Thyssenkrupp-Betriebsrat befürchtet Stellenabbau in Dortmund

Standort auf Westfalenhütte

Thyssenkrupp hat vor einer Woche angekündigt, im Bereich Stahl in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Euro einzusparen. Über 300 Arbeitsplätze fallen im Stahlwerk Duisburg-Hüttenheim weg - und auch der Betriebsrat am Standort Dortmund befürchtet einen Stellenabbau. Auf der Westfalenhütte arbeiten 1300 Beschäftigte.

DORTMUND

, 13.04.2017, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thyssenkrupp-Betriebsrat befürchtet Stellenabbau in Dortmund

Blick auf das Werkstor von Thyssenkrupp Steel Europe an der Oesterholzstraße.

Wegen der geplanten Einsparungen bei Thyssenkrupp befürchtet auch der Dortmunder Betriebsrat einen Stellenabbau. Vorige Woche war bekannt geworden, dass Thyssenkrupp Steel Europe in den nächsten drei Jahren 500 Millionen Euro sparen will. Als Erstes sollen zeitnah 300 Stellen in Duisburg-Hüttenheim wegfallen. "Wer denkt, das ist es, ist völlig falsch gewickelt", sagte am Donnerstag Sabine Birkenfeld, Betriebsratschefin von Thyssenkrupp Steel auf der Westfalenhütte in Dortmund. 

Betriebsrats-Rechnung: 4050 Jobs könnten wegfallen

Sie und Betriebsräte anderer Standorte haben aus Konzern-Zahlen errechnet, dass 15 Prozent der 27.000 Stellen der Sparte Steel Europe wegfallen sollen. Das wären 4050 Jobs. An welchen Standorten, ist aus Sicht der Betriebsräte zwar völlig offen; Birkenfeld und ihr Vize Hartmut Schink fürchten aber, dass Dortmund (1300 Mitarbeiter) nicht ungeschoren davon kommt.

Auch Hans Jürgen Meier, erster Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall in Dortmund, nimmt an: "Alle Standorte sind betroffen. Nur wie, weiß keiner." 

Das Dortmunder Werk von Thyssenkrupp Steel steht generell gut da und ist voll ausgelastet: Hier werden vor allem Bleche für Premium-Automobilkonzerne wie Daimler, VW und BMW produziert. 

500 Mitarbeiter kamen zu Betriebsversammlung in Dortmund

500 Mitarbeiter kamen am Donnerstagmittag trotz Ferienzeit zu einer Betriebsversammlung am Standort auf der Westfalenhütte. "Es kamen sogar haufenweise Leute aus dem Urlaub", sagte Birkenfeld. Zu der Versammlung hatte der Betriebsrat kurzfristig eingeladen, um die Mitarbeiter auf den neuesten Stand zu bringen. Schink nahm bei seinen Kollegen eine "große Unsicherheit" wahr.

Die Stahl-Arbeiter von Thyssenkrupp in Dortmund haben seit Jahren eine 31-Stunden-Woche, bis 2020 darf es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. 

Was die neuerlichen Sparpläne des Konzerns angeht, kündigte Betriebsrats-Chefin Sabine Birkenfeld bezogen auf den Standort Dortmund erheblichen Widerstand an: "Da fehlt uns jegliche Fantasie, wie man das machen will."

Betriebsrat: Erst sollen Fusionspläne mit Tata geklärt werden

Am 3. Mai wollen die Dortmunder bei einer Aktion in Duisburg-Hüttenheim gegen die Konzernpläne demonstrieren. Und die Betriebsräte sowie die IG Metall wollen dem Vorstand klar machen, dass erst einmal feststehen müsse, ob Thyssenkrupp seine Stahlsparte mit dem indischen Konkurrenten Tata fusioniert oder nicht. Das ist laut Birkenfeld eine „Hängepartie“. 

Ohne dieses Thema geklärt zu haben, könne man unmöglich über den Wegfall der errechneten 4050 Stellen reden, so Birkenfeld. 

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