Trauerfeier für drei getötete Kinder

Drama in der Nordstadt

In Dortmund hat es am Mittwoch eine Trauerfeier für die drei getöteten Kinder gegeben. Das wurde nach Ende der Feier bekannt. Die Leichen der getöteten Kinder werden in die Türkei gebracht. Gleichzeitig wehrt sich das Dortmunder Jugendamt gegen Vorwürfe.

DORTMUND

von Von Tobias Großekemper und Oliver Koch (mit dpa)

, 08.08.2012, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Tatort wird um die drei getöteten Kinder getrauert.

Am Tatort wird um die drei getöteten Kinder getrauert.

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Drei tote Kinder nach Feuer in der Fichtestraße

Bei einem Feuer in der Fichtestraße sind drei Kinder im Altern von 4, 10 und 12 Jahren getötet worden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Verbrechen aus.
03.08.2012
/
Das Landeskriminalamt durchsuchte Wohnungen an 60 Orten - auch in Selm.© Foto: Peter Bandermann
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Polizei am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Das Feuer wurde in der Erdgeschosswohnung gelegt.© Foto: Peter Bandermann
Bereits am 29. Februar 2012 hatte es in der oberen Wohnung gebrannt. Der Vater konnte damals die dreio Kinder ins Freie führen. Die Kinder hatten mit Feuer gespielt. Kurz darauf war die Familie in die Edgeschoss-Wohnung gezogen.© Foto: Peter Bandermann
Erika Kötter (53) betreibt einen Kiosk. Noch am späten Donnerstagabend hatte sie den Kindern Süßigkeiten verkauft. "So etwas nimmt einen mit", sagt sie.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn auf der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Diese Gedenkstätte wurde spontan errichtet.© Foto: Peter Bandermann
Über viele Stunden verfolgten Anwohner das Geschehen vor dem Haus, in dem die drei Kinder sterben sollten.© Foto: Peter Bandermann
Die Kriminalpolizei tauscht Informationen aus.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn auf der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Der Leichenwagen trifft in der Fichtestraße ein.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn und Medienvertreter umringen den Leichenwagen.© Foto: Peter Bandermann
Der Leichenwagen am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Bestatter fuhren die beiden Leichen der Kinder in die Gerichtsmedizin, wo ein Pathologe die Körper untersuchte.© Foto: Peter Bandermann
Bestatter transportieren die Leichen der zwei Kinder aus der Wohnung in die Gerichtsmedizin.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Viele Anwohner waren auf die Straße gekommen, um das Geschehen zu verfolgen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei im Gespräch mit Anwohnern.© Foto: Peter Bandermann
Eine Familie betrachtet die kleine Gedenksttätte, die spontan errichtet worden ist.© Foto: Peter Bandermann
Gedenkstätte am Ort der Brandtragödie im Hafenviertel.© Foto: Peter Bandermann
Der Tatort ist mit Flatterband abgesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Scheinwerferlicht der Spurensicherung erleuchtet den Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Kriminaltechniker auf dem Weg in die Wohnung. Hier analysen sie Spuren.© Foto: Peter Bandermann
Fichtestraße 18: In diesem Mehrfamilienhaus ereignete sich die Tragödie.© Foto: Peter Bandermann
Polizei im Hauseingang.© Foto: Peter Bandermann
Ein Hubschrauber der Polizei über dem Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein zerschlagenes Fenster im Erdgeschosss. Die Feuerwehr hatte die Flammen auch von außen gelöscht.© Foto: Peter Bandermann
Ein Polizist vor dem Hauseingang.© Foto: Peter Bandermann
Anwohner blicken auf das Haus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein Hubschrauber kreist über den Bereich Fichtestraße / Sunderweg.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein von der Feuerwehr eingeschlagenes Fenster.© Foto: Peter Bandermann
Spuren der Löscharbeiten.© Foto: Peter Bandermann
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung.© Foto: Peter Bandermann
Eingeschlagene Fenster in der Erdgeschoss-Wohnung. Hier war das Feuer ausgebrochen.© Foto: Peter Bandermann
Eingeschlagene Fenster in der Erdgeschoss-Wohnung. Hier war das Feuer ausgebrochen.© Foto: Peter Bandermann
Brandspuren in der dritten Etage.© Foto: Peter Bandermann
Brandspuren in der dritten Etage. Hier hatte es schon einmal gebrannt. Die gleiche Familie, bei der sich jetzt die Tragödie ereignete, war davon betroffen. Später ist sie ins Erdgeschoss gezogen.© Foto: Peter Bandermann
Polizei am Einsatzort.© Foto: Peter Bandermann
In diesem Mehrfamilienhaus ereignete sich die Familientragödie. Schon am 29. Februar 2012 hatte es hier einmal gebrannt - betroffen war die gleiche Familie.© Foto: Peter Bandermann
Kinder verfolgten das Geschehen auf der Straße, nachdem die Feuerwehr längst wieder abgerückt war.© Foto: Peter Bandermann
Der Gehweg vor dem Haus vier Stunden nach dem Feuer.© Foto: Peter Bandermann
Das Haus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Anwohner vor dem Hauseingang.© Foto: Peter Bandermann
Die Fichtestraße im Hafenviertel vier Stunden nach dem Verbrechen.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann

