Betrügerin bringt Seniorin um tausende Euro Bargeld – und ihre Eheringe

Polizei Dortmund

Um ihre Töchter vermeintlich aus dem Gefängnis holen zu können, nahm eine Dortmunder Seniorin eine Odyssee auf sich – doch das Ganze war ein dreister Betrug.

Dortmund

22.07.2021, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erneut berichtet die Polizei von einer dreisten Trickbetrügerin: Eine Dortmunder Seniorin sollte 75.000 Euro zahlen, damit ihre Töchter vermeintlich aus dem Gefängnis freigelassen werden könne.

Laut Polizei-Meldung ereignete sich der Vorfall am Mittwoch (21.7). Eine angebliche „Frau Meier“ meldete sich per Telefon bei einer Dortmunder Seniorin und gab an, eine Angestellte am Amtsgericht in Düsseldorf zu sein.

Des Weiteren berichtete die Trickbetrügerin von einem Unfall, in dem eine Frau zu Tode gekommen sein soll. Die Töchter der Dortmunder Seniorin sollen darin verwickelt gewesen sein und nun müssten 75.000 Euro Kaution hinterlegt werden, damit sie aus dem Gefängnis frei kommen können.

Die Seniorin gab der Polizei zufolge an, diese Summe nicht zu besitzen und so einigte sie sich mit der Trickbetrügerin „Frau Meier“ auf eine niedrigere Summe und verschiedene Schmuckstücke wie jahrzehntealte Eheringe.

Ein Taxi holte daraufhin die Dortmunderin ab, um sie nach Düsseldorf zu bringen, wo die Übergabe erfolgen sollte.

Seniorin sollte unter Druck und Stress gesetzt werden

Kurz nachdem die Dortmunderin in der Landeshauptstadt angekommen war, sollte die Seniorin allerdings nach Neuss weiterfahren. Als sie dort ankam, sagte „Frau Meier“ ihr aber, die Einzahlung des Geldes sei nun doch am Düsseldorfer Amtsgericht möglich und sie solle wieder zurückfahren.

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Der Polizei zufolge, versuchte die Täterin durch die unterschiedlichen Anweisungen möglichst viel Verwirrung, Druck und Stress bei der Seniorin aufzubauen.

Wie die Polizei meldet, kam es vor dem Düsseldorfer Amtsgericht schließlich zu der Übergabe, anschließend gab die Trickbetrügerin an, noch ein Formular holen zu müssen, um die Übergabe zu unterzeichnen - sie kehrte allerdings nicht mehr zurück.

Emotionaler Schaden „vermutlich schwerwiegender“

Die Polizei beschreibt die Tatverdächtige als 20 bis 25 Jahre alt, 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank. Zudem soll sie braune Haare haben und zum Tatzeitpunkt eine beige Hose mit schwarzer Bluse und einer schwarzen Schultertasche getragen haben.

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Die Polizei bittet nun um Hinweise, Tel. (0231) 132 7441 und erinnert daran, dass „Polizei, Justiz oder andere Behörden niemanden anrufen, um die Übergabe von Kautionen zu vereinbaren“.

Den genauen Geldbetrag und den Wert des Schmucks, den die Dortmunderin verloren hat, möchte die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht nennen, wie Polizeisprecher Peter Bandermann erklärt.

Allerdings sei der emotionale Schmerz in einem solchen Fall „vermutlich schwerwiegender“ als der finanzielle Schaden.

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