Theater und Verdi erforschen Dortmunds politische Gesinnung

Themen-Woche

Mit einer Themen-Woche engagieren sich das Theater und die Gewerkschaft Verdi gemeinsam gegen Rechts. Was die Woche bewirken kann, wissen Kay Voges und Michael Eickhoff vom Schauspiel und Norbert Szepan von Verdi allerdings selbst nicht genau.

DORTMUND

20.04.2012, 05:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Melanie Lüninghöner und Frank Genser spielen im Stück »Waisen« ein Paar, das plötzlich mit der Angst vor Fremden konfrontiert wird und sich die Frage stellen muss, ob sie es moralisch verantworten können, die Gewalttat eines Familienmitglieds zu decken.

Melanie Lüninghöner und Frank Genser spielen im Stück »Waisen« ein Paar, das plötzlich mit der Angst vor Fremden konfrontiert wird und sich die Frage stellen muss, ob sie es moralisch verantworten können, die Gewalttat eines Familienmitglieds zu decken.

Karten
Karten fürs Schauspiel unter Tel. (0231) 5 02 72 22, für den Verdi-Event unter Tel. (0211) 17 52 31 49.

 Passend dazu zeigt das Schauspiel im Harenberg-City-Center das Stück „Waisen“ am Dienstag (24.4., 19.30 Uhr, Restkarten erhältlich, nochmal am 1.5.). Die Inszenierung von Voges ist die verstörende Geschichte einer Familie, die unvermittelt mit der eigenen Angst vor Fremden und Gewalt umgehen muss. Für den Donnerstag (26.4., 20 Uhr, ausverkauft) hat Voges den türkischen Hardcore-Comedian Serdar Somuncu engagiert: In seinem Programm „Hassprediger“ zieht der über Behinderte, Schwule, Ostdeutsche und andere Randgruppen her. Voges: „Was er macht, reibt schmerzhaft auf den moralischen Nervensträngen des Publikums. Man spürt, wo die Nerven verlaufen und welche vielleicht schon verkümmert sind.“ Die Gewerkschaft lädt außerdem zu einem Themen-Tag im Rathaus am Samstag (28. 4.) ab 9.30 Uhr mit einem Vortrag von Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung, Workshops und Podiumsdiskussion mit Politikern, Gewerkschaftern und Kulturschaffenden.

 Voges hofft: Anders als bei „weihevollen Zusammenkünften“, bei denen man sich gegenseitig seiner Anti-Rechts-Gesinnung versichert, könne diese Woche zur Erkenntnis beitragen, wie nah jeder selbst fremdenfeindlichen Gedanken steht: „Das fängt doch schon an, wenn man denkt: Ich wohne im schönen Süden und gehe lieber nicht in die Nordstadt, sonst kriege ich ein Messer in den Rücken.“  

Karten
Karten fürs Schauspiel unter Tel. (0231) 5 02 72 22, für den Verdi-Event unter Tel. (0211) 17 52 31 49.

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