Teure Sonderwünsche: Rathaus-Sanierung könnte erheblich teurer werden als gedacht

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27 Millionen Euro sind bislang veranschlagt - doch die Sanierung des Dortmunder Rathauses könnte teurer werden als aktuell geplant. Denn es gibt Ideen, die übers Notwendige hinausgehen.

Dortmund

, 17.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Bislang hat sich die Politik darauf verständigt, die Kosten für die fällige Rathaus-Sanierung auf 27 Millionen zu „deckeln“. Das letzte Wort allerdings ist damit noch lange nicht gesprochen: Im Mai sollen die Politiker in den Ratsgremien entscheiden, ob sie den „Deckel“ selbst wieder hochheben.

Die städtischen Immobilienwirtschaftler stellen drei Sanierungs-Varianten zur Abstimmung, bei denen die Kosten letztlich bis auf 34,9 Millionen Euro steigen. Einen ersten Vorgeschmack bekamen die Spitzen der Ratsfraktionen jetzt hinter verschlossenen Türen im Sonderältestenrat.

Kernpunkt: Eine Komplett-Sanierung des 1989 eröffneten und 30 Jahre alten Rathauses mit allem Drum und Dran ist für 27 Millionen Euro nicht zu machen. Der Betrag reiche allein für jene Maßnahmen, die „zwingend erforderlich“ seien, wie Reiner Limberg, Chef der städtischen Immobilienwirtschaftler, erläuterte. Darunter fällt beispielsweise die Erneuerung der Betriebs-, Sicherheits- und Hygienetechnik. Das wäre eine Art „Basis-Sanierung“. Aber mehr eben auch nicht.

Auch die Fraktionen haben Wünsche

Eigentlich, so die städtischen Immobilienexperten, sei es damit nicht getan. Der Sanierungsbedarf im Rathaus sei deutlich höher. Deshalb wird nun ein zweites Paket an Maßnahmen geschnürt, das Limberg als „dringend“ bezeichnete und das fast auf einer Stufe mit dem ersten Sanierungspaket steht. Dabei geht es beispielsweise um die Glaskuppel, die unter anderem neue Scheiben benötigt.

Die Sonnenschutzverglasung ist ebenso in die Jahre gekommen wie die Aufzüge. All das müsste „eigentlich“ mit erledigt werden – das Signal dazu aber muss vom Rat der Stadt kommen. In dem Fall erhöhen sich die geschätzten Kosten auf 32 Millionen Euro. Aber auch damit könnte das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein.

Es gibt noch ein drittes Bündel. In dem stecken Wünsche und „Empfehlungen“ aus den Ratsfraktionen. Sie schlagen beispielsweise vor, die weißen Gestaltungselemente am Rathauseingang (im Volksmund „Rathausgerüst“) zu überarbeiten. Handlungsbedarf melden die Fraktionen etwa auch für die Dachgestaltung im vierten Obergeschoss sowie für die Kommunikationsanlagen in einem Teil der Sitzungsräume an.

Im Mai kommt es zum Schwur

Als „unbedingtes Muss“ betrachten die städtischen Immobilienexperten die Vorschläge der Ratsfraktionen zwar nicht – als sinnvolle Ergänzung hingegen schon. Die Konsequenz: Werden auch diese Arbeiten realisiert, steigen die Kosten für die Rathaus-Sanierung auf vorerst geschätzte 34,9 Millionen Euro. Die eigentliche Kostenrechnung soll im August nach den Sommerferien vorliegen.

Das funktioniert aber nur, wenn die Politiker bis dahin klar sagen, wohin die Reise gehen soll. Spätestens im Mai soll der Rat der Stadt Farbe bekennen: Dann wollen die Immobilienwirtschaftler einen neuen Beschlussvorschlag mit allen drei Varianten zur Abstimmung stellen.

Rathaus-Sanierung in mehreren Abschnitten „kommt nicht in Frage“

Die Sanierungsarbeiten zeitlich auf mehrere Abschnitte zu strecken, ist nach den Worten von Limberg im Sonderältestenrat zwar ebenfalls denkbar. „Das kommt für uns auf keinen Fall in Frage“, wie einer der Sitzungsteilnehmer bereits jetzt klarstellt.

Der Terminplan ist weitgehend festgezurrt: Am 16. November 2020, kurz nach der Kommunalwahl, soll die Sanierung starten. Fast exakt zwei Jahre später, am 29. November 2022, sollen die Arbeiten abgeschlossen und das Rathaus wieder geöffnet sein.

Viel Holz auch für die an der Sanierung beteiligten Fachfirmen, die zurzeit ohnehin pralle Auftragsbücher haben. Im Juni will die Stadt interessierte Unternehmen zu einer Info-Veranstaltung einladen.

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