Tierschutzverein will für Kampfhunde zahlen

Neue Kampagne

Kampfhunde sind schwer vermittelbar, fristen oft schon viele Jahre ihr Dasein im öffentlichen Zwinger - jetzt wird der Dortmunder Tierschutzverein aktiv. Er will Hundehaltern die Hundesteuer und andere Kosten begleichen.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 21.01.2011, 06:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun plant der Tierschutzverein Groß-Dortmund ein Hundeleben lang die Kosten für die Hundesteuer (432 Euro pro Jahr), die ärztliche Versorgung und die Haftpflicht übernehmen, wenn jemand einen Kampfhund bei sich aufnimmt; denn das Tierheim platzt aus allen Nähten, „und diese Hunde haben es verdient“, sagt Tierschutzvereins-Vorsitzende Erika Scheffer. Sie seien oft schon im Tierheim geboren, lebten dort bereits 6 bis 7 Jahre. Wie Jancky, ein Stafford-Terrier-Mix, stubenrein und gehorsam an der Leine, aber kein Freund von Kindern und Katzen. Es sind 20 Hunde wie Jancky, die ein neues Herrchen oder Frauchen suchen und für eine Vermittlung in Frage kommen, berichtet Scheffer. Für jedes Tier fallen bei der Stadt pro Tag bis zu 20 Euro an Kosten an, so Stadtsprecher Michael Meinders. Das sind bis zu 12 000 Euro im Monat nur für die Kampfhunde unter den rund 70 Hunden im Heim. Darüber hinaus hat die Stadt bereits Hunde in eine Tierpension im Münsterland ausgelagert, weil in Dorstfeld kein Platz mehr ist.

Die Stadt muss die Kosten tragen; denn laut Tierschutzgesetz darf kein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet werden – und ob z.B. ein Hund gefährlich ist, entscheidet der Amtstierarzt. Die Stadt begrüße den Vorstoß des Vereins, so Johannes Blume, Chef von Stadtgrün und für das Tierheim zuständig. Vermittelt werden die Tiere nur an Halter, die Erfahrung mit solchen Hunden haben und das nachweisen können, versichert Erika Scheffer. Mitleid mit den Tieren sei keine Eignung. „Die Hunde sollen schließlich keine Wanderpokale werden.“ Alle 20 Hunde werden in 14 Tagen auf die Internetseite des Vereins gestellt und bekommen ausführliche Charakterbeschreibungen an ihre Boxen. Die Vermittlung könne aber bereits heute starten, meint Scheffer. Zu begutachten sind die Hunde z.B. am Samstag, 11-14 Uhr, im Tierschutzzentrum, Hallerey 39.

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