Ausgenutzt: Betrügerinnen tricksen hilfsbereite Dortmunder aus

Polizei Dortmund

Es ist eine dreiste Masche, die derzeit wieder eine Hochphase erlebt: Trickbetrügerinnen nutzen das Wohlwollen ihrer Mitmenschen aus und bestehlen sie. Die Polizei warnt alle Dortmunder.

Dorstfeld

, 21.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Dortmund sind derzeit wieder vermehrt Trickbetrügerinnen unterwegs. Die Polizei warnt davor, Fremde in die Wohnung zu lassen.

In Dortmund sind derzeit wieder vermehrt Trickbetrügerinnen unterwegs. Die Polizei warnt davor, Fremde in die Wohnung zu lassen. © picture alliance / dpa

Es klingelt an der Haustür, zwei junge Frauen stehen auf der Fußmatte und bitten um ein Glas Wasser. Der einen ginge es nicht gut, sagen sie, ihr sei schwindelig. Wer würde ihnen diese kleine Bitte abschlagen?

In einigen Fällen jedoch, wird Freundlichkeit schnell zur Falle. Denn die jungen Frauen, die so höflich um Unterstützung bitten, sind weder krank, noch anderweitig in Not. Sie sind Trickbetrügerinnen.

Dorstfeld war zuletzt betroffen

„Die Masche der Frauen ist uns nicht neu“, berichtet Polizei-Pressesprecherin Nina Kupferschmidt. „Aber in letzter Zeit häufen sich die bei uns gemeldeten Vorfälle wieder.“

In vielen Fällen sind die Betroffenen misstrauisch geworden und teilten der Polizei die Versuche der Betrügerinnen mit. Immer öfter jedoch sind diese mit ihrem Vorgehen tatsächlich erfolgreich, verschaffen sich zutritt zur Wohnung, lassen Wertgegenstände und Bargeld mitgehen.

Zuletzt sollen sie unter anderem in Dorstfeld ihr Unwesen getrieben haben. In einem Facebook-Post informiert eine Nutzerin die anderen User über zwei Fälle in der Zechenstraße und in der Trippestraße.

Zwei Betrügerinnen hätten dort vor der Tür gestanden und nach Zettel und Stift gefragt, um eine Nachricht für einen Nachbarn zu hinterlassen, heißt es in dem Post. Diese Anfrage und die Frage nach einem Glas Wasser sind ein beliebtes Vorgehen.

Der weitere Ablauf der Vorfälle in Dorstfeld erfolgte dann nach dem einheitlichen, der Polizei bekannten Muster.

Ist der Bewohner zur Hilfe überredet worden, folgen die Betrügerinnen ihm in die Wohnung. Während der Betroffene von den Frauen in ein Ablenkungs-Gespräch verwickelt wird, hat eine weitere Person die Möglichkeit, durch die offene Wohnungstür zu gelangen. So kann der Bewohner unbemerkt bestohlen werden.

Häufigste Zielgruppe der Betrügerinnen: Senioren

Insbesondere ältere Menschen seien von den Übergriffen der Trickbetrügerinnen betroffen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Dortmund.

„Der Grund dafür ist eigentlich einfach“, sagt Nina Kupferschmidt. „Ältere Menschen sind tagsüber öfter zu Hause.“

Auch ließe sich anhand von Telefonbüchern leicht darauf schließen, wo Menschen der älteren Generationen zu Hause seien. „In diesen können die Betrügerinnen sich zum Beispiel an älter klingenden Namen orientieren“, erklärt Nina Kupferschmidt.

Regel Nr. 1: Kein Fremder darf in die Wohnung

Allen Betroffenen gibt die Polizei Dortmund einen zentralen Tipp: Fremde niemals in die Wohnung zu lassen. Außerdem könne durch ein Kastenschloss mit Sperrbügel mit Besuchern gesprochen werden, ohne dass diese in die Wohnung gelängen.

Vor allem ältere Menschen sind von der Masche der Betrügerinnen betroffen. Die Nachbarn im Zweifel telefonisch um Hilfe zu bitten, kann helfen (Symbolbild).

Vor allem ältere Menschen sind von der Masche der Betrügerinnen betroffen. Die Nachbarn im Zweifel telefonisch um Hilfe zu bitten, kann helfen (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Auch die Rufnummern der Nachbarn bereitzuhalten und diese im Zweifel um Unterstützung zu bitten, könne helfen. Weitere Möglichkeiten zum Schutz seien die Installation eines Mobilalarmgerätes an der Tür, das laute Rufen um Hilfe oder die Betätigung des Notrufs.

Wer Opfer geworden ist, „braucht sich nicht zu schämen“

„Wenn der Fall des Diebstahls tatsächlich eingetreten ist, dann muss unbedingt die Polizei verständigt werden“, betont Nina Kupferschmidt. Oft hinderten ihre Schamgefühle die Betroffenen daran, sich an die Polizei zu wenden.

Auch die das vermeintlich leichtsinnige Verhalten der Betroffenen verurteilenden Kommentare aus dem sozialen Umfeld trügen dazu bei, dass die Straftat nicht zur Anzeige gebracht werde.

„Das hat nichts mit Dummheit zu tun“, sagt Nina Kupferschmidt. „Meistens arbeiten die Betrüger mit Druck und das entgegengebrachte Vertrauen wird schamlos ausgenutzt. Dafür braucht man sich nicht zu schämen.“ Die Polizei müsse aber die Chance haben, die Straftat aufzuklären. „Das geht nur, wenn wir davon erfahren.“

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