Wasserschaden vorgetäuscht: Angeblicher Klempner stiehlt Bargeld und Sparbücher

Trickbetrug in Kley

Der Klempner war nicht echt: Ein angeblicher Wasserschaden hat ein Ehepaar in Kley um eine große Summe Geld gebracht. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich verhalten soll.

von Tobias Weskamp

Kley

, 24.05.2019, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wasserschaden vorgetäuscht: Angeblicher Klempner stiehlt Bargeld und Sparbücher

Ein angeblicher Klempner ließ Gerda Rutkowski wie auf diesem Foto die laufende Brause halten und stahl ihr Geld. © Tobias Weskamp

Als gegen 13.15 Uhr ein Mann in dunkler Arbeitskluft vor der Tür ihrer Mietswohnung in Kley steht, glaubt Gerda Rutkowski dem angeblichen Klempner zunächst. „Er erzählte, er sei vom Notdienst der LEG. In einer Parterrewohnung habe es einen Wasserschaden gegeben und er müsse nun überprüfen, ob es bei mir einen Rohrbruch gebe“, erzählt die Seniorin.

Angeblicher Klempner nutzt das Geräusch laufendes Wasser zum Stehlen

Der Mann ging mit ihr ins Bad und bat sie, die Brause voll aufzudrehen. Gerda Rutkowski musste sie festhalten, während der Mann herausging und über ein Handy oder Funkgerät zu sprechen schien. „Schließlich ging er und sagte, er würde Bescheid sagen“, beschreibt sie.

Als ihr Mann später nach Hause kam, erzählte sie ihm dies, und beide wurden misstrauisch. „Wir haben dann nachgesehen und mussten feststellen, dass unsere Geldkassette aus dem Wohnzimmerschrank weg war. Darin war eine größere Summe in bar.“ Auch Sparbücher und verschiedene Schlüssel fehlten. Ein weiteres Geldversteck war ebenfalls geplündert worden.

Beide haben sofort Anzeige bei der Polizei erstattet. Auch die Sparbücher haben sie sofort bei der Bank sperren lassen und alle Schlösser gewechselt. „Damit kann der Dieb nichts mehr anfangen“, so Bernd Rutkowski.

Wasserschaden vorgetäuscht: Angeblicher Klempner stiehlt Bargeld und Sparbücher

Gerda und Bernd Rutkowski müssen Papierkram erledigen, um den entstandenen Schaden zu melden. © Tobias Weskamp

Polizei rät, immer auf Nummer sicher zu gehen

Solche Fälle passieren oft. „Man sollte sich immer vergewissern, mit wem man es zu tun hat“, erklärt Polizeipressesprecherin Cornelia Weigandt. Oft wird auch um Spenden oder ein Glas Wasser gebeten.

Wenn man sich unsicher ist, soll man sich lieber erkundigen, etwa bei seinem Vermieter. Im Zweifelsfall kann man auch einfach die Tür zumachen. „Ohne Info des Vermieters lasse man niemanden in die Wohnung, kann man ruhig sagen“, rät die Pressesprecherin.

Eine gute Möglichkeit, der Situation zu begegnen, ist es, Zeugen hinzuzuziehen. „Das kann auch ein Nachbar sein“, rät Cornelia Weigandt. Wer sich nicht anders zu helfen weiß, kann auch die Polizei anrufen. „Entweder kommt dann jemand oder wir beraten am Telefon, wie sich der Anrufer verhalten soll“, so Cornelia Weigandt.

Auch im Vorfeld kann man schon einiges tun. „Man solte nie größere Summen Bargeld im Hause haben.“ Wenn doch, ist ein Möbeltresor deutlich sicherer als der Strumpf im Wäscheschrank.

Aufklärung ist auch Sache der Kinder und Enkel

Die Polizei rät auch, Eltern und Großeltern vor diesen Methoden zu warnen. Auch die Seniorensicherheitsberater (Tel. 132-7950) helfen. „Aufklärung ist wichtig“, sagt Cornelia Weigandt. Das ist auch das, was das Ehepaar Rutkowski möchte. „Die Sparkasse brachte uns auf die Idee, das Ganze öffentlich zu machen. Wir wollen, dass das andern nicht auch passiert“, erklären sie.

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