Torhaus am Rombergpark fällt als Veranstaltungsort weg - so geht es jetzt weiter

Brandschutzmängel entdeckt

Die Stadt Dortmund hat alle Veranstaltungen im Torhaus am Romberpark abgesagt. Grund sind fehlende Fluchtwege im Brandfall. Jetzt steht fest, wie es weitergeht.

Brünninghausen

, 14.01.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Torhaus am Rombergpark fällt als Veranstaltungsort weg - so geht es jetzt weiter

Das historische Torhaus am Romberpark erfüllt nicht mehr die Brandschutzanforderungen. Deshalb hat das städtische Kulturbüro alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. © Nils Foltynowicz

Claudia Kokoschka, Leiterin des städtischen Kulturbüros, hat am Dienstag (15.1.) in dem historischen Schlossgebäude am Haupteingang des Rombergparks, die Hintergründe der Schließung erklärt und über die Zukunft gesprochen. Die Grundaussagen: Zum sofortigen Stopp gibt es keine Alternative. Für die 2019 geplanten Veranstaltungen schon. Für insgesamt 18 Termine hat das Kulturbüro Ausweichorte gefunden.

Das sind die Gründe für die Absage der Veranstaltungen

„Wir hängen sehr an diesem Haus“, sagte Claudia Kokoschka. Aber als Leiterin des städtischen Kulturbetriebs habe sie die Verantwortung für die Sicherheit der Besucher. Als solche habe sie handeln müssen, nachdem es am 8. Januar eine Begehung zum Thema Brandschutz gab.

Torhaus am Rombergpark fällt als Veranstaltungsort weg - so geht es jetzt weiter

Kulturbüro-Leiterin Claudia Kokoschka an der Wendeltreppe, die der einzige Weg zum Ausstelungsraum im Torhaus am Rombergpark ist. Als Fluchtweg reicht das nicht aus, so lautet die offizielle Einschätzung. © Roland Gorecki

„Die Feuerwehr hat uns klar gemacht, dass es keine Grundlage für die Durchführung von Veranstaltungen gibt. Da sind wir einiger Blütenträume beraubt worden“, so Claudia Kokoschka. Es stellte sich heraus: Nach den gesetzlichen Vorgaben verfügt das Gebäude über keinen einzigen richtigen Rettungsweg. Der einzige Weg hinaus und hinein führt über eine steile Wendeltreppe. Auch die Fenster erfüllen nicht die Kriterien. „Wir dachten bisher immer, dass wir auf der sicheren Seite sind.“

Dass die Brandschutzmängel nicht schon früher zum Problem geworden sind, liegt laut Claudia Kokoschka daran, dass sich „der Blick auf das Thema Sicherheit durch verschiedene große Ereignisse verändert hat“. Als Beispiel nannte sie die Katastrophe bei der Loveparade 2010, in deren Folge Sicherheitsanforderungen für Veranstalter deutlich gestiegen sind.

So geht es mit den Ausstellungen und Konzerten weiter

Die Gitarrenkonzerte werden ein neues Domizil in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) . Die Ausstellungen der Dortmunder Künstlerverbände finden einen komplett neuen Ort mitten an Dortmunds Top-Kulturort: den Pavillon auf dem Vorplatz des U-Turms, der noch bis zum 10. Februar für Ticketing und Merchandising der Pink-Floyd-Ausstellung genutzt wird.

Dieser wird noch umgebaut, voraussichtlich ab April könnten die Ausstellungen des Westfälischen Künstlerbunds, des Bundesverbands Bildender Künstler (BBK) Westfalen und des BBK Ruhrgebiet und der „Dortmunder Gruppe“ dann im Pavillon am U stattfinden.

Das Torhaus hat eine lange Geschichte

Das Torhaus, erbaut im Jahr 1681, ist ein Überbleibsel des ehemaligen Schlosses Brünninghausen und liegt direkt am Haupteingang des Rombergparks. Eine schmale Wendeltreppe führt zu einem 100 Quadratmeter großen Saal. „Wir würden das Torhaus sehr gerne für die Kulturnutzung erhalten“, sagte Claudia Kokoschka. „Wir müssen jetzt gemeinsam mit anderen städtischen Stellen schauen, was machbar ist.“

1968 sind hier zum ersten Mal Kunstwerke präsentiert worden. Normalerweise präsentiert die Stadt Dortmund hier zu Jahresbeginn ihre neuesten Kunstankäufe. Außerdem nutzen die vier lokalen Künstlerverbände die Räumlichkeiten: der Westfälische Künstlerbund, der Bundesverband Bildender Künstler (BBK) Westfalen und der BBK Ruhrgebiet und die geschichtsträchtige „Dortmunder Gruppe“.

Künstlerverbände sorgen sich um die Zukunft

„Das sind überhaupt keine guten Nachrichten“, kommentierte Irmhild Koeniger-Rosenlecher, Vorsitzende des Westfälischen Künstlerbundes, die Nachricht am Montag. Einen Tag später präzisierte sie: „Das Torhaus ist die einzige konsistente Fläche, die wir noch hatten. Es ist eine schwierige Situation.“ Die Räume im Pavillon hätten Potenzial, es fehle aber der Charme des Torhauses. Nach ihrer Ansicht sei ein sofortiger Stopp aller Veranstaltungen nicht notwendig gewesen.

Die Verbände können auch die BIG-Gallery im Gebäude einer Versicherung nahe des U-Turms nutzen. Allerdings stehen hier weniger Termine zur Verfügung. Die Reihe „Gitarrenmusik im Torhaus“ gibt es seit 22 Jahren.

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