Tragischer Unfall verzögert Arbeiten am Hauptbahnhof – Bahnpendler spüren Auswirkungen

rnTodesfall durch Stromschlag

Der tragische Unfall am Dortmunder Hauptbahnhof, bei dem am 31. Juli ein Arbeiter ums Leben kam, sorgt für Verzögerungen beim Umbau des Bahnhofs. Auch Bahn-Pendler spüren die Konsequenzen.

Dortmund

, 20.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollten am Bahnsteig 26/31 ganz im Norden des Hauptbahnhofs schon wieder die Züge rollen. „Ab 1. August 2019 kann der modernisierte Bahnsteig an den Gleisen 26/31 in Betrieb genommen werden“, teilte die Deutsche Bahn am 26. Juli mit. Doch tatsächlich ist der Zugang zum Bahnsteig noch immer mit Bauzäunen abgeriegelt. „Aufgrund der vorangegangenen polizeilichen Ermittlungen ist der Bahnsteig gesperrt“, heißt es auf einem ausgehängten Zettel.

Die polizeilichen Ermittlungen wurden nach einem tödlichen Unfall am 31. Juli eingeleitet. Ein 28-Jähriger Mitarbeiter der DB Bahnbau war an diesem Mittwoch gegen 23.30 Uhr durch einen schweren Stromschlag schwer verletzt worden und kurz darauf noch an der Unfallstelle gestorben. Er war bei Arbeiten in einem Hubkorb wohl zu nah an die Stromleitungen oberhalb der Gleise gekommen.

Ermittlungen dauern an

Geklärt werden muss nun, ob möglicherweise die Oberleitung nicht abgeschaltet war. Dazu ermitteln sowohl das Eisenbahn-Bundesamt als auch die Bundespolizei und die Dortmunder Polizei. „Die Ermittlungen dauern noch an“, erklärte eine Polizeisprecherin am Montag (19.8.) auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Untersuchungen haben Folgen: Anders, als vorgesehen, kann der Bahnsteig 26/31 noch nicht genutzt werden. Der tragische Unfall hat die Arbeiten dort verzögert. Am Montag lief dort die Montage der neuen Zugzielanzeiger. Freigegeben soll der Bahnsteig nach Auskunft der Deutschen Bahn nun am 6. September. Dann fahren dort u.a. Züge der Regionallinien RE3, RE4, RB50 und RB51.

Erster neugestalteter Bahnsteig

Der Bereich mit den Gleisen 26/31 ist der erste neugestaltete Bahnsteig im Rahmen der Bahnhofsmodernisierung. Er ist vom Boden bis zum Bahnsteigdach rundum erneuert worden. Dazu gehören auch eine neue Möblierung, Wetterschutzhäuser und ein Wegeleitsystem.

Der wichtigste Punkt ist die Barrierefreiheit. Die ist allerdings noch nicht ganz erreicht. Zwar haben die Aufgänge zu dem Bahnsteig nun auch Rolltreppen. Der Aufzug, der von der Mitte des Bahnhofstunnels auf den Bahnsteig führt, wird aber voraussichtlich erst Ende des Jahres in Betrieb gehen.

Umbau bis 2024

Während am Bahnsteig 26/31 noch Restarbeiten erledigt werden, ist die Baustelle zur Bahnhofsmodernisierung wie geplant in Richtung Süden weitergewandert. Aktuell wird am Bahnsteig 23 gearbeitet. Deswegen fahren mehrere Züge des Regionalverkehrs an anderen Bahnsteigen als üblich.

In der Regel wird ein Jahr an einem neuen Bahnsteig gearbeitet. Insgesamt dauern die Modernisierungsarbeiten am Hauptbahnhof bis zum Jahr 2024.

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