Transgourmet GmbH baut Umschlaghalle in Dortmund: Anwohner sorgen sich um Hochwasserschutz

rnWirtschaft in Dortmund

Die Firma Transgourmet GmbH baut ihre erste Umschlaghalle in Dortmund. Der Lebensmittel-Großhändler nennt weitere Details zum Vorhaben. Anwohner fürchten indes neue Hochwasser-Katastrophen.

Marten

, 07.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In rund neun Monaten soll die erste Umschlaghalle in Dortmund des Lebensmittel-Großhändlers Transgourmet GmbH fertig sein. Standort des circa 1000 Quadratmeter großen Neubaus ist eine Freifläche in Marten im Bereich des Regenrückehaltebeckens „In der Meile“ an der Overhoffstraße 38.

Die Versiegelung dieser Fläche ruft nun die Bürgerinitiative Martener Forum auf den Plan. Denn sie sieht durch das Vorhaben den örtlichen Hochwasserschutz in Gefahr.

„Warum“, fragt Sprecherin Monika Rößler, „werden die aufwendigen Bemühungen der Emschergenossenschaft, durch das Rückhaltebecken eine Wiederholung von Hochwasser-Katastrophen zu vermeiden, durch dieses Bauprojekt konterkariert?“ Es sei zu befürchten, dass beim nächsten Starkregen die Wassermassen direkt über die Overhoffstraße in das Ortszentrum strömen.

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„Auf welche Weise wurde dem Hochwasserschutz bei der Erteilung der Baugenehmigung Rechnung getragen?“, fragt Monika Rößler. Dazu Stadtsprecher Christian Schön: „Im Verfahren wurden selbstverständlich die Stadtentwässerung und die ,Unteren Wasserbehörden‘ 1 und 2 beteiligt, so dass die wasserrechtlichen Belange umfänglich berücksichtigt wurden. Andernfalls wäre das Vorhaben nicht genehmigungsfähig gewesen.“

Martener Forum fordert ökologische Aufwertung der Freifläche

Gleichzeitig erinnert Monika Rößler an die Empfehlungen des Martener Forums, den noch vorhandenen Freiraum zwischen Bahnlinie und A 40/ B1 ökologisch aufzuwerten. „Dazu haben Studierende der TU Dortmund im vergangenen Semester konkrete Vorschläge erarbeitet.“

Stattdessen laufen hier nun die Bauarbeiten für eine Umschlaghalle. Nicht nur die Baupläne der Transgourmet GmbH sind längst fertig, auch die zukünftige Nutzung steht fest.

Trocken- und Frischware sowie Tiefkühlkost

„In der Halle werden Lebensmittel aus den Bereichen Trockenware, Frische und Tiefkühlkost umgeschlagen“, berichtet Unternehmenssprecherin Charlotte Brandau auf Anfrage dieser Redaktion.

Beliefert würden von hier aus Kunden aus den Bereichen Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. „Von Dortmund aus wird das europäische Ausland nicht beliefert“, so Brandau. Die Kundenkontakte der Transgourmet GmbH reichen bis Polen, Rumänien und Russland.

Transgourmet plant mit 26 bis 30 Lkw-Fahrten täglich

Insgesamt seien in Marten täglich zwischen 26 und 30 Lkw-Fahrten geplant. „Die Fahrzeuge werden zwischen 5 Uhr und 17 Uhr fahren“, so Charlotte Brandau.

In den vergangenen Sitzungen der Bezirksvertretung Lütgendortmund stand der geplante Bau der Umschlaghalle nicht auf der Tagesordnung. Dazu Stadtsprecher Christian Schön: „Das Vorhaben wurde am 17.09.2019 baugenehmigt. Es liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes MA 103 und entspricht dem Bebauungsplan umfänglich. Insofern bestand kein Erfordernis der Beteiligung der politischen Gremien.“

Ein Geschäft der laufenden Verwaltung also, da ohne Weiteres ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Baugenehmigung bestanden habe, so Schön.

Martener Forum empfiehlt Änderung des Bebauungsplans

Zum Bebauungsplan MA 103 hat das Martener Forum eine eigene Meinung: „Im Hinblick auf den geplanten sechsstreifigen Ausbau der Autobahn und die Umweltbelastungen der vorhandenen Wohnbebauung im Gewerbegebiet ,Martener Hellweg‘“ empfiehlt es eine Überarbeitung des B-Plans.

„Dabei könnten die vorhandene Nähe zum Hochschulcampus und die Auslastung des Technologieparks zu der Abwägung führen, störendes Gewerbe durch neue Technologien zu ersetzen“, so Monika Rößler.

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