Bürger während der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung, um auf eine Gefahrenquelle hinzuweisen.

Denn mit der Verbreiterung der Fahrbahn ist auch die Ampel verschwunden, die den Zufluss an der alten, einspurigen Unterführung regelte. Sie hatte den Vorteil, die Fahrzeuge, die aus Richtung Süden nach Sölde einfuhren, abzubremsen.

Verkehrsteilnehmer aus der Schlagbaumstraße konnten so bequem auf die Sölder Straße abbiegen und Fußgänger die viel befahrene Straße queren. Das funktioniert nun nicht mehr. Der Verkehr rollt ungebremst von Süden in den Ortsteil und auch ungebremst an dem neuen Kindergarten gegenüber dem kleinen Einkaufszentrum vorbei.

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Tempo 50 gilt hier, dabei sollte mit der Erweiterung des Tunnelbauwerkes eine andere Zahl auf den Verkehrsschildern im Bereich der Kita stehen: nämlich Tempo 30.

Das war von den Bürgern mehrmals gefordert und von den Mitgliedern der Bezirksvertretung in Aplerbeck auch beschlossen worden. Aber es ist weit und breit nichts von der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung zu sehen.

Arbeiten gehen im 2. Quartal 2020 weiter

Nun ist die Baumaßnahme an der Unterführung noch nicht abgeschlossen. Im Moment ist es lediglich eine witterungsbedingte Leerlaufphase zwischen Bauphase 2 und Bauphase 3. Also nach dem Ende der Arbeiten der DB Netz AG und vor Beginn der Straßenbauarbeiten mit der Erhöhung der Durchfahrt auf 4,20 Meter.

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Aber die Erhöhung kann noch dauern. Der Weiterbau ist für das 2. Quartal 2020 geplant. Warum wurden aber von der Stadt Dortmund noch keine Tempo-30-Schilder aufgestellt, zumindest provisorische, um die Sicherheit vor dem neuen Kindergarten an der Sölder Straße zu sichern?

Stadt hat noch keine Antwort parat

Die Stadt Dortmund tut sich scheinbar gar nicht so leicht mit der Antwort. Auf jeden Fall wird es keine provisorische Ampel geben. Sie würde sich nicht rechnen, da die Dauer der Baumaßnahme nicht bekannt sei, so Stadtsprecher Christian Schön. Und was Tempo 30 angeht? Hier würden noch Abstimmungen innerhalb der Verkehrsbehörden erfolgen.

Für Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel ist klar, dass sich an der Sölder Straße schnell etwas tun muss. Dabei geht es nicht nur um den Tempo-30-Bereich, sondern auch um die zugesagte Ampel an der Schlagbaumstraße. Auch die ist noch nicht zu sehen.

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Bürger fragen sich, ob erst etwas passieren muss, damit sich etwas tut. „Wir haben nach der Weihnachtspause noch einmal gegenüber der Stadt bekräftigt, dass Ampel und Tempo 30 kommen müssen. Das geht so nicht. Da sitzen wir der Verwaltung auch im Nacken“, sagt Jürgen Schädel.

Jetzt sei die Stadt am Zuge, denn diese Maßnahmen seien auch erst einmal durch ein Provisorium machbar.

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