Thyssenkrupp Industrial Solutions streicht 90 Jobs

Arbeitszeit reduziert

Der Anlagenbauer Uhde, 1921 gegründet, zählt zu den größten verbliebenen Industriebetrieben Dortmunds. Wobei Uhde Vergangenheit ist, das Unternehmen gehört seit langem zu Thyssenkrupp, zur Anlagenbau-Sparte Industrial Solutions (TKIS). Dort war zuletzt einiges los: Rund 90 Stellen wurden in Dortmund gestrichen, zudem die Arbeitszeit reduziert. Doch das ist nicht alles.

DORTMUND

, 19.11.2016, 02:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thyssenkrupp Industrial Solutions streicht 90 Jobs

Blick auf den TKIS-Sitz an der Friedrich-Uhde-Straße.

Der Fall Wegmann ist schnell erzählt: Der „Spiegel“ berichtete am 3. November, dass er von einem pakistanischen Geschäftspartner ein Goldarmband als Geschenk für seine Frau angenommen habe. Wegmann schrieb der TKIS-Belegschaft: Die Annahme des Armbands sei ein „Fehler“ gewesen, eine interne Kommission untersuchte den Fall. Am 10. November teilte Thyssenkrupp mit, dass Wegmann den Konzern verlässt.

90 Stellen werden in Dortmund abgebaut

TKIS-Finanzchef Stefan Gesing, hieß es in einer Mitteilung, übernehme kommissarisch Wegmanns Aufgabe. Und: Der von diesem begonnene Umbau von TKIS werde „konsequent fortgesetzt“. Der Umbau bedeutete für Dortmund, Bad Soden am Taunus und Ennigerloh, dass dieses Jahr 100 Stellen abgebaut wurden, rund 90 davon in Dortmund. Dazu wurden befristete Verträge aufgehoben und freie Stellen nicht wieder besetzt. 30 bis 40 Mitarbeiter dürften demnächst Altersteilzeit-Angebote annehmen. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben, sagte auf Anfrage diese Woche TKIS-Sprecherin Frauke Riva.

Im Juli hatte das „Handelsblatt“ noch berichtet, es seien gar einige Hundert Stellen in Gefahr. Die Größenordnung bestätigte Thyssenkrupp nicht; nach Informationen dieser Redaktion stimmte sie zu diesem Zeitpunkt jedoch.

Es wären wohl mehr Arbeitsplätze abgebaut worden, hätten der Betriebsrat und die IG Metall nicht dagegen gekämpft. Um einen weiteren Stellenabbau zu verhindern, wurde mit dem Unternehmen zunächst bis Ende 2018 eine geringere Arbeitszeit für die verbliebenen Mitarbeiter vereinbart. An den drei genannten Standorten bei TKIS arbeiten noch 1500 Beschäftigte, 1300 davon in Dortmund. 

Mehr freie Tage zwischen den Feiertagen

Die Vereinbarung bedeutet, dass jeder mehr freie Tage, zum Beispiel zwischen Weihnachten und Neujahr, hat – aber eben auch weniger Geld. Bei einer Abstimmung hätten 90 Prozent der Mitarbeiter für die Regelung gestimmt, sagte am Freitag Rüdiger Wehe, stellvertretender Betriebsrats-Vorsitzender bei TKIS.

Neben der Vereinbarung, sagt er, „fordern wir das Unternehmen auf, alles dafür zu tun, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern“. Der Dortmunder Standort ist für den Bau von Großanlagen etwa für Düngemittel- und Chemiefabriken zuständig. Doch die Aufträge sind rückläufig, die Situation auf dem Weltmarkt ist schwierig. Dadurch, dass ein größerer Stellenabbau verhindert wurde, sei TKIS bei Anziehen der Auftragslage gewappnet, sagte Wehe.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt