Tierschützer wollen Feuerwerke in Dortmund grundsätzlich verbieten lassen – mit einer Ausnahme

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Nach dem Beispiel der in Dortmund stark eingeschränkten Osterfeuer fordern nun fünf Tier- und Naturschutzverbände vom Rat der Stadt ein Feuerwerksverbot. Dahinter stehen große Organisationen.

Dortmund

, 12.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter diesem Anliegen stehen zum Teil große, bekannte Natur- und Tierschutzverbände: In Dortmund haben sich der Tierschutzverein, der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund (Nabu), die Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz sowie die Arbeitsgruppe Igelschutz zusammengetan, um den Rat der Stadt zu einem Verbot von Höhenfeuerwerken zu bewegen.

Öffentliche und private Höhenfeuerwerke stellten „eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen und Tieren durch Schadstoffe und Lärm dar“, heißt es in dem Schreiben an fünf Ratsfraktionen und Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Die Silvester-Böllerei ist von dem Antrag ausgenommen.

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Gleichzeitig gebe es seit Jahren schon Höhenfeuerwerke in der Innenstadt und verschiedenen Stadtteilen, im Westfalenpark, im Fredenbaum und an anderen Orten. „Was der Krach, der von Jahr zu Jahr mehr wird, für Haustiere, Nutztiere und frei lebende Tiere mit ihren hoch entwickelten Sinnesorganen bedeutet, lässt sich unschwer erahnen“, schreiben die unterzeichnenden Verbände. So sei es für Hunde und Katzen purer Stress, wenn sie die lauten Böller hörten.

Wissenschaftliche Studien

Während im Verkehrsbereich Maßnahmen zur Minderung der Feinstaubbelastung erfolgt seien, könne man keine entsprechenden Maßnahmen zur Verminderung der Höhenfeuerwerke erkennen. Ausnahmegenehmigungen würden „großzügig gewährt“, kritisieren die Tier- und Naturschützer.

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Um ihre Forderung zu untermauern, ziehen sie zwei wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen von Feuerwerken auf Vögel aus den Jahren 2015 und 2019 heran. Danach zeigten Kohlmeisen, Blaumeisen und Zaunkönige, die in Nistkästen übernachtet hatten, ein deutlich abweichendes Verhalten gegenüber ungestörten Nächten. Dazu zählten Phasen von Wachheit, Unruhe, Alarmiert-sein, Sitzplatzwechseln sowie zum Teil Panik bei Lärmspitzen um 100 Dezibel.

Gänse oft von Panik erfasst

Am häufigsten dokumentiert wurde jedoch Flucht in die schützende Vegetation oder entfernte Bereiche – und das laufend, schwimmend oder fliegend. Jungvögel wie Störche und Reiher sprängen im Extremfall aus dem Nest. Flucht wiederum gehe oft – zum Beispiel bei Panik – mit Folgeschäden einher. Neun von zehn dokumentierten Todesereignissen bei Feuerwerken entfielen auf Paniken, so eine der beiden Studien: „Besonders oft betroffen sind Schwarmvögel, vor allem Gänse und Kraniche.“

Deshalb fordern die Verbände für Dortmund Maßnahmen zur Reduzierung privater und öffentlicher Feuerwerke mit dem Ziel, sie ganz zu verbieten. Und sie haben einen Tipp zur Umsetzung: „Bewährte Regeln für Osterfeuer, die zu einer Reduzierung geführt haben, können herangezogen werden.“

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