Schüler wollten Lehrer töten: Jugendliche sprachen über Wiederholung der gescheiterten Tat

rnMartin-Luther-King-Gesamtschule

Zwei Gesamtschüler und ein Komplize wollten mit Hammerschlägen einen Lehrer umbringen, scheiterten aber. Doch die Gefahr für den Mann war noch nicht vorbei.

Dortmund

, 15.05.2019, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Schüler der Martin-Luther-King-Gesamtschule im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld wollten am 7. Mai 2019 auf dem Schulgrundstück mit Hammerschlägen einen Lehrer töten, weil einer der jugendlichen Tatverdächtigen laut Staatsanwaltschaft „unzufrieden“ mit dem Pädagogen war: Die Versetzung des 16-Jährigen war gefährdet. Die mit einem 18-jährigen Komplizen vorbereitete Tat scheiterte, weil der erfahrene Lehrer im entscheidenden Moment Verdacht schöpfte. Doch die Gefahr war noch nicht vorüber.

Nach Informationen unserer Redaktion haben die drei Tatverdächtigen nach dem gescheiterten Versuch darüber gesprochen, die Tat zu wiederholen. Ein Mitschüler aus der Klasse des 16-jährigen Hauptverdächtigen bekam davon Wind und erzählte das seiner Mutter. Auf einem Elternsprechtag zwei Tage nach dem Versuch informierte die Frau den Lehrer. Weitere zwei Tage später, am Montag (12.5.), schaltete die Schule die Polizei ein.

Schnell Komplizen ermittelt

Am Montag wurden erst der 16-Jährige, dessen Versetzung gefährdet war, und ein 17-jähriger Schüler vorübergehend festgenommen. Schnell konnte die Polizei auch den 18-jährigen Komplizen ermitteln. Laut Staatsanwalt Felix Giesenregen steht fest:

  • Der 16-Jährige soll die „Triebfeder“ vor der Tat sein: Er habe seinen 17-jährigen Mitschüler unter Druck gesetzt. Er sollte an einem vorher besichtigten Tatort zu Boden gehen und einen Notfall vortäuschen.
  • Der für diesen Moment ausgeheckte Plan: Der Hauptverdächtige und dessen 18-jähriger Freund, der nicht Schüler der Gesamtschule ist, bitten den Lehrer um Erste Hilfe und schlagen mit Hämmern auf den arglosen Lehrer ein. Mit der festen Absicht ihn zu töten.

Staatsanwalt Felix Giesenregen sagte, dass der 16-Jährige „planvoll und akribisch vorgegangen“ sei. Der 17-Jährige unter Druck gesetzte Schüler sei „ein kleines Rad“ gewesen. Tatverdächtiger Nummer 3, also der 18-Jährige, zögerte offenbar nicht. Er und der 17-Jährige haben ihre Tatbeteiligung eingeräumt. Der Hauptverdächtige bestreitet alles, obwohl er die Komplizen herangezogen und die Hämmer beschafft hat. Gemeinsam sollen sie den Tatort ausgekundschaftet haben.

Im Hinterhalt

Der Lehrer hatte den vorgetäuschten Notfall offenbar durchschaut, aber keine Ahnung davon, dass er in einen Hinterhalt gelockt werden sollte. Erst zwei Tage nach der Tat hatte er auf dem Elternsprechtag von dem Vorhaben seiner Schüler erfahren. Die „Vorbereitung eines Verbrechens“ war laut Staatsanwaltschaft kein „Dumme-Jungen-Streich“.

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