Derweil steht das Dortmunder Jugendamt unter Druck: Seit bekannt geworden ist, dass das Amt in der Familie tätig war, in der am Freitag drei Kinder getötet wurden, häufen sich Anfragen an das Amt. In einer sehr detaillierten Pressemitteilung wehrt sich das Amt nun gegen Vorwürfe. In der Pressemitteilung heißt es unter anderem: "Das Jugendamt hatte zu keinem Zeitpunkt Erkenntnisse, die auf eine Kindeswohlgefährdung hindeuteten. Die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes gewannen in den persönlichen Kontakten mit der Familie den Eindruck, dass der Vater einen liebevollen Umgang mit seinen Kindern pflegte."

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Drei tote Kinder nach Feuer in der Fichtestraße

Bei einem Feuer in der Fichtestraße sind drei Kinder im Altern von 4, 10 und 12 Jahren getötet worden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Verbrechen aus.
03.08.2012
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Das Landeskriminalamt durchsuchte Wohnungen an 60 Orten - auch in Selm.© Foto: Peter Bandermann
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Gedenkstelle am Tatort an der Fichtestrasse am Samstag.© Foto: Oliver Schaper
Die Polizei am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Das Feuer wurde in der Erdgeschosswohnung gelegt.© Foto: Peter Bandermann
Bereits am 29. Februar 2012 hatte es in der oberen Wohnung gebrannt. Der Vater konnte damals die dreio Kinder ins Freie führen. Die Kinder hatten mit Feuer gespielt. Kurz darauf war die Familie in die Edgeschoss-Wohnung gezogen.© Foto: Peter Bandermann
Erika Kötter (53) betreibt einen Kiosk. Noch am späten Donnerstagabend hatte sie den Kindern Süßigkeiten verkauft. "So etwas nimmt einen mit", sagt sie.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn auf der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Diese Gedenkstätte wurde spontan errichtet.© Foto: Peter Bandermann
Über viele Stunden verfolgten Anwohner das Geschehen vor dem Haus, in dem die drei Kinder sterben sollten.© Foto: Peter Bandermann
Die Kriminalpolizei tauscht Informationen aus.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn auf der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Der Leichenwagen trifft in der Fichtestraße ein.© Foto: Peter Bandermann
Nachbarn und Medienvertreter umringen den Leichenwagen.© Foto: Peter Bandermann
Der Leichenwagen am Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Bestatter fuhren die beiden Leichen der Kinder in die Gerichtsmedizin, wo ein Pathologe die Körper untersuchte.© Foto: Peter Bandermann
Bestatter transportieren die Leichen der zwei Kinder aus der Wohnung in die Gerichtsmedizin.© Foto: Peter Bandermann
© Foto: Peter Bandermann
Viele Anwohner waren auf die Straße gekommen, um das Geschehen zu verfolgen.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei im Gespräch mit Anwohnern.© Foto: Peter Bandermann
Eine Familie betrachtet die kleine Gedenksttätte, die spontan errichtet worden ist.© Foto: Peter Bandermann
Gedenkstätte am Ort der Brandtragödie im Hafenviertel.© Foto: Peter Bandermann
Der Tatort ist mit Flatterband abgesperrt.© Foto: Peter Bandermann
Scheinwerferlicht der Spurensicherung erleuchtet den Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Kriminaltechniker auf dem Weg in die Wohnung. Hier analysen sie Spuren.© Foto: Peter Bandermann
Fichtestraße 18: In diesem Mehrfamilienhaus ereignete sich die Tragödie.© Foto: Peter Bandermann
Polizei im Hauseingang.© Foto: Peter Bandermann
Ein Hubschrauber der Polizei über dem Tatort.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein zerschlagenes Fenster im Erdgeschosss. Die Feuerwehr hatte die Flammen auch von außen gelöscht.© Foto: Peter Bandermann
Ein Polizist vor dem Hauseingang.© Foto: Peter Bandermann
Anwohner blicken auf das Haus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein Hubschrauber kreist über den Bereich Fichtestraße / Sunderweg.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Ein von der Feuerwehr eingeschlagenes Fenster.© Foto: Peter Bandermann
Spuren der Löscharbeiten.© Foto: Peter Bandermann
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung.© Foto: Peter Bandermann
Eingeschlagene Fenster in der Erdgeschoss-Wohnung. Hier war das Feuer ausgebrochen.© Foto: Peter Bandermann
Eingeschlagene Fenster in der Erdgeschoss-Wohnung. Hier war das Feuer ausgebrochen.© Foto: Peter Bandermann
Brandspuren in der dritten Etage.© Foto: Peter Bandermann
Brandspuren in der dritten Etage. Hier hatte es schon einmal gebrannt. Die gleiche Familie, bei der sich jetzt die Tragödie ereignete, war davon betroffen. Später ist sie ins Erdgeschoss gezogen.© Foto: Peter Bandermann
Polizei am Einsatzort.© Foto: Peter Bandermann
In diesem Mehrfamilienhaus ereignete sich die Familientragödie. Schon am 29. Februar 2012 hatte es hier einmal gebrannt - betroffen war die gleiche Familie.© Foto: Peter Bandermann
Kinder verfolgten das Geschehen auf der Straße, nachdem die Feuerwehr längst wieder abgerückt war.© Foto: Peter Bandermann
Der Gehweg vor dem Haus vier Stunden nach dem Feuer.© Foto: Peter Bandermann
Das Haus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Anwohner vor dem Hauseingang.© Foto: Peter Bandermann
Die Fichtestraße im Hafenviertel vier Stunden nach dem Verbrechen.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann
Das Mehrfamilienhaus an der Fichtestraße.© Foto: Peter Bandermann

