Träumen (noch) erlaubt

Irgendwie war es wie immer. Borussia Dortmund pfeift, und von allen Seiten strömen die Fans herbei. Ganz gleich, wie die vorherige Saison verlaufen ist.

01.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

13 000 Anhänger fanden sich gestern im Signal Iduna Park ein, um die erste lockere Trainingseinheit der Bundesliga-Profis zu beobachten. Und pulverisierten damit die Zahlen der Liga-Konkurrenz. Wenige Monate nach Abschluss einer Saison, die trotz neuer Euphorie von fast allen Fans als «reine Katastrophe» bezeichnet wird.

«Das ist wirklich irre», wundert sich auch Dominik Schafflick (14, 1. Foto) über die voll besetzte Haupttribüne und die tolle Stimmung. «So etwas geht eben nur in Dortmund. Wir sind die treuesten Fans.» Und die optimistischsten. «In diesem Jahr ist das Erreichen des Uefa-Cups auf jeden Fall drin.» Klingt wie vor einem Jahr. Doch der Fan aus Wellinghofen ist zuversichtlich, dass das Management in dieser Sommerpause besser auf dem Transfermarkt zugeschlagen hat.

Vor allem der Kroate Mladen Petric hat es Dominik und seinen Freunden Moritz und Tim angetan. Auch wenn sie ihn bisher nur aus Internet-Recherchen kennen. Doch allesamt sind sie überzeugt, dass vor allem aus dem Süden der Nation viel heiße Luft kommt: «Wir haben besser eingekauft als die Bayern. Nicht nur nach Namen.» Björn Stachorra (2. Foto), Lehrer aus Dortmund, gibt sich Mühe, seine Erwartungen zu drosseln. Und ist dennoch überzeugt, dass der vierte Platz drin ist. «Und wenn es ganz schlecht läuft, vielleicht Platz acht.»

Die Gefahr, in die Abstiegszone zu rutschen, sieht er nicht. Und zählt vor allem auch auf «Ein-Tor-Stürmer Nelson Valdez». «Der hat häufig gut gespielt, aber leider viel Pech gehabt.»

Stachorra und Kollege Mario Rehan tippen übrigens, dass der BVB am vierten Spieltag neun Punkte auf seinem Konto hat. Drei Punkte auf Schalke fest eingeplant. Sorgen machen sie sich vor dem Derby nicht. «Hätte der Schalker Vorstand nicht nachgetreten, wäre es ein ganz normales Derby.»

Zwei Siege gegen Schalke, direktes und schnelles Spiel und massig Tore wünscht sich Rachad Alilou (12, 3.Foto). «Dann können wir auch Meister werden.» Doch der erste, dem der junge Dortmunder nach nur neun Minuten zujubelt, ist kein Spieler, sondern Trainer Thomas Doll. «Ohne ihn und Alex Frei wären wir vergangene Saison abgestiegen.» Gut, dass in der neuen Spielzeit alles anders wird. jo

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