Tierrechtler befürchten Hungertod der Dortmunder Stadttauben

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Seit der Corona-Krise ist in Dortmunds City wenig los. Die Tierrechtsorganisation PETA befürchtet, dass Stadttauben darunter leiden und fordert die Stadt auf, Fütterungen zu organisieren.

Dortmund

, 07.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die von Bund und Ländern angeordnete Schließung der Einzelhandelsgeschäfte hat sichtbare Auswirkungen auf den Publikumsverkehr auf Dortmunds Einkaufsstraßen. Seit Corona ist in der City nicht mehr viel los.

Und wo niemand unterwegs ist, kann auch kein Müll produziert werden. Welche Auswirkungen das auf jene Tiere hat, die sich von Lebensmittelresten ernähren, bereitet den Aktivisten der Tierrechtsorganisation PETA Sorgen.

PETA befürchtet, dass ein länger andauernder Shutdown die Population der Stadttauben gefährden würde. Laut der Organisation drohe vielen Tieren der Hungertod.

Stadt geht auf Forderung nicht ein

Mit dem Ansinnen genau so ein Szenario zu verhindern, hat sich PETA jetzt an die Politik und Verwaltung deutscher Großstädte gewandt. Ein Brief mit der Aufforderung, einen zusätzlichen kommunalen Fütterungs-Service für die Tauben einzurichten, ging laut Stadtsprecher Maximilian Löchter auch im Dortmunder Rathaus ein.

Nur weigert sich Dortmunds Verwaltung der Aufforderung der Tierrechtler nachzukommen, denn wie der Stadtsprecher mitteilt, würde ein Aussetzen des Fütterungsverbots zu massiven Folgeproblemen führen.

Das Fütterungsverbot von Wildtauben und verwilderten Haustauben (Stadttauben) ist in der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung der Stadt Dortmund vom 17.12.2013 geregelt. Es ist Bestandteil des sogenannten "Augsburger Modells" zur Reduzierung der Stadttaubendichte, das Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein umsetzt.

Angebot fördert Population

"Das Modell kombiniert das allgemeine Fütterungsverbot mit gleichzeitig eingerichteten Brutstätten mit Fütterung und Eier-Entnahme", so Maximilian Löchter. Exemplarisch für eine solche Brutstätte benennt er den Taubenturm im Stadtgarten.

Die Populationsdichte der Tiere sei direkt abhängig vom Nahrungsangebot. Das bedeute, dass die Tiere bei eingeschränktem Nahrungsangebot weniger Nachkommen produzierten.

"Tauben gehen teilweise kilometerweit auf Nahrungssuche und sind daher nicht auf eine örtlich feste Versorgung angewiesen. Die Tiere finden auch im Frühjahr reichlich Nahrung in der Vegetation unserer Kulturlandschaft", sagt Löchter.

Würde mit einer zusätzlichen Fütterung begonnen, würde das Konzept durchbrochen, und es müsse damit gerechnet werden, dass neue Taubenschwärme angelockt würden, von denen sich ein Teil zur Brut ansiedele, der später keine Nahrung mehr fände.

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