Es habe keine Meldungen über die Familie bei allen in Frage kommenden Stellen und Ansprechpartnern im Jugendamt gegeben, erklärte das Jugendamt weiter. "Die Stadt Dortmund legt Wert auf die Feststellung, dass das schreckliche Verbrechen nichts mit der Betreuung der Familie durch das städtische Jugendamt zu tun hat. Sie verwahrt sich dagegen, den dreifachen Kindermord mit der Arbeit des Jugendamtes in Verbindung zu bringen."Die Kinder sollten am Mittwoch in die Türkei überführt werden. Der Vater wolle dazu noch am Mittwoch in das Heimatland der Familie aufbrechen, teilte die Stadt Dortmund mit.Auf drei DIN A4-Seiten erläutert das Jugendamt, auf welche Art man in der Familie tätig geworden ist. Einige Auszüge:

  • 26.09.2011: Das Dortmunder Jugendamt wird über den Zuzug der Familie informiert. Die Familie war in ihrem bisherigen Wohnort bis zum 31.08. vom dort zuständigen Jugendamt unterstützt worden, weil die Mutter der Kinder 2009 auf tragische Weise gestorben war.
  • 09.02.2012: Dem Dortmunder Jugendhilfedienst wird mitgeteilt, dass der Vater der Kinder für einige Zeit abwesend sein wird. Nach Medienberichten muss er eine kurze Haftstrafe antreten. Die Kinder werden bei einer Bekannten in einer anderen Stadt untergebracht.
  • 15.02.2012: Der Vater widerspricht der Unterbringung bei der Bekannten, jetzt sollen die Kinder in die Türkei gebracht werden. Um den Kindern diesen erneuten Wechsel zu ersparen, werden sie vom Dortmunder Jugendamt in Obhut genommen. Das Familiengericht bestätigt diesen Schritt per Einstweiliger Anordnung.
  • 18.02.2012: Der Vater kehrt zurück und holt die Kinder bei der Bekannten ab. Daraufhin besucht das Jugendamt am 21.02.2012 die Familie. Dort gibt es laut Amt keine keinerlei Anzeichen auf eine Kindeswohlgefährdung. Über das Gespräch mit den Kindern berichtet die Stadt: "Alle Kinder machten einen altersgemäß entwickelten Eindruck. Die Interaktion zwischen Vater und Kindern war liebevoll. Der Vater zeigte sich kooperativ gegenüber dem Jugendamt." Am 29.02.2012 hebt das Familiengericht den Beschluss zur Inobhutnahme auf.
  • 29.02.2012: Am gleichen Tag brennt es in der Wohnung der Familie im 3.OG in der Fichtestraße 18. Die Lebensgefährtin des Mannes unterrichtet das Jugendamt über den Brand. 
  • 12.04.2012: Die Lebensgefährtin des Mannes informiert das Amt, darüber, dass die Familie jetzt im Erdgeschoss an der Fichtestraße wohnt. 
  • 23.05.2012: Der letzte Kontakt des Jugendamtes mit der Familie: Der Vater teilt mit, dass die Kinder nach Ende des Schuljahres in die Türkei ziehen sollen. Dies entsprach laut Amt auch dem Wunsch der zehn- und zwölfjährigen Kinder. Das Jugendamt informiert Schulen und Kindergärten über den geplanten Umzug. Diese sollen sich melden, wenn der Verdacht besteht, dass die Kinder zum Umzug gezwungen werden. Eine solche Meldung gab es nicht.

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