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Tödliche Eifersucht: Richter schicken Iraker lange in Haft

rnSchwurgericht Dortmund

Sieben Monate nach einer tödlichen Beziehungstat in Dortmund-Scharnhorst haben die Richter ihr Urteil gesprochen.

Dortmund

, 12.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Erst griff er zum Messer, dann tauchte im Internet ein Foto der Leiche auf: Nach einer tödlichen Beziehungstat in Dortmund-Scharnhorst ist ein 32-jähriger Iraker am Mittwoch zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Es war der 30. Oktober 2018, gegen 22.30 Uhr, als der Angeklagte immer wieder auf seine Frau einstach. Er traf allein dreimal das Herz, durchstach mehrfach die Lunge. Alles war voller Blut.

Die beiden Söhne des Paares (vier und sechs Jahre alt) waren im Kinderzimmer. Es ist nur Zufall, dass sie die grausame Bluttat nicht mitansehen mussten. Nach der Tat hatte der 32-Jährige sogar noch ein Foto der Leiche gemacht, das später bei Facebook aufgetaucht ist. Dafür soll es sogar noch „Likes“ gegeben haben.

„Der Angeklagte hat seinen Kindern die Mutter genommen“

„Der Angeklagte hat massivste Gewalt gegen ein offensichtlich wehrloses Opfer eingesetzt und seinen Kindern die Mutter genommen“, sagte Richter Peter Windgätter bei der Urteilsbegründung des Dortmunder Schwurgerichts.

Oberstaatsanwalt Carsten Dombert war von fast schon wahnhafter Eifersucht und einem übersteigerten Kontrollwahn ausgegangen. Von Eifersucht gehen auch die Richter aus.

In der Vergangenheit hatte es schließlich immer wieder Streit gegeben. Zuletzt hatte die zweifache Mutter am Dortmunder Amtsgericht sogar ein Kontaktverbot erwirkt. Daraufhin hatte der Angeklagte zehn Tage lang im Auto geschlafen – allerdings direkt vor der Wohnung.

„Bring mich um, wenn Du ein Mann bist“

Warum ihn seine Frau am Tattag doch noch einmal hineingelassen hat, ist unklar. Auch was dann passiert ist, können die Richter nicht sagen. „Was der Grund oder der Anlass für die Tat war, wissen wir nicht“, so Windgätter.

Der Angeklagte hatte damals erst seine Schwiegereltern angerufen und dann die Polizei alarmiert. Er war noch am Tatort festgenommen worden. Seine 31 Jahre alte Frau verblutete.

Im Prozess hatte der Angeklagte erklärt, dass er von seiner Frau beleidigt, verhöhnt und bespuckt worden sei. Am Ende habe sie ihm sogar das Messer hingehalten. „Bring mich doch um, wenn Du ein Mann bist.“ So oder so ähnlich soll sie sich nach seinen Angaben ausgedrückt haben.

Der Ex-Mann hat 43 Mal zugestochen

Ob das wirklich stimmt, ist unklar geblieben. Auch in diesem Punkt haben sich die Richter nicht festlegen wollen. Fakt sei nur, dass der Angeklagte 43 Mal zugestochen hat. Mit unfassbarer Wucht. Teilweise waren die Wunden tiefer als die Klingenlänge des Messers.

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