Tiefe Schlaglöcher und kaputte Bürgersteige: Darum ist jetzt die Stadt Dortmund gefordert

rnKaputte Straßen

125.000 Euro hören sich viel an, sind aber für die Instandhaltung von Straßen praktisch nichts. Der Aplerbecker Haushalt gibt für 2020 aber nicht mehr her - hier die Gründe.

Aplerbeck

, 27.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haushaltsdiskussionen sind immer ziemlich trocken - auch in der Bezirksvertretung in Aplerbeck. Es geht um viel Geld, das verteilt werden will. Geld, das auch maroden Straßen zugute kommen soll. CDU und SPD haben hierfür eine gemeinsame Haushaltsliste auf den Weg gebracht, in der für das Jahr 2020 eine schöne Summe Geld für das Wegenetz im Stadtbezirk Aplerbeck notiert ist. 125.000 Euro sind es. Hört sich zwar gut an, das Geld reicht aber gerade mal dazu, ein paar Schlaglöcher zu stopfen.

Schon seit 2013 gilt Tempo 10

Darüber sind sich Ingeborg Milde (CDU) und Jan Gravert (SPD) im Klaren. „Es ist nicht möglich, mit dem Haushalt der Bezirksvertretung Aplerbeck eine Straße zu sanieren“, sagt Jan Gravert. Dafür sei einfach zu wenig Geld vorhanden. Also sei hier die Stadt Dortmund gefordert. Manchmal hängt diese aber ein wenig. Ein Paradebeispiel dafür ist die Obermarkstraße in der Berghofer Mark. Eine unendliche Geschichte, die scheinbar immer unendlicher wird. 2013 war die Straße in einem so katastrophalen Zustand, dass in Teilen Tempo 10 eingeführt wurde. Sechs Jahre später spottet der Zustand jeder Beschreibung. Eigentlich, so dachten nicht nur Jan Gravert und Ingeborg Milde, sollte sich in absehbarer Zeit etwas tun an der Obermarkstraße.

Tiefe Schlaglöcher und kaputte Bürgersteige: Darum ist jetzt die Stadt Dortmund gefordert

Die Schlaglöcher in der Obermarkstraße haben mittlerweile schon immense Ausmaße erreicht. © Jörg Bauerfeld

Ab 2020, so die Vorstellungen der Aplerbecker Politiker. Doch es scheint anders zu kommen. Irgendwie noch unendlicher. Dabei gab der Besuch von Sylvia Uehlendahl, der Leiterin des Tiefbauamtes, in der Mai-Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck Grund zur Hoffnung. Die öffentliche Niederschrift gibt den Verlauf der Sitzung wieder und sagt zum Thema Obermarkstraße Folgendes aus:

Aus der Niederschrift der Bezirksvertretung

Frau Uehlendahl, Amtsleiterin des Tiefbauamtes, führt aus, dass bei der ursprünglichen Planung der Querschnitt für den Ausbau der Obermarkstraße größer war. Da die Anlieger mit 90 % an den Kosten der Straße beteiligt werden, hat man sich auf eine verringerte Querschnittsbreite von 6,10 Meter geeinigt. Einigen Anwohnern wurden Grundstücke zum Rückkauf angeboten. Die Anwohner haben dieses Angebot nicht angenommen. Nun wird vonseiten des Liegenschaftsamtes erneut versucht, die Grundstücke den Anwohnern zum Rückkauf anzubieten. Sollte keiner der Anwohner dieses Angebot annehmen, wird das Tiefbauamt die Straße entsprechend mit diesen Grundstücken ausbauen. Die Grundstücke würden dann befestigt und mit Grün ausgestattet. Damit gingen sie nach dem Planverfahren nach § 125 BauGB in das städt. Privatvermögen über.

Entsprechende Mittel für den Ausbau der Obermarkstraße wurden eingestellt. Mit einem Baubeginn ist ab 2021 zu rechnen.

Obermarkstraße nicht zu finden


Jetzt ist dieses „ab 2021“ natürlich ein dehnbarer Begriff. Und daher rührt auch der Ärger der Aplerbecker Politik. Die möchte schon gar nicht mehr die Gründe wissen, warum es in der Berghofer Mark vermutlich nicht weitergeht, sondern einfach, dass etwas passiert. Der Grund für den Unmut ist das Tiefbauamt-Jahresarbeitsprogramm 2020. Hier sind alle Baumaßnahmen in Dortmund aufgeführt, die 2020 angegangen werden. Auch die Bauvorbereitungen und Planungen sind hier aufgeführt - die Obermarkstraße fehlt. Um aber, und davon sind die Politiker ausgegangen, 2021 mit der Vorbereitung eines Ausbaus zu beginnen, sollten zumindest Planungsgelder für 2020 eingestellt sein.

Bei drei Straßen sieht es besser aus

Positiver sieht es da aber bei drei weiteren Straßen im Stadtbezirk aus, die auch seit vielen Jahren zu den „Problemkindern“ gehören. Hier wird es zwar auch baulich noch nicht vorangehen, doch zumindest wird geplant. Und zwar an der Erlenbachstraße, die ausgebaut wird. Die Straße Am Sandkopf, die nun endlich erschlossen werden soll, und an der Unteren Pekingstraße, deren Ausbau nun auch zumindest näher rückt.

Die 125.000 Euro, die SPD und CDU aus dem BV-Haushalt in die Straßensanierung stecken können , reichen hier bei Weitem nicht aus. Mit dieser Summe können lediglich ein paar „Schönheitskorrekturen“ unternommen werden.

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