Traditions-Modehaus in der City schließt nach 85 Jahren – Ausverkauf startet

rnSchließung am Hansaplatz

Wieder schließt ein Traditionsgeschäft in der Dortmunder City. Die Konkurrenz durch den Online-Handel ist dabei nur ein Grund für das Aus nach 85 Jahren. Es gibt einen Ausverkauf.

Dortmund

, 05.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen. Das sieht man Lothar Deters und seinem Sohn Nicholas an. Doch der Entschluss steht fest. Das Modehaus Deters in den Propstei-Arkaden am Hansaplatz schließt zum Jahresende – nach fast 85-jähriger Geschichte.

Deters ist bekannt als beste Adresse für hochwertige Damen- und Herrenmode. Außerdem bietet das Haus am Eck zum Platz von Hiroshima auch Accessoires für Haus und Heim.

Damit ist jetzt Schluss. Trotz derzeit steigender Umsätze haben sich die beiden Geschäftsführer Lothar und Nicholas Deters entschieden, das Geschäft in seiner jetzigen Konstellation zu schließen. Es liegt nicht an der Lage. Die Propsteiarkaden sind gerade für hochwertigen Handel inzwischen ein etablierter Standort, berichtet Lothar Deters. Seit 30 Jahren ist Deters dort zuhause, vorher lag das Geschäft am Westenhellweg.

Prioritäten verschoben

Natürlich spürt auch das Modehaus Deters die wachsende Konkurrenz des Online-Handels. Dazu haben die beiden Geschäftsführer eine Verschiebung von Prioritäten festgestellt: „Der Stellenwert von hochwertiger Bekleidung ist in der Gesellschaft erkennbar gesunken. Wichtiger sind Reisen, Technik und Autos.“

Hauptgrund für die Schließung ist aber, dass der Hauptlieferant des Modehauses, die französische Firma Hermès Paris die bestehende Konzessionsverträge zum Jahresende gekündigt hat. Deters bekommt also schlicht keine Ware mehr, die bislang viele Kunden dort gefunden haben. Dahinter steckt wohl die Grundsatzentscheidung von Hermès, kleine – auch in Eigenregie geführte – Geschäfte zu schließen und weltweit nur noch mit größeren Flächen sowie online präsent zu sein.

„Die Entwicklung ist nicht mehr zu bremsen“, stellt Nicholas Deters. Die aktuelle Herbst-Winter-Kollektion ist damit die letzte Lieferung, die Deters bekommen hat. Danach ist Schluss.

20 Beschäftigte betroffen

Mit drastischen Folgen: 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen viele schon seit langer Zeit bei Deters beschäftigt sind, verlieren ihre Arbeit. Das gilt auch für den Junior-Chef selbst. Seit vier Jahren ist Nicholas Deters verantwortlich im Betrieb tätig, führt das Geschäft in der dritten Generation. Während sein Vater Lothar nun in den verdienten Ruhestand gehen kann, muss sich der 29-Jährige eine neue Aufgabe suchen.

Erst einmal läuft nun ab diesem Samstag (5.10.) der Ausverkauf am alten Standort. Die Dekoration wurde am Freitag schon angebracht. „Wir wollen vor allem den sehr vielen Stammkunden danken, die zum Teil über mehrere Generationen dem Haus die Treue gehalten haben“, sagen Lothar und Nicholas Deters.